Biathlon-Olympiasieger trauert um toten Teamkollegen (27)
VonChristoph Klaucke
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Der Biathlet Sivert Guttorm Bakken stirbt mit nur 27 Jahren. Sein Teamkollege Vetle Sjåstad Christiansen zeigt sich tief bewegt.
Oslo – Mit bewegenden Worten nimmt Vetle Sjåstad Christiansen Abschied von seinem verstorbenen Teamkollegen Sivert Guttorm Bakken. Der norwegische Olympiasieger zeigt sich auf Instagram tief erschüttert über den plötzlichen Tod des 27-jährigen Biathleten. Christiansens emotionale Botschaft verdeutlicht, welch großen Verlust die norwegische Biathlon-Familie erlitten hat.
„Du warst wieder da!! Auf der Spitze der Palette, auf der Spitze der höchsten Berge Norwegens und auf der Spitze des Lebens“, schreibt der 33-jährige Christiansen in seinem Instagram-Post. Die Worte des Olympiasiegers von Peking spiegeln sowohl Bewunderung als auch tiefe Trauer wider. Bakken war nach schwerer Krankheit erst kürzlich ins Weltcup-Geschehen zurückgekehrt.
Christiansen, der 2022 Gold in der Staffel gewann, hebt in seinem Abschiedsgruß besonders Bakkens Durchhaltevermögen hervor. „Je mehr du trainiert hast, desto breiter hast du den Blick geworfen“, fügt der erfahrene Biathlet hinzu. Diese Zeilen zeigen, wie sehr Christiansen, der das norwegische Team vor kurzem noch scharf kritisierte, das beeindruckende Comeback seines jüngeren Teamkollegen respektierte.
Bakken wurde tot in seinem Hotelzimmer im italienischen Lavazè aufgefunden. Die Todesursache ist noch ungeklärt. Der norwegische Biathlon-Verband bestätigte den tragischen Verlust durch Emilie Nordskar, kommissarische Generalsekretärin: „Unsere Gedanken sind in erster Linie bei Siverts Familie und allen, die ihm nahestanden, sowohl in Norwegen als auch im Ausland. Wir kooperieren mit den italienischen Behörden vor Ort“.
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Die Anteilnahme in der internationalen Biathlon-Szene ist überwältigend. IBU-Präsident Olle Dahlin würdigte Bakkens Rückkehr als „eine Quelle großer Freude und ein inspirierender Beweis für seine Widerstandsfähigkeit und Entschlossenheit“. Nach einer Herzmuskelentzündung 2022 hatte Bakken 984 Tage pausieren müssen. Erst in der laufenden Saison kehrte der Norweger über den IBU-Cup zurück in den Weltcup.
Seine Form stimmte: In Östersund belegte er vor zwei Wochen den vierten Platz über 20 Kilometer. Zuletzt war er am vergangenen Freitag beim letzten Sprintrennen des Jahres im französischen Le Grand-Bornand Fünfter geworden, fehlerfrei nur 8,6 Sekunden hinter seinem Teamkollegen Christiansen. Bakkens größter Triumph datiert aus dem Jahr 2022, als er die kleine Kristallkugel im Massenstart gewann und am Holmenkollen in Oslo seinen ersten Weltcup-Sieg feierte. Doch kurz darauf diagnostizierten Ärzte bei ihm eine Myokarditis, die ihn zu einer langen Wettkampfpause zwang.
Sein Comeback galt als eine der bewegendsten Geschichten der aktuellen Biathlon-Saison. Christiansens emotionale Reaktion unterstreicht, dass Bakken weit mehr war als nur ein Teamkollege. Die norwegische Biathlon-Familie trauert um einen Athleten, der nie aufgab. Der plötzliche Verlust des 27-Jährigen hinterlässt eine schmerzliche Lücke im erfolgreichsten Biathlon-Team der Welt. Seit kurzem ist auch eine Wintersport-Heldin (51) tot – sie war mit einem deutschen Biathlon-Olympiasieger verheiratet. (ck)