Real-Bestie Kimmich: Bayern-Star verrät, wie er die Königlichen besiegen will
VonPhilipp Kessler
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Manuel Bonke
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Am Dienstag trifft der FC Bayern in der Champions League auf Real Madrid. Joshua Kimmich hat gute Erfahrungen mit den Königlichen, wie er tz verriet.
München – La Bestia Negra. Die schwarze Bestie!
Das sind die Bayern eigentlich für Real Madrid. Und nach zuletzt zwei Pleiten in K.o.-Duellen (2017, 2018) in der Champions League wollen die Münchner die Königlichen im Halbfinale endlich wieder das Fürchten lehren.
„Es sind jetzt zwei komplett verschiedene Mannschaften, es werden andere Spiele“, betont Joshua Kimmich vor dem Hinspiel am Dienstag (21 Uhr, Amazon Prime Video) in München im Gespräch mit der tz. „Wahrscheinlich geht Real als Favorit ins Spiel, dadurch dass bei uns die Saison etwas unruhig war. Aber trotzdem sehe ich absolut Chancen für uns.“
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Was den Münchner Führungsspieler positiv stimmt: die Leistungen im Viertelfinale gegen Premier-League-Spitzenclub Arsenal. „Gerade das Hinspiel war defensiv sehr stabil“, findet Kimmich. „Das Rückspiel war sowohl defensiv als auch offensiv besser. Obwohl es kein Offensivspektakel war, hatten wir doch die ein oder andere gute Chance. Das gibt schon Selbstvertrauen.“
Nach einem 2:2 in London setzte sich der FC Bayern dank des Goldtreffers von Kimmich in der Allianz Arena durch. Der aktuell als Rechtsverteidiger gebrauchte Mittelfeldchef erzielte auch beim bis dato letzten Aufeinandertreffen in den Halbfinal-Spielen 2018 je ein Tor.
Ist er in der Viererkette gefährlicher als auf der Sechs? „In der Rolle vielleicht schon. Es war so, dass ich die letzten ein, zwei Jahren eine etwas defensivere Rolle im Mittelfeld eingenommen habe“, so der 29-Jährige. „Auf der Sechs habe ich eher von außerhalb des Strafraums getroffen, rechts hinten muss ich durchlaufen, um ein Tor zu machen. Das habe ich gegen Arsenal zum Glück gemacht, und auch gegen Real damals zweimal. Einmal war das nach einem Konter und einmal nach einer Flanke.“
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2018 reichte es nicht für den Final-Einzug (2:2, 1:2). Dieses Mal soll es besser werden – mit einer Überfall-Taktik. „Sowohl im Verein als auch bei der Nationalmannschaft sind wir zuletzt viel übers Umschalten gekommen. Vor allem unter Thomas Tuchel hatten wir gute Spiele dabei, in denen wir etwas tiefer verteidigt haben und wir in Schnellangriffe gekommen sind“, erklärt Kimmich. „Wir sind schon eher zielstrebig unterwegs und versuchen, den Angriff auch schnell abzuschließen.“
Gegen Real trifft Kimmich auch auf seinen Kumpel Toni Kroos. Wie die Passmaschine der Königlichen musste auch der Champions-League-Sieger von 2020 viel Kritik aushalten. „Wenn man es mal ganz objektiv betrachtet, kann man nichts auf Toni kommen lassen – weil der Erfolg ihm absolut Recht gibt. Wer in der erfolgreichsten Mannschaft der letzten Jahre so stattfindet wie Toni, ist über alle Zweifel erhaben“, stellt Kimmich klar.
Auf Toni Kroos kann man objektiv nichts kommen lassen – der Erfolg gibt ihm Recht
Joshua Kimmich lobt Toni Kroos: „Sein Fußball-Stil ist überhaupt nicht so, dass er viel quer spielt“
Statt Querpass-Toni gilt der DFB-Rückkehrer mittlerweile als Steilpass-Toni. Kimmich: „Gerade wenn ich ihn bei der Nationalmannschaft erlebe: Sein Fußball-Stil ist überhaupt nicht so, dass er viel quer spielt. Toni ist einer, der sogar sehr, sehr viel vertikal spielt und oft die Lösung nach vorne sucht.“
Neben Real ist die Trainersuche ein großes Thema. Ralf Rangnick ist der Favorit auf die Nachfolge von Thomas Tuchel ab Sommer. Den österreichischen Teamchef (Vertrag bis 2026) kennt Kimmich gut. Traut er dem Fußballprofessor zu, erfolgreich in München zu sein?
„Ich traue ihm alles zu, wenn man seine Vergangenheit sieht – und was er bei seinen Stationen schon alles bewirkt und erreicht hat“, sagt Kimmich, den Rangnick in seiner damaligen Funktion als Sportdirektor 2013 von Stuttgart zu RB Leipzig gelotst hatte. „Er war für mich extrem wichtig, weil er mich nach Leipzig in die dritte Liga geholt hat. Ich war damals mit einer Schambeinentzündung verletzt. Man könnte meinen, dass man für einen Spieler – der Geld gekostet hat und nur zwei Jahre da ist – sagt: ‚Jetzt haben wir was für dich hingelegt, jetzt musst du auch marschieren‘“, erinnert sich Kimmich. „Aber Ralf Rangnick hat mir die Zeit gegeben, fit zu werden - damit ich auf dem höchsten Level performen konnte. Das war für mich unfassbar wichtig. Ich weiß nicht, ob ich die Probleme sonst in den Griff bekommen hätte, wenn man mir nicht die Zeit gegeben hätte. So konnte ich mich in Ruhe entwickeln.“
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Rangnick gilt als Fachmann, aber auch als ein Trainer, der unangenehm sein kann. Laut Kimmich ist er aber einfühlsamer als sein Ruf: „Als ich zu Bayern gewechselt bin, hat Rangnick als Trainer in Leipzig übernommen und ich hatte danach noch viel Kontakt zur Mannschaft. Die meinten alle, dass er als Trainer auch menschlich top war – unabhängig von seinen taktischen Vorstellungen. Sie haben alle ausschließlich positiv über ihn gesprochen, so wie die Jungs jetzt, wenn sie vom ÖFB kommen.“
Geht es nach den Bayern-Bossen sollen Kimmich & Co. bald beim deutschen Rekordmeister um Titel wie die Champions League kämpfen.