Endspiel in Köln

Bei Trainer-Abschied: Bayern-Damen siegen im DFB-Pokal-Finale gegen Bremen

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Lea Schüller erzielt einen Hattrick und verhilft dem FC Bayern zum Pokaltriumph. Werder Bremen hält mit Fan-Support tapfer dagegen.

Köln – Die Fußballerinnen des FC Bayern München haben mit Dreifach-Torschützin Lea Schüller das erste Double in der Vereinsgeschichte erreicht. Nur vier Tage nach dem Gewinn der deutschen Meisterschaft triumphierte das Team des scheidenden Trainers Alexander Straus im DFB-Pokal-Finale mit 4:2 (2:1) gegen den tapferen Außenseiter Werder Bremen.

Das kassieren die Spielerinnen des FC Bayern für den DFB-Pokalsieg

Vor 45.146 Zuschauern im ausverkauften Stadion in Köln zeigten die Münchnerinnen eine nahezu durchweg souveräne Leistung. Die Tore erzielten Nationalspielerin Schüller (6., 65. und 79. Minute) und Carolin Simon (30.). Rieke Dieckmann (45.+2) weckte mit ihrem Treffer zwischenzeitlich die Hoffnungen des Bundesliga-Siebten. In der Nachspielzeit erzielte Larissa Mühlhaus (90.+4) das zweite Tor für Bremen. Trotz der Niederlage konnten sich die Bremerinnen über eine respektable Leistung und eine Prämie von 100.000 Euro freuen, während der FC Bayern als Titelträger 150.000 Euro erhielt.

Die Frauen des FC Bayern München feiern den DFB-Pokalsieg.

FC Bayern sichert sich den Titel ohne DFB-Star Lena Oberdorf

Im Vorjahr hatte München das Finale noch mit 0:2 gegen den VfL Wolfsburg verloren. Nachdem der Dauerrivale den Pokal zuletzt zehnmal in Folge gewonnen hatte, feierten die Bayern nun ihren zweiten Triumph nach 2012.

Lena Oberdorf, die Weltklassespielerin, schaffte es beim Favoriten nicht in den Kader, was Bundestrainer Christian Wück beobachtete. Ihre Rückkehr nach einem Kreuzbandriss verzögert sich weiter. Bis zur EM in der Schweiz sind es noch gut zwei Monate. Wück erklärte in der ARD: „Es wäre fahrlässig, wenn wir jetzt schon die Tür zu machen würden.“ Er fügte hinzu: „Die Entscheidung werde nicht ich treffen, die Entscheidung werden nicht die Bayern treffen, sondern die wird sie alleine treffen.“

Schwester von Florian Wirtz lediglich eingewechselt

Die Bremerinnen hatten alle bisherigen 18 Pflichtspiele gegen den FC Bayern verloren. Vor der großen Kulisse machten die Werder-Fans viel Lärm und feuerten ihr Team an. Doch schon nach wenigen Minuten lagen die Hanseatinnen zurück: Giulia Gwinns Ball prallte vom Lattenkreuz zurück, und Schüller köpfte aus zehn Metern ein.

Bremens Trainer Thomas Horsch setzte Mittelfeldspielerin Juliane Wirtz erst kurz vor Schluss ein. Die ältere Schwester von Florian Wirtz kehrte erst kürzlich nach einer langen Verletzungspause zurück.

Grohs nimmt nach Krebserkrankung auf der Bank platz

Die Bayern-Frauen dominierten von Beginn an, obwohl Torhüterin Ena Mahmutovic zu Beginn einen leichten Ball durchrutschen ließ, was jedoch ohne Folgen blieb. Chefcoach Straus entschied sich, Maria Luisa Grohs, die nach einer Krebserkrankung im März ihr Comeback gegeben hatte, auf der Bank zu lassen. Er erklärte vor dem Anpfiff bei Sky: „Wir glauben, dass Ena für diese Spiele jetzt die richtige Torhüterin ist. Sie hat den Rhythmus, nach Malas Erkrankung viele Spiele gemacht, gut gespielt.“

Die Fans des SV Werder Bremen unterstützen ihr Team mit einer Choreo.

Die Defensive des FC Bayern bereitete Straus kaum Sorgen. Im Angriff zeigten die Münchnerinnen ihr Können: Nach einem schönen Spielzug über Jovana Damnjanovic und Klara Bühl schoss Simon den Ball zum 2:0 unter die Latte. Der Anschlusstreffer zum 1:2 fiel überraschend, als Tuana Mahmouds Hereingabe von Dieckmann genutzt wurde.

Auch nach der Pause übte der FC Bayern viel Druck aus. Die starke Werder-Torhüterin Livia Peng verhinderte unter anderem gegen Pernille Harder einen höheren Rückstand. Doch dann war erneut die kopfballstarke Schüller zur Stelle und köpfte zum 3:1 ein, was die Vorentscheidung bedeutete, bevor sie auch noch ihren dritten Treffer erzielte.

Rubriklistenbild: © Merk/IMAGO

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