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Biathlon-Star Dorothea Wierer spricht offen über ihre Gedanken zur letzten Saison und den anstehenden Olympischen Spielen.
München – Für Dorothea Wierer beginnt eine ganz besondere Saison. Die italienische Biathlon-Ikone startet in ihre letzte aktive Saison und blickt mit gemischten Gefühlen auf das bevorstehende Karriereende. „Es ist ein seltsames Gefühl, das ich so natürlich noch nie erlebt habe“, gibt die 35-Jährige im Interview mit sportnews.bz offen zu. „Das Wissen, dass meine Sportkarriere am Ende dieser Saison zu Ende geht, macht mich einerseits neugierig – andererseits wirft es viele Fragen auf, auf die ich heute noch keine Antwort habe.“
Wierer hat in ihrer Vorbereitung wenig verändert, um den Anforderungen eines Olympiajahres gerecht zu werden. „Natürlich bedeutet ein Olympiajahr immer ein höheres Maß an Konzentration und Einsatz“, erklärt sie. Doch hat sie die Gelegenheit genutzt, das Training individueller auf ihre Bedürfnisse abzustimmen, ohne Rücksicht auf zukünftige Saisons.
Emotionale letzte Saison für Biathlon-Star
Aktuell arbeitet sie in Norwegen an ihrem Feinschliff und betont die Wichtigkeit, Körper und Geist vor dem Saisonstart in Östersund noch einmal zu entspannen. Wierer hat sich keine konkreten Ziele für ihre Abschiedssaison gesetzt. „Ich möchte ehrlich gesagt nicht zu viel darüber nachdenken, auch wenn ein Sieg natürlich ein schönes Ziel wäre“, so Wierer.
Besonders bei den Olympischen Spielen möchte sie in bestmöglicher Form sein. Obwohl sie bei den Spielen noch ohne Gold-Medaille ist, betont sie: „Eine Medaille ist kein Muss, aber ja, Gold wäre natürlich der schönste Abschluss meiner Karriere.“ Die Unterstützung ihrer Fans spielt für Wierer eine entscheidende Rolle.
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„Natürlich spüre ich den Druck, aber gleichzeitig bekomme ich sehr viel Energie und Unterstützung von den Fans. Das gibt mir Kraft“, sagt sie. Diese Energie möchte sie nutzen, um die Balance zwischen öffentlichem Interesse und ihrem Privatleben zu bewahren. „Ich habe immer versucht, mein Privatleben unabhängig vom Sport zu führen – und das wird auch so bleiben. Ich möchte beide Bereiche weiterhin in einer guten Balance halten.“
Wenn Wierer an ihren letzten Zieleinlauf denkt, ist ihr wichtig, in Frieden mit ihrer Karriere abzuschließen. „Am schönsten wäre natürlich, das beste Rennen meiner Karriere zu laufen – vielleicht ja sogar mit einem unerwarteten Resultat“, träumt sie. Egal, wie die Saison endet, es wird ein emotionaler Abschied für eine der erfolgreichsten Biathletinnen aller Zeiten. (smr)
Rubriklistenbild: © dorothea_wierer/Instagram

