VonAndreas Knoblochschließen
Die Biathlon-Staffel der Frauen holte Silber, doch die Siegerehrung fiel aus. Die Not machte Hermann-Wick und das Team erfinderisch.
Oberhof - Für Wintersport-Fans war der Samstag, der 18. Februar, ein turbulenter. Mit zwei Biathlon-Staffeln bei der WM und dem gleichzeitigen WM-Slalom der Frauen im Ski Alpin waren allerhand Medaillenchancen geboten. Spät am Nachmittag, nachdem Lena Dürr schon Bronze eingesackt hatte, fuhr Denise Hermann-Wick als Schlussläuferin der Staffel als Zweite über die Ziellinie - Silber.
Biathlon-Silber der Damen-Staffel: Siegerehrung fällt aus - für den DSV kein Problem
Ausgelassen war die Freude von Hermann-Wick, Vanessa Voigt, Hanna Kebinger und Sophia Schneider beim gemeinsamen Erfolg. Hieß also: Siegerehrung und dann Party? Falsch gedacht, denn die offizielle Medaillenübergabe fiel aus. Die lokalen Behörden gaben die Bühne wegen der Wetterlage aus Sicherheitsgründen nicht frei, wie das Organisationskomitee mitteilte.
Die Zeremonien für die Frauen- und Männer-Staffeln werden nun am Sonntag im Rahmen der abschließenden Massenstarts in der Arena am Rennsteig nachgeholt. Sie ist mit 23.500 Fans ausverkauft - so sind am Ende tausende von Zuschauern mehr dabei als im Kurpark. Bei den Frauen hatte Italien gewonnen, bei den Männern Frankreich.
Lange war am Samstag wegen einer Sturmwarnung mit angekündigten starken Böen und Windgeschwindigkeiten von bis zu 85 Kilometern pro Stunde unklar, ob die beiden Rennen überhaupt stattfinden. Erst am Morgen wurde entschieden, zu starten. Doch die Damen trotzten nicht nur dem Wind auf der Loipe, sondern auch der fehlenden Siegerehrung. Das Team bastelte Plastik-Medaillen und beschriftete diese mit Edding.
Biathlon-Damen tanzen zu „Zug hat keine Bremse“ - ausgelassene Party nach Silbererfolg
Auf einem sporadischen Podest wurden den vier Frauen die Unikate um den Hals gehängt, nachdem sie aufgerufen wurden. Auf dem Video vom DSV-Biathlon-Kanal auf Instagram erkennt man einige bekannte Gesichter. Die männlichen Biathleten, die lediglich Fünfter wurden, klatschen und bejubelten ihre Silber-Mädels.
Im Anschluss wurde noch das interne Feierlied: „Der Zug hat keine Bremse“ - ein bekannter Malle-Hit von Lorenz Büffel - angestimmt. Auch nach Hermann-Wicks Einzelerfolgen ertönte der Song schon. Sogar eigene T-Shirts gab es für die Feierbiester, bei denen die Fans fragten, wo sie solche herbekommen würden. Alles erinnerte an eine sympathische Kabinenparty. Natürlich mit Blick auf den Massenstart am Folgetag - vielleicht gibt es dann die nächste Party, denn der Zug hat ja bekanntlich keine Bremse.
Während der WM in Oberhof zeigte die Tschechin Marketa Davidova, was es zu essen gab und erlaubte sich einen Deutschland-Scherz. (ank mit Material von der dpa)
