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Der FC Bayern gewinnt zum Jahresauftakt gegen die TSG Hoffenheim. Vor allem Jamal Musiala und Leroy Sané überzeugen im Zusammenspiel. Die tz-Einzelkritik.
München – Es war kein gewöhnlicher Jahresauftakt für den FC Bayern München. Das erste Pflichtspiel in 2024 stand nach dem Tod von Franz Beckenbauer (7. Januar) ganz im Namen des „Kaisers“. Warmmachshirts, Auflaufjacken, Tormusik. An diesem 12. Januar war in der Allianz Arena vieles anders als sonst.
Sané auf Musiala: Klappt sowohl in Halbzeit eins als auch zwei
Eins änderte sich aber nicht: die Dominanz der Bayern in der heimischen Allianz Arena. Im 17. Pflichtspielaufeinandertreffen im Münchener Oval war es der 13. Sieg der Bayern. In einer ereignisarmen ersten Halbzeit brachte Jamal Musiala die Mannschaft von Thomas Tuchel nach Vorarbeit von Leroy Sané in Führung – viel mehr passierte aber auch nicht.
Die zweite Halbzeit startete dann sogleich deutlich aktiver. DIe Bayern suchten die Vorentscheidung, verpassten sie aber durch Sané (Abseitstor), Musiala (Pfosten) und Laimer (Parade von Baumann) innerhalb weniger Minuten gleich mehrfach. Es kam fast wie es kommen musste, allerdings haben die Münchener auch noch Manuel Neuer im Tor, der in zwei Minuten gleich zweimal glänzend parierte. Als auch Maxi Beier die nächste Großchance (Latte) leichtsinnig vergab, schaltete die Tuchel-Elf wieder einen Gang hoch. Sané und Musiala wiederholten prompt ihr Kunststück aus der ersten Halbzeit und schon stand es 2:0. Als dann noch Grischa Prömel mit Gelb-Rot vom Platz musste, war das Spiel endgültig entschieden. In der Nachspielzeit ließ Harry Kane noch sein obligatorisches Tor folgen und traf zum 3:0-Endstand.
Manuel Neuer
Hatte lange nichts zu tun. War dann aber zweimal stark zur Stelle, als er gebraucht wurde (62./64. Minute). Note: 2
Konrad Laimer (ab 78. Goretzka)
Verteidigte auf der rechten Seite gewohnt aggressiv, hatte nach vorne aber wenig Aktionen. Leistete sich zudem einige Ballverluste, die zu Konter der TSG führten. Note: 4
Dayot Upamecano
War die gesamte Partie über stark in den Zweikämpfen und verhinderte mit seinen Tacklings mehrere Umschaltsituationen der Hoffenheimer. Note: 2
Matthijs de Ligt
Feierte seine Startelf-Rückkehr in der Bundesliga und war bemüht, direkt seine Chef-Ambitionen zu untermauern. Verteidigte sauber und leistete sich keine Fehler. Insgesamt unauffällig. Note: 3
Alphonso Davies
Zeigte sich unbeeindruckt von den Madrid-Gerüchten und setzte immer wieder Impulse nach vorne. Nutzte außerdem mehrmals sein Tempo, um Konter der TSG abzulaufen. Zeigte eine solide Vorstellung. Note: 3
Joshua Kimmich
Wurde von französischen Medien in den letzten Tagen immer wieder mit Paris in Verbindung gebracht, war im Kopf aber voll bei der Sache in München – und das höchst konzentriert. Kontrollierte das Ballbesitzspiel und zeigte nach seinen zwei Ausfällen zum Jahresende, wie wichtig er für das Bayern-Mittelfeld sein kann. Note: 2
Raphael Guerreiro (ab 78. Pavlovic)
Feierte sein drittes Ligaspiel in Folge in der Startelf. Wirkt inzwischen immer besser eingespielt. Holte sich viele Bälle ab und sorgte für zahlreiche Spielverlagerungen. Note: 3
Leroy Sané (ab 72. Coman)
Bereitete beide Münchner Treffer vor und blieb die gesamte Partie über spielfreudig. Vollendete seine Gala-Hinrunde somit mit seinem 19. Scorerpunkt. Überholte damit den Topwert seiner bisherigen Bayern-Zeit – und das zur Saisonmitte. Zeigte auch im Rest der Partie, was den Sané in dieser Saison auszeichnet: Zug zum Tor und den Willen, trotzdem mit nach hinten zu arbeiten. Note: 2
Thomas Müller (ab 72. Tel)
Forderte vor dem Spieltag per Abschiedsvideo auf Instagram einen Erfolg zu Ehren Beckenbauers – hatte jedoch Schwierigkeiten, dieser Ansage Taten folgen zu lassen. Zeigte sich zwar auf der rechten Seite gewohnt fleißig, schaffte es aber kaum, Offensiv-Impulse zu setzen. Hatte zudem Pech vorm Tor (58. Minute), als er einen Abstauber verpasste. Note: 3
Jamal Musiala (ab 87. Choupo-Moting)
Sorgte mit seinem trockenen Abschluss in der 18. Minute dafür, dass zum ersten Mal die von Beckenbauer gesungene Tormusik „Gute Freunde“ ertönte. War auch danach ein Aktivposten in der Offensive und zeigte sich extrem spielfreudig. Hatte in der 58. Minute Pech, dass sein Schlenzer aus knapp 20 Metern nur den Pfosten traf – den zweiten Treffer holte er zehn Minuten später nach. Note: 1
Harry Kane
Harry Kane zeigte, was ihn von anderen Stürmern abhebt, obwohl er lange auf sein Tor warten musste: Der Torjäger holte sich immer wieder Bälle aus dem Mittelfeld ab und ließ sich dafür tief fallen. Dadurch riss der Angreifer Lücken in die tief stehende TSG-Abwehr. In der Nachspielzeit belohnte sich dann der Engländer selbst für den Aufwand mit Bundesligator Nummer 22. Note: 1
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