VonChristoph Wutzschließen
Julia Simon gilt auch im kommenden Biathlon-Weltcup als eine der Favoritinnen. Allerdings setzen ihr derzeit mentale Schwierigkeiten sehr zu.
La Féclaz – In der vergangenen Saison dominierte Julia Simon den Biathlon-Weltcup fast nach Belieben. Am Ende holte sich die Französin souverän die begehrte Kristallkugel und entschied den Gesamtweltcup für sich. Doch nicht nur das: Die 26-Jährige heimste im Februar auch die Goldmedaille in der Verfolgung bei der WM in Oberhof ein. Allerdings sorgte Simon zuletzt für Diskussionen, als sie ohne die Angabe näherer Gründe in Frankreichs Biathlon-Trainingslager fehlte. Jetzt ist klar, warum.
| Julia Simon | |
|---|---|
| Geboren: | 9. Oktober 1996 (Alter: 26 Jahre), Albertville, Frankreich |
| Disziplin: | Biathlon |
| Weltcup-Debüt: | 2017 in Ruhpolding |
| Bisherige Erfolge: | u. a. WM-Gold in Oberhof 2023 in der Verfolgung, Olympia-Silber in Peking 2022 in der Mixed-Staffel, Gesamtweltcup-Sieg 2022/23 |
Biathlon-Star Simon kämpft mit „erheblicher mentaler Erschöpfung“ – und fehlt weiterhin im Training
Simon ist der große Star im Kader der französischen Skijägerinnen. Allerdings ist sie noch nicht in das Training der Nationalmannschaft eingestiegen. Bislang hatte es geheißen, sie sei aus „persönlichen Gründen“ verhindert.
Jetzt konkretisierte Frankreichs Coach Cyril Burdet gegenüber dem Nordic Magazine die Umstände rund um Simons Abstinenz. Demnach habe die 26-Jährige zurzeit mit einer „erheblichen mentalen Erschöpfung“ zu kämpfen und befinde sich deswegen momentan nicht im Kreise der Auswahl.
Sie muss Gesamtweltcup-Sieg „verdauen“: Zeitpunkt der Rückkehr von Biathlon-Hoffnung Simon ungewiss
Bereits unmittelbar nach Saisonende hatte Burdet seiner Biathletin eine „längere Erholungszeit“ versprochen. Allerdings hatte wohl auch er nicht mit einer derart langen Pause gerechnet, sodass die 26-Jährige sowohl im Trainingslager in La Féclaz als auch in jenem in Correncon-en-Vercors fehlen würde.
Simon macht dabei offenbar auch ihr jüngster Erfolg im Gesamtweltcup zu schaffen. So müsse sie ihre starke Saison „verdauen“, sagte der französische Coach. Erst dann sei eine Wiedereingliederung der Weltmeisterin möglich. Derzeit sei aber nicht absehbar, wann dieser Zeitpunkt komme, Burdet konnte „kein festes Datum für ihre Rückkehr in die Gruppe“ nennen.
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Frankreichs Biathlon-Coach handelt „von Tag zu Tag“: Simons Kader-Rückkehr ungewiss
Während Justine Braisaz-Bouchet aktuell noch fehlt, weil sie zu Jahresbeginn Mutter wurde, ist Simons Rückkehr in den Kader also ungewiss. Frankreichs Biathlon-Trainer Burdet sieht darin jedoch keinen Grund zur Beunruhigung: „Mit Julia sind wir auf einer Wellenlänge und lassen uns Zeit. Wir verfolgen die Strategie, dass wir von Tag zu Tag handeln“, besänftigte er die Fans der 26-Jährigen. Zudem bereitet sich Simon zurzeit individuell in Beaufortain im Südosten Frankreichs auf die neue Saison vor.
Ob die Verfolgungs-Weltmeisterin im kommenden Jahr im Biathlon-Weltcup zu sehen ist, ist wegen ihrer mentalen Müdigkeit noch unklar. Ihre Ski-Kollegin Frida Karlsson hingegen ist in der nächsten Saison sicher am Start – doch auch die schwedische Langläuferin hatte erhebliche Zweifel, erneut im Weltcup anzutreten. (wuc)
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