Für Verteidiger Benjamin Pavard wäre das Kapitel FC Bayern beinahe im Winter vorbei gewesen, doch nur wenige Monate später sieht alles anders aus.
München – Eigentlich war Benjamin Pavard eines der Sorgenkinder beim FC Bayern, beinahe hätte er den Rekordmeister sogar schon im Winter verlassen. In den vergangenen Monaten machte der Defensivspieler jedoch eine Entwicklung, nicht nur sportlich, sondern auch persönlich. Nun steht sogar eine Vertragsverlängerung bevor. Sein Berater Joseph Mohan ist sich sicher, dass die wieder gewonnene Freude seines Klienten nur an veränderten sportlichen Begebenheiten liegt.
Benjamin Pavard
Geboren: 28. März 1996 in Maubeuge (Frankreich)
Position: Innenverteidiger, Rechter Verteidiger
Profi-Stationen: OSC Lille, VfB Stuttgart, FC Bayern
Länderspiele: 47 für Frankreich (2 Tore)
Benjamin Pavard steckte in der Krise – und wäre im Winter beinahe gewechselt
Noch im vergangenen Winter hätte Pavard die Segel streichen können. Für den 26-Jährigen lag eine Offerte von Inter Mailand vor, die Hasan Salihamidzic trotz aller Verlockungen ablehnte. „Das Angebot war finanziell attraktiv, aber der sportliche Aspekt steht immer an erster Stelle“, erklärte der Sportvorstand später seine Entscheidung gegenüber Sport Bild.
So vertrauten die Bayern also weiter auf Pavard, der sich in der ersten Saisonhälfte zwar als sportlich wichtig erwiesen hatte, jedoch neben dem Platz für Negativschlagzeilen sorgte. So soll der französische Nationalspieler etwa seinen Trainer Julian Nagelsmann beim Training ignoriert haben, zudem kokettierte er öffentlich mit einem Wechsel ins Ausland. Auch seine Alkoholfahrt im August vergangenen Jahres, wegen der er erst kürzlich vor Gericht erscheinen musste, sorgte für zusätzlichen Ärger.
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Benjamin Pavard: Berater des FC-Bayern-Profis sieht Nagelsmann-Entscheidung als Wendepunkt
Joseph Mohan, der Agent von Pavard, äußerte sich nun gegenüber der italienischen Plattform TUTTOmercatoWEB.com über die Situation des Franzosen. Dieser habe in den vergangenen Wochen selbst deutlich gemacht, dass er nicht „mitten in der Saison aufgeben“ wolle. Offenbar soll er sich also selbst gegen einen Winter-Wechsel nach Mailand ausgesprochen haben. Die Leistungssteigerung seines Klienten begründet Mohan jedoch vor allem mit einem Argument.
Cheftrainer Julian Nagelsmann, der eigentlich mit dem Ex-Stuttgarter als Rechtsverteidiger in die Saison gegangen war, nahm Ende Januar offenbar eine kleine Umstrukturierung der Defensive vor. Fortan setzte er Pavard verstärkt als Innenverteidiger ein, schon länger war bekannt, dass sich der Weltmeister auf der zentraleren Position wohler fühlt. „Seit Nagelsmann ihn vom Rechtsverteidiger in seine ursprüngliche Rolle, in die des Innenverteidigers, versetzt hat, hat sich viel verändert“, beobachtete auch Mohan.
Pavard-Berater kündigt Gespräche an: „Werden uns sehen und darüber sprechen“
Die Worte des Pavard-Beraters deuten auf eine Verlängerung des 2024 auslaufenden Vertrags des Profis hin. Angesprochen auf eine mögliche Ausdehnung des Arbeitsverhältnisses meint Mohan: „Im Fußball kann alles passieren, wie ich immer sage, man weiß nie. Aber jetzt, da Benjamin die Rolle spielt, die ihm am besten zukommt, ändern sich auch die Dinge für ihn“.
Auch über einen Termin mit den Münchnern spricht er bereits konkret. „Ich kann sagen, dass wir uns nach diesen beiden wichtigen Champions-League-Spielen mit den Bayern sehen und darüber sprechen werden“, kündigte Mohan an. „Aber die Beziehung zu Trainer Nagelsmann ist ausgezeichnet und Benjamin selbst hat es auch bestätigt.“
FC-Bayern-Sportvorstand Salihamidzic lobte „herausragenden“ Benjamin Pavard zuletzt
Pavard, der bei der 1:2-Niederlage in Leverkusen einen unglücklichen Nachmittag erlebte, einen Elfmeter verursacht hatte und gelb-rot-gefährdet vom Feld musste, könnte also durchaus längerfristig bei den Bayern unterschreiben. Am vorletzten Wochenende konnte man die Freude des Bayern-Stars beim 5:3-Sieg gegen den FC Augsburg deutlicher erkennen, im Derby gegen die bayerischen Schwaben traf er gleich doppelt und sicherte seiner Mannschaft drei Punkte.
Sportvorstand Hasan Salihamidzic notierte dies selbstverständlich und äußerte sich durchweg positiv über die Entwicklung Pavards. „Ich freue mich wirklich, dass er es in den letzten vier bis sechs Wochen so gut macht, er ist einer der herausragenden Spieler bei uns, kommt jeden Tag mit einem Lächeln zum Training, freut sich, arbeitet, ist gut drauf.“ Spieler, Berater und nicht zuletzt der Verein sind glücklich – alles deutet auf eine baldige Vertragsverlängerung hin. (ajr)