Bleibt er dem FCB weiterhin „treu“?

Thomas Müllers Entscheidung enttäuscht viele Bayernfans

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Thomas Müller zählt zu den größten Legenden des FC Bayern. Nach seinem Abschied vom Rekordmeister setzt er seine Karriere fort, was nicht alle Fans glücklich macht.

München – Nach sensationellen 25 Jahren als Aktiver verlässt Thomas Müller seinen Herzensverein, den FC Bayern. Auch wenn die sportliche Bedeutung des bald 36-Jährigen in den letzten Jahren merklich nachgelassen hat, die Einsatzzeiten weniger wurden, verkörperte der Urbayer auf seine unnachahmliche Weise Herz und Seele des Vereins. Viele Anhänger des FC Bayern wollen sich deshalb den sympathischen Titelsammler nicht im Trikot eines anderen Vereins vorstellen. Aber genau das passiert nun doch.

Auf den Spuren von Pele und Beckenbauer – Thomas Müller wagt USA-Abenteuer

Wechselt Thomas Müller zum Los Angeles FC in die MLS?
Thomas Müller wechselt wohl in die USA und kann sich zwischen zwei Teams entscheiden: Entweder geht er zum LAFC oder zum FC Cincinnati. In den USA waren vor der Bayern-Ikone schon zahlreiche Spieler, die auch heute noch weltbekannt sind. © IMAGO/Heuler Andrey
Beckenbauer in New York.
Im Jahr 1977 wagte Franz Beckenbauer den Sprung in die USA. Damals spielte New York Cosmos in der North American Soccer League (NASL). Zusammen mit einer anderen Fußball-Legende wurde er dreifacher Meister und hinterher sogar in die National Soccer Hall of Fame aufgenommen. © IMAGO/SVEN SIMON
Pele in New York.
Einer von Beckenbauers Teamkollegen war kein Geringerer als Pele, der heute von vielen noch als der beste Fußballer aller Zeiten angesehen wird. Doch wie konnte der Coup gelingen? Das hatte vor allem mit seinem Vertrag zu tun. Denn auch nach seiner aktiven Zeit verdiente der Brasilianer durch einen auf 14 Jahre datierten PR-Vertrag.  © imago stock&people
Gerd Müller posiert mit einem Wimpel.
„Ich habe früher schon gesagt, dass ich nie in die USA gehen werde – und daran hat sich auch nichts geändert“, sagte Gerd Müller kurz vor seinem Wechsel über den großen Teich. Im März 1979 unterzeichnete er einen Vertrag bei den Fort Lauderdale Strikers. Auch hier soll das Geld den Bomber der Nation am Ende überzeugt haben. Noch heute ist Müller in der Region in bester Erinnerung geblieben. © imago sportfotodienst
Johann Cruyff im Training in den USA.
Der wohl größte niederländische Fußballer aller Zeiten folgte Ende der Siebziger auch dem Ruf des Geldes und wechselte erst zu den Los Angeles Aztecs und später zu den Washington Diplomats. In L.A. wurde avancierte er sogar zum Spieler des Jahres. Anschließend ließ er seine Karriere in Europa ausklingen. © imago sportfotodienst
Walter Zenga im Tor in New England.
Der dreimalige Welttorhüter Walter Zenga verließ Italien während seiner gesamten Karriere nie, bis er 1997 zu New England Revolution wechselte. Dort wurde es relativ ruhig um ihn und er ließ seine Karriere eher locker ausklingen.  © IMAGO
Lothar Matthäus In New York.
Den New York Metro Stars (heute New York Red Bulls) gelang im Jahr 2000 mit der Verpflichtung von Lothar Matthäus ein echter Coup. Sportlich war der Deutsche zwar nicht mehr auf dem aller höchsten Niveau, doch vor allem die Vorstellung, in dem der Europameister und Weltmeister sein Sprachtalent zur Schau stellte, bleiben bis heute in Erinnerung. © imago sportfotodienst
David Beckham wird in L.A. vorgestellt.
In den Medien wurde die MLS erst durch den Wechsel des wohl populärsten Fußball-Star der Welt wirklich relevant. Sechs Jahre lang schnürte David Beckham seine Fußball-Schuhe für L.A. Galaxy und war vor allem für einen Trend verantwortlich, den es in den Folge-Jahren öfter gegeben hatte. Da die Major League Soccer im Winter bis in den März pausierte, ließ sich der Engländer mehrmals für wenige Monate zum AC Mailand ausleihen. 2011 feierte in den USA dann sogar die Meisterschaft. © IMAGO/Andy Johnstone, pacificcoastnews / Avalon
Thierry Henry in New York.
Seit der Übernahme von Red Bull ist er der wohl größte Star, der bis heute bei den New York Red Bulls gespielt hat: Thierry Henry. Die französische Legende spielte von 2010 bis 2014 in der Metropole an der Ostküste und steuerte in 135 Pflichtspielen überragende 93 Scorerpunkte bei. Zwischendurch lief er noch einmal kurzzeitig für den FC Arsenal auf. © imago sportfotodienst
Thorsten Frings und Frank Rost in den USA.
Zwei Urgesteine von Werder Bremen wollten auch unbedingt nach Nordamerika. Frank Rost war von 2011 bis 2012 Teamkollege von Thierry Henry in New York, während Frings zwar nicht in die USA wechselte, mit Toronto allerdings trotzdem in der MLS spielte.  © imago sportfotodienst
Steven Gerrard in L.A.
Nach seinem tränenreichen Abschied beim FC Liverpool wollte Vereinsikone Steven Gerrard bei L.A. Galaxy zum Erfolg führen. Nach 18 Monaten beendete er seine aktive Laufbahn, ohne für große Furore zu sorgen und startete kurz danach seine Trainerkarriere auf der Insel. © IMAGO/Gary A. Vasquez
Andrea Pirlo in New York.
Andrea Pirlo war ein wahrer Maestro auf dem Fußballfeld, führte vor allem den AC Mailand und Juventus Turin zu zahlreichen Titeln, begann dann aber 2015 nochmal ein neues Abenteuer beim neu gegründeten Team New York City FC. Er war damit Teil eines wahren Star-Teams. © imago sportfotodienst
David Villa in New York.
Denn auch David Villa unterschrieb im selben Jahr in New York. Der spanische Weltklassenstürmer hatte zuvor aber nicht mal mehr in Europa gespielt, sondern lief in Australien für Melbourne City auf. In den USA zeigte er seinen Torriecher mit 80 Toren in 124 Spielen. Danach vollendete der Spanier seine Weltreise und wechselte nach Japan zu Vissel Kobe. © JOEL MARKLUND
Frank Lampard in New York.
Vor allem Chelsea-Fans wird die Zeit von Frank Lampard in den USA böse aufstoßen. Denn schon 2014 unterschrieb der Engländer beim New York City FC, obwohl die noch nicht mal den Spielbetrieb aufgenommen hatten. Also wechselte er zum anderen Klub der Eigentümergesellschaft – zu Manchester City. Viele Fans nehmen ihm den Wechsel bis heute übel. 2016 beendete er dann im Trikot der Amerikaner seine Laufbahn. © imago sportfotodienst
Kaka in Orlando.
Auch der ehemalige Weltfußballer Kaka hatte seine besten Zeiten schon hinter sich, als er sich dem Projekt Orlando City anschloss. Zwar konnte er 24 Pflichtspieltreffer in 75 Spielen erzielen, richtig erfolgreich war das Team allerdings nichtl. © Gerardo Mora
Schweinsteiger bei Chicago Fire.
Natürlich darf auch Bastian Schweinsteiger in dieser Liste nicht fehlen. Der Deutsche zeigte auch bei Chicago Fire seine Führungsqualitäten. Schweinsteiger wurde sogar teilweise in der Innenverteidigung eingesetzt, konnte sein Team allerdings nur in seiner Debüt-Saison in die Playoffs bringen.  © IMAGO/Aaron Doster
Zlatan Ibrahimovic im Trikot von L.A.
Zlatan Ibrahimović ist einer der wenigen Spieler, die eigentlich noch viel zu gut waren, um in die USA zu gehen. Trotzdem unterschrieb der Schwede 2018 bei L.A. Galaxy und hob die eher durchwachsenen Kalifornier auf ein anderes Level. In 58 Pflichtspielen erzielte er 53 Tore, konnte sich aber nicht mit einem Titel belohnen. Nach seiner Zeit in den USA zeigte er auch beim AC Mailand weiter starke Leistungen. © IMAGO/JAVIER ROJAS
Wayne Rooney bei DC United.
Wayne Rooney wechselte 2018 nach einer erfolgreichen Zeit auf der Insel zu D.C. United. Fans wird immer seine spektakuläre Vorlage nach einer Hammer-Grätsche gegen Orlando City im Kopf bleiben. United gewann in der 96. Minute mit 3:2. In den Playoffs war allerdings bereits in der ersten Runde gegen Columbus Crew im Elfmeterschießen Schluss. Rooney verschoss dabei seinen Elfer. © Olivier Douliery
Hany Mukhtar in Nashville.
Ex-Herthaner Hany Mukhtar würden eigentlich die Wenigsten hier erwarten. Doch der ehemalige U21-Nationalspieler wurde in der Saison 21/22 nicht nur bester Torschütze, sondern auch zum besten Spieler der Liga gewählt. In Nashville gehört der 30-Jährige bis heute zu den absoluten Leistungsträgern. © Kevin Langley via www.imago-images.de
Higuain bei Inter Miami.
Bevor Inter Miami zum spannendsten Projekt der MLS wurde, war bereits ein Welt-Star dort. Zwischen 2020 und 2022 spielte Ex-Real-Star Gonzalo Higuain für den Klub. In 68 Spielen erzielte er 29 Tore. © IMAGO/Rich Graessle/Icon Sportswire
Xherdan Shaqiri bei Chicago Fire.
Xherdan Shaqiri schwankte in seiner Karriere immer wieder zwischen Weltklasse und Kreisklasse. Vor allem beim FC Liverpool und bei großen Turnieren mit der Schweiz sorgte er für Furore. Nach 2 Jahren bei Chicago Fire ist er mittlerweile wieder zurück beim FC Basel. © IMAGO/Rich Graessle/Icon Sportswire
Roman Bürki bei Saint Louis City.
Bereits seit 2023 spielt Roman Bürki in den USA. Der Ex-Dortmund-Star ist Stammtorhüter bei St. Louis City und gehört seitdem zu den besten Keepern der Liga. © IMAGO/BILL GREENBLATT
Lionel Messi bei Inter Miami.
Neben Pele und Beckenbauer ist Messi der wohl größte Spieler, der je in die USA gewechselt ist. David Beckham hat mit seinem Projekt Inter Miami viel vor und verpflichtete ihn nicht nur, weil er immer noch überragend ist (38 Tore in 44 Spielen), sondern auch, weil er einige seiner Weggefährten nach Florida lockte. © IMAGO/Eduardo Carmim, Eduardo Carmim / SPP
Luis Suarez bei Inter Miami.
Zu den Bekanntesten gehört ganz sicher Luis Suarez. Der ehemalige Weltklasse-Stürmer, der allerdings immer wieder mit wilden Aktionen für viel Kritik sorgte, ist neben Messi der Offensiv-Star der Mannschaft auch er glänzt mit 22 Toren in 35 Pflichtspielen, seit er 2024 nach Miami gewechselt ist. © IMAGO/Kevin Schultz
Sergio Busquets bei Inter Miami.
Und dann ist da natürlich noch Sergio Busquets, das ehemalige heimliche Hirn vom FC Barcelona. Auf ihn ist immer Verlass, seine Passsicherheit ist immer noch herausragend und gemeinsam mit Messi, Suarez und Co. sorgt er dafür, dass Inter Miami ein ganz klarer Titelanwärter in dieser Saison ist. © IMAGO/Jose Breton
Jordi Alba bei Inter Miami.
Vierter und Letzter der ehemaligen Barça-Stars, die mittlerweile das Trikot von Inter Miami tragen, ist Jordi Alba. Der Linksverteidiger wechselte im Sommer 2023 ablösefrei vom FC Barcelona nach Miami, wo er Messi wie zu besten Zeiten die Tore auflegt. © IMAGO/Rich Graessle/Icon Sportswire
Hugo Lloris beim LAFC.
Zu diesen Anwärtern zählt auch der LAFC und das liegt auch am starken Rückhalt. Hugo Lloris, Weltmeister-Keeper von 2018, verließ Tottenham im Januar 2024 nach über 11 Jahren und lässt seine Karriere ruhig aber ambitioniert in Kalifornien ausklingen. © IMAGO/Matt Krohn
Olivier Giroud beim LAFC.
Auch bei einem ehemaligen Weltmeister dachte man, dass er in den USA seine letzten Schritte im Profi-Fußball geht. Doch nach einem Jahr beim LAFC verlässt Giroud Lloris und Co. und kehrt nach Frankreich zurück. Beim OSC Lille will er noch mal in Europa zeigen, was er draufhat. © IMAGO/Graham Hughes
Marco Reus bei L.A. Galaxy.
Und dann ist da natürlich noch Marco Reus. Die Ikone von Borussia Dortmund entschied sich 2024 zu einem Wechsel in die USA. Bei L.A. Galaxy läuft es für ihn persönlich sehr wechselhaft, doch in der letzten Saison feierte er mit dem Team den ersten Meistertitel seiner Karriere. © IMAGO/Ariana Ruiz

„Noch Lust, Fußball zu spielen“

Denn der Weltmeister von 2014 will seine Fußballschuhe noch nicht an den Nagel hängen, wie er jetzt im Gespräch mit ZDF-Journalist Jan Mendelin bekannt gab. Ein Wechsel in die USA steht kurz bevor. „Ich habe noch Lust, Fußball zu spielen und habe mich deshalb entschlossen weiterzuspielen. Ich werde weiter Fußballer sein.“

Nach der schweren Verletzung von Jamal Musiala in Müllers letztem FCB-Pflichtspieleinsatz im Viertelfinale der Klub-WM gegen Paris Saint-Germain hatten einige Fans noch gehofft, dass die Karriere der Klubikone doch noch für eine Spielzeit, möglicherweise sogar nur eine halbe, in München fortgesetzt würde. Diese Option ist nun definitiv vom Tisch: Müller will sich einer neuen Herausforderung stellen.

FCB-Partnerverein in den USA der Favorit

Seit mehreren Monaten wird über seinen Wechsel in die US-amerikanische Major League Soccer (MLS) spekuliert. Laut SportBILD befindet sich Müller aktuell in konkreten Gesprächen mit zwei Vereinen. Die Entscheidung soll sehr bald fallen – der Favorit soll Los Angeles FC sein, der Partnerverein des FC Bayern.

Zahlreiche Bayernfans hätten es zwar lieber gesehen, dass der legendäre Raumdeuter tatsächlich die aktive Karriere beendet und baldmöglichst als hochrangiger Funktionär zu seinem Herzensverein zurückkommt. Für Müller kommt das aber - noch - nicht in Frage: „Ich liebe die Fußball-Bühne und auch den Druck, Leistung zu bringen. Solange mein Körper das mitmacht, will ich die Chance nutzen.“

Thomas Müller

Dass sein künftiges Engagement weit von seinem geliebten Oberbayern entfernt ist, bestätigt er im ZDF: „Auch wenn ich nicht mehr in Europa bin oder um die Champions League spiele – ich bin neugierig, es kribbelt schon langsam. Ich bin mir darüber im Klaren, dass, wenn du vom FC Bayern weggehst, da andere Bedingungen herrschen, aber auch da freue ich mich drauf.“

FC Hollywood gegen Hollywood eintauschen

In Los Angeles könnte er dabei sogar Werbung für seinen FC Bayern betreiben, der dortige FC ist einer der weltweiten Partnervereine des deutschen Rekordmeisters. Auf gewisse Weise würde er damit sogar weiterhin Klubtreue zeigen. Und er ist ganz nahe am echten Hollywood, nachdem sich die Münchner in den letzten Jahren selbst wieder dem FC Hollywood der turbulenten 1990er Jahre angenähert haben...

Dieser Artikel entstand in einer Content-Partnerschaft mit fcbayerntotal.com

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Auch wenn zahlreiche FCB-Anhänger ob dieser Entscheidung wohl enttäuscht, vielleicht auch traurig sind: Jeder wird der Vereinslegende bei seinem neuen Abenteuer nur das Beste wünschen. Apropos Legende: Zwei seiner FCB-Vorgänger haben diesen Schritt in den 1970er Jahren auch gewagt, der Kaiser war bei Cosmos New York sehr glücklich, Namensvetter Gerd in Florida bei den Fort Lauderdale Strikers nicht wirklich.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Andrey Heuler / M.i.S.

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