Wechsel im zweiten Anlauf

Kamada verlässt Eintracht Frankfurt – neuer Klub steht wohl schon fest

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Offensivspieler Daichi Kamada wird Eintracht Frankfurt ablösefrei verlassen. Der Japaner wechselt wohl im zweiten Anlauf ins Ausland.

Frankfurt am Main – Lange war über den Abschied von Daichi Kamada von Eintracht Frankfurt spekuliert worden. Vor rund zwei Wochen gaben die Hessen bekannt, dass der 26-jährige Japaner den amtierenden Europa-League-Sieger zum Saisonende ablösefrei verlassen würde. Der Dribbler will der Bundesliga offenbar den Rücken kehren und ins Ausland wechseln. Ein Klub, der bereits im vergangenen Sommer an Kamada dran war, soll noch immer die besten Karten auf seine Verpflichtung haben.

Daichi Kamada
Geboren:5. August 1996 in Ehime (Japan)
Profi-Stationen:Sagan Tosu, Eintracht Frankfurt, VV St. Truiden (Leihe)
Pflichtspiele für Eintracht Frankfurt:172 (37 Tore, 31 Vorlagen)
Länderspiele:28 für Japan (6 Tore)

Daichi Kamada verlässt Eintracht Frankfurt ablösefrei – viele Interessenten für den Japaner

Dass Kamada seinen auslaufenden Vertrag nicht verlängern würde, war bereits länger klar. Nach sechs Jahren bei der Eintracht, wovon er ein Jahr leihweise in Belgien spielte – ist für ihn Schluss. Der Offensivspieler wollte bereits im vergangenen Sommer den Verein verlassen, doch Trainer Oliver Glasner leistete wahre Überzeugungsarbeit und bewegte Kamada zum Verbleib am Main. Auch wenn dies bedeutete, dass die Frankfurter keine Ablöse für den Edeltechniker einstreichen würden.

Nun tritt exakt dieser Fall ein. Die Liste der Interessenten für den ablösefreien Mittelfeldstar ist lang, verschiedene Klubs aus Spanien, England und der Bundesliga beobachteten Kamada. Der 28-fache Nationalspieler Japans machte in den vergangenen Wochen deutlich, dass er das deutsche Oberhaus für eine andere europäische Topliga verlassen möchte.

Daichi Kamada verlässt Eintracht Frankfurt und wechselt zur kommenden Saison wohl ins Ausland.

Daichi Kamada lehnte Abgebot von Borussia Dortmund ab und wechselt ins Ausland

Nachdem Kamada bereits das Angebot zur Verlängerung in Frankfurt abgelehnt hatte, das ihm ein Jahresgehalt von drei Millionen Euro für drei weitere Spielzeiten eingebracht hätte, sagte er auch dem BVB ab. Borussia Dortmund soll ihm einen Fünfjahresvertrag sowie ein Salär von sechs Millionen Euro pro Jahr geboten haben. Da Kamada laut Bild lediglich an einem Wechsel zum FC Bayern interessiert gewesen sein soll, fällt ein ligainterner Transfer flach.

Dafür tut sich für Kamada eine große Möglichkeit auf. Im letzten Transfersommer wollte ihn Benfica Lissabon unbedingt verpflichten, bot Berichten zufolge acht Millionen Euro Ablöse. Durch Kamadas Verbleib in Frankfurt kam es jedoch nicht zum Wechsel. Offenbar hielt der portugiesische Großklub aber den Kontakt zur Spielerseite, weshalb ein Engagement des Profis in diesem Sommer sehr wahrscheinlich ist.

Die größten Transfer-Flops von Eintracht Frankfurt

Anderson Bamba Ordonez Eintracht Frankfurt sieht sich die Commerzbank Arena an 05 02 2017 Eintr
Platz 10: Anderson Ordonez wechselte im Januar 2017 für 1 Mio. Euro von Barcelona an den Main. Jedoch nicht vom katalanischen Weltklub, sondern vom ecuadorianischen Pendant aus Guayaquil. Nach einem Jahr mit Verletzungsproblemen und nur vier Einsätzen ging es wieder zurück nach Ecuador, wo er bis heute spielt. © imago
Training Eintracht Frankfurt Ali Akman (Eintracht Frankfurt, 30) auf dem Rad. Training von Eintracht Frankfurt am 28. Ju
Platz 9: Ali Akman kam 2019 mit vielen Vorschusslorbeeren und reichliche Drama von Buraspor zur Eintracht. Weil er einen Vorvertrag in Deutschland unterschrieb, ließ Buraspor sein Toptalent für die restliche Vertragslaufzeit nicht mehr auflaufen. Die SGE zahlte ein wenig drauf, Akman kam noch früher. Der Stürmer kann sich aber bis heute nicht durchsetzten. Bis Sommer 2023 ist er an Göztepe ausgeliehen. Bislang ist er noch ohne Torerfolg in der Türkei. Der Durchbruch in Frankfurt wird ihm wohl nicht mehr gelingen. © Kessler/imago
31.10.2020, xjhx, Fussball 1.Bundesliga, Eintracht Frankfurt - Werder Bremen emspor, v.l. Bas Dost (Eintracht Frankfurt
Platz 8: Bas Dost schloss sich für stolze 7 Mio. Euro der SGE von Sporting aus Lissabon an. Nach einem vielversprechenden Start mit drei Treffern in fünf Spielen folgten in seiner Premierensaison nur noch fünf weitere Tore. Nach anderthalb Jahren ging er für 4 Mio. Euro - ein satter Verlust von 3 Millionen. © Huebner/imago
Lucas Alario fotografiert beim Fußball Freundschaft Spiel Eintracht Frankfurt gegen den SV Sandhausen am 2.12..22. in Fr
Platz 7: Für einen ähnlich hohen Betrag (6 Mio. Euro) kam Lucas Alario im Sommer 2022 von Bayer Leverkusen zu Eintracht Frankfurt. Mit nur 200 Spielminuten und nur einem mageren Törchen ist der Argentinier ein großer Flop - eigentlich. Denn noch hat Alario die Chance, das Ruder herumzureißen und sich mit Toren am Fließband aus dieser Liste zu katapultieren. © Schmidt/imago
Nelson VALDEZ F verletzt mit Krücken Fussball 1 Bundesliga 3 Spieltag Eintracht Frankfurt F
Platz 6: Bundesliga-Veteran Nelson Valdez kam 2014 immerhin ablösefrei aus den Vereinigten Arabischen Emiraten an den Main. Doch der Paraguayer riss sich bereits in seiner dritten Partie das Kreuzband. Zum Ende der Spielzeit kam er für acht Einsätze nochmal zurück, eher er die SGE wieder verließ. Immerhin: Bei seinem Comeback gegen Paderborn traf der Angreifer und sorgte für große Emotionen. © imago
Tommy Berntsen 2001 im Trikot von Eintracht Frankfurt
Platz 5: Nur die wenigsten Eintracht-Fans werden sich noch an Tommy Berntsen erinnern. 2001 für die damals schwindelerregende Ablösesumme von rund 1,9 Mio. Euro aus dem norwegischen Lillestrom nach Frankfurt gewechselt, reichte es nur zu drei Kurzeinsätzen in zwei Monaten. Neun Monate lang wurde der Norweger nicht mehr eingesetzt, ehe es wieder in die Heimat ging. © imago
Ümit Korkmaz von Eintracht Frankfurt mit Trainer Armin Veh
Platz 4: Als Toptalent von Rapid Wien für 2,3 Mio. Euro unter Vertrag genommen, konnte Ümit Korkmaz die Erwartung bei der Eintracht nie erfüllen. Zahlreiche Verletzungen verhinderten, dass der Österreicher mal viele Spiele in Folge absolvieren konnte. Dennoch ist der mittlerweile 37-Jährige immer ein gern gesehener Gast in Frankfurt. © imago
11.12.2019, xmhx, Fussball UEFA Europa League, Eintracht Frankfurt - Training und PK emspor, v.l. Dejan Joveljic (Eintr
Platz 3: Mit ähnlich großen Erwartungen schloss sich Dejan Joveljic den Adlerträgern an. Satte 4 Mio. Euro zahlte der Klub 2019 für das hoffnungsvolle Talent an Roter Stern Belgrad. Doch der Serbe setzte sich nie durch. Nach zwei Leihgeschäfte folgte im Sommer 2021 der Schritt nach Los Angeles - ohne je einen Bundesliga-Treffer erzielt zu haben. Mit einer Ablösesumme von 3,5 Mio. Euro konnte zumindest der finanzielle Schaden in Grenzen gehalten werden. © Huebner/imago
15.05.2021, Fussball, Saison 2020/2021, 1. Bundesliga, 33.Spieltag, FC Schalke 04 - Eintracht Frankfurt, Steven Zuber (E
Platz 2: 3 Milo. Euro ließ sich die Eintracht Steven Zuber Kosten. In 23 Einsätzen konnte er sich nicht in die Herzen der SGE-Fans spielen und enttäuschte größtenteils. Sein Leihgeschäft und anschließender Transfer-Deal nach Athen spülten immerhin 2 Mio. Euro wieder zurück in die Kassen der Hessen. © Rehbein/imago
Sam Lammers 9 (Eintracht Frankfurt), Bayer Leverkusen vs. Eintracht Frankfurt, Fussball, 1. Bundesliga, 32. Spieltag, 0
Platz 1: Schon die Rahmenbedingungen des größten Eintracht-Flops aller Zeiten machten stutzig. 3,6 Mio. Euro zahlten die Frankfurter für das einjährige Leihgeschäft von Sam Lammers an Atalanta Bergamo. Der Niederländer wirkt in jeder seiner größtenteils kurzen Einsätze wie ein Fremdkörper im Spiel der SGE. Der völlig überteuerte Leih-Deal wurde zur großen Enttäuschung. Ein anschließender Kauf stand zu keinem Zeitpunkt zur Debatte, sodass der Angreifer nach einem Jahr wieder zurück nach Italien gehen musste. © Niemeyer/imago

Daichi Kamada zieht es wohl nach Portugal – Benfica in der „Pole Position“

Wie Bild berichtet, soll der Transfer in die portugiesische Hauptstadt also im zweiten Anlauf klappen. Das Blatt spricht sogar davon, dass sich Benfica in der „Pole Position“ im Rennen um den Spielmacher befindet. Benfica hat auch allen Grund zum Handeln, denn dem aktuellen Tabellenführer der portugiesischen Liga steht ein großer personeller Umbruch bevor.

So könnte Kamada seine Chance nutzen und sich dem diesjährigen Champions-League-Viertelfinalisten, der vom deutschen Coach Roger Schmidt trainiert wird, anschließen. Benfica wird sich über den technisch beschlagenen Japaner freuen, der wohl zum Nulltarif kommt. (ajr)

Rubriklistenbild: © Laci Perenyi/imago

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