VonAntonio José Rietherschließen
Denise Herrmann-Wick feierte am Wochenende einen nahezu perfekten sowie emotionalen Abschluss ihrer erfolgreichen Karriere als Biathletin.
Holmenkollen - Als Denise Herrmann-Wick am vergangenen Dienstag ihr Karriereende ankündigte, waren nicht viele überrascht. Bereits im Vorfeld gab es Spekulationen über ihren Rücktritt, am Sonntag bestritt die 34-Jährige ihr letztes Rennen. Auf ihrer Abschiedstour in Norwegen gewann sie am Samstag noch im Sprint ihren dritten Weltcupsieg in dieser Saison und landete beim Massenstart – ihrem Abschluss – auf Platz sechs. Herrmann-Wick kamen die Tränen, auch ihre mitgereiste Mutter wurde emotional.
| Denise Herrmann-Wick |
| Geboren: 20. Dezember 1988 in Bad Schlema |
| Beruf: Sportsoldatin |
| Erfolge: Olympiasiegerin, 2 x Olympia-Bronze, 2 x WM-Gold |
| Karriereende: 19. März 2023 |
Denise Herrmann-Wick beendet ihre Karriere: „Alles total überwältigend“
Es sind diese Momente, die den Wintersport und seine Protagonisten besonders machen. Familie und Freunde der Biathletin Denise Herrmann-Wick hatten sich für die letzten Auftritte der Sächsin auf den Weg nach Norwegen gemacht, um den Abschied der Olympiasiegerin von Peking aus dem Leistungssport zu feiern. Dass sich die zweifache Biathlon-Weltmeisterin mit einem weiteren sportlichen Highlight verabschiedet, war die Krönung des Ganzen.
Mit Platz sechs im Massenstart landete Herrmann-Wick auch in ihrem allerletzten Rennen in der Top Ten und reagierte dementsprechend gefühlsbetont. „Es ist richtig emotional, meine Stimme kratzt langsam ab. Es ist so schön, diese Reise zusammen gegangen zu sein und jetzt zu beenden“, meinte sie am ARD-Mikrofon. „Es ist alles gerade total überwältigend. Dass es jetzt vorbei sein soll, geht mir nicht in den Kopf. Das letzte Rennen hat mir nochmal alles abverlangt“, ergänzte die Frau aus Aue-Bad Schlema.
Biathletin Herrmann-Wick: Ihre Mutter wird nach dem letzten Karriererennen emotional
Bereits im Zielraum flossen die Tränen bei Herrmann-Wick, die sich vor Umarmungen ihrer Kolleginnen und langjährigen Gegnerinnen kaum retten konnte. Die Sportsoldatin streifte sich daraufhin einen Superman-Umhang mit einem aufgedruckten „D“ über und spritzte mit Sekt um sich. „Es ist einfach ein schöner Abschluss, jetzt nochmal alle dazuhaben. Ich bin ein bisschen sprachlos“, sagte die Biathlon-Rentnerin über ihren gelungenen Abschluss.
Ebenfalls mit dabei war ihre Mutter Jeanette, die mit ihrer Tochter mitfieberte und zu einem Jubellauf ansetzte, als diese beim Schießen überzeugte. „Dieses Jahr stand die Denise wirklich an erster Priorität. Wir haben alles mitgenommen, was ging und es ist ganz wichtig gewesen, dass wir hier sind. Wir sind auch stolz auf unsere Freunde, die alle mit da sind. Es ist einfach schön“, sagte sie sichtlich gerührt der ARD.
Denise Herrmann-Wick: Zum Abschluss erhielt sie die kleine Kristallkugel
Für Herrmann endete ein spektakuläres Wochenende, an dem sie auch in der Loge des norwegischen Königs Platz nehmen und sogar mit Harald V. plaudern durfte, also hochemotional. Nun es Zeit für die „die Abenteuer, die das Leben jetzt für mich bereithält“, wie sie bereits bei der Bekanntgabe ihres Karriereendes in der vergangenen Woche ankündigte.
„Ich freue mich schon, auf das, was kommt und lasse mich natürlich auch ein Stück weit überraschen. Ich lasse es erst einmal sacken, was alles passiert ist“, ließ die grinsende Herrmann-Wick ihre Fans wissen. Mit der kleinen Kristallkugel für die Disziplinwertung belohnte sie sich zum Abschied auch mit einer individuellen Auszeichnung. Schon 2019/20 hatte sie die Trophäe gewonnen. Wie lange es dauert, bis eine deutsche Biathletin ähnliche Erfolge feiert, bleibt abzuwarten. (ajr)
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