VonMarius Eppschließen
Familienleben statt Profisport: Die deutsche Ex-Biathletin Franziska Hildebrand bereut ihre Entscheidung nicht. Bei der anstehenden WM lässt sie anderen den Vortritt.
Oberhof - Ex-Biathletin Franziska Hildebrand fühlt sich in ihrer neuen Rolle als Mutter wohl. „Manchmal“ komme bei der 35-Jährigen zwar Wehmut auf, dass sie bei der am Mittwoch beginnenden Heim-WM im thüringischen Oberhof nicht dabei sein kann: „Doch dann gucke ich in das Gesicht der Kleinen und sage mir: ‚Nö, alles richtig gemacht!‘“ Das sagte die ehemalige Staffel-Weltmeisterin der Mitteldeutschen Zeitung (Dienstag).
Biathlon-WM: Hildebrand bereut Karriereende nicht - „Alles hat sich gut eingespielt“
Hildebrand aus Sachsen-Anhalt hatte noch an der Saison-Vorbereitung der Biathleten im vergangenen Sommer teilgenommen und wollte sich für die Weltmeisterschaft qualifizieren. Ihre Schwangerschaft verhinderte dies und sie entschied sich im Herbst für ihr Karriereende im Wintersport. „Alles hat sich gut eingespielt“, sagte Hildebrand nun zu ihrem neuen Alltag in der Wahlheimat Ruhpolding. Ihre Tochter hatte sie im Januar in Traunstein zur Welt gebracht.
Auf eine Reise nach Oberhof verzichtet Hildebrand. „Wir drücken ihnen lieber vor dem Fernseher die Daumen“, sagte die viermalige WM-Medaillengewinnerin, die vor allem Denise Herrmann-Wick im deutschen Team in Thüringen viel zutraut. „Doch ich glaube, dass auch die anderen uns mit tollen Platzierungen überraschen werden. So eine Heim-WM gibt noch einmal einen Extra-Kick.“
Biathlon-WM: Deutsche Hoffnungen ruhen auf Herrmann-Wick
Auf den Extra-Kick können die deutschen Biathlon-Stars wirklich hoffen: Für die Wettkämpfe in Oberhof wurden bereits rund 150.000 Tickets verkauft. Die WM ist der wichtigste Termin im Biathlon-Kalender. Als größte Medaillenhoffnung gilt Olympiasiegerin Denise Herrmann-Wick, bei den Männern hat am ehesten Benedikt Doll Chancen auf eine Podestplatzierung.
Bei den Männern gibt es eigentlich nur einen Favoriten: Johannes Thingnes Boe kann sich nur selbst am Schießstand schlagen, läuferisch ist er in einer eigenen Liga. Am Mittwoch, dem 8. Februar fällt der Startschuss für die WM, das erste Rennen ist die Mixed-Staffel über 4x6 Kilometer. Am Freitag geht es dann mit dem Sprint der Frauen weiter.
Vanessa Hinz tat es vor wenigen Tagen ihrer Kollegin Hildebrand gleich: Sie beendete ihre aktive Karriere mit sofortiger Wirkung. (epp/dpa)
