Matthäus fordert „knallharte Konsequenzen“ bei den Bayern: Direkter Angriff auf Salihamidzic?
VonJannek Ringen
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Lothar Matthäus ist nach der Bayern-Niederlage gegen RB Leipzig entsetzt. Der ehemalige Bayern-Profi fordert eine Aufarbeitung.
München – Die 1:3-Niederlage in der heimischen Allianz-Arena gegen RB Leipzig hat den FC Bayern München die Tabellenführung am vorletzten Spieltag gekostet. TV-Experte Lothar Matthäus teilte jetzt gegen die Clubführung seines Ex-Vereins aus. Gegenstand der Kritik war vor allem die Kaderplanung.
Lothar Matthäus
Geboren:
21. März 1961 (Alter 62 Jahre), Erlangen
Vereine:
u. a. Borussia Mönchengladbach, FC Bayern München, Inter Mailand
Länderspiele (Tore):
150 (23)
Matthäus fordert knallharte Analyse
Im Interview mit der BILD teilte Matthäus gegen die sportliche Führung des FC Bayern aus. „Ob doch noch vielleicht Meisterschaft oder nicht: So kann es nicht weitergehen beim FC Bayern! Es muss jetzt eine knallharte Analyse geben und eine schonungslose Aufarbeitung mit Konsequenzen, auf und neben dem Platz. Ohne Rücksicht auf Namen oder Positionen“, sagte der TV-Experte dem Blatt.
Mit dem Auftreten des Rekordmeisters in den letzten Wochen und Monaten zeigte sich der 62-Jährige alles andere als zufrieden. „Das, was wir seit einiger Zeit sehen, ist nicht mehr Bayern-like“, polterte Matthäus. Die elfte Meisterschaft in Folge wackele vor allem, da es Fehler in der Zusammenstellung des Kaders gegeben hätte.
Vor der Saison kamen mit Matthijs de Ligt, Sadio Mané, Mathys Tel, Ryan Gravenberch und Noussair Mazraoui fünf neue Spieler für knapp 140 Millionen Euro. Wirklich überzeugt hatte seit der Ankunft in München nur der Niederländer de Ligt. Die restlichen Spieler laufen ihren Erwartungen hinterher. Auch die Winter-Neuzugänge Yann Sommer, João Cancelo und Daley Blind konnten nicht wirklich überzeugen.
„Es wurden insgesamt viel zu viele Fehler gemacht, in der Klubführung und sportlich. Nicht erst in dieser Saison, das fing schon in der vorigen Saison an. Zum Beispiel die Kaderzusammenstellung: Es wurden Namen verpflichtet, aber die Frage ist, sind das auch wirklich Bayern-Spieler, Mia-San-Mia-Spieler? Ich habe in der zweiten Halbzeit gegen Leipzig kein Mia-San-Mia mehr gesehen“, analysierte der Rekordnationalspieler.
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Weitere Mängel sah Matthäus neben der Zusammenstellung des Kaders im Verlust der Vereinsidentität. Das Sieger-Gen, welches den Rekordmeister im letzten Jahrzehnt ausgezeichnet hat, sei nicht mehr vorhanden. Zudem fehle es ihm an Identifikation mit dem Club.
„Das ist das, was viele andere Bayern-Insider und auch ich seit Wochen sagen: Das Mia-san-Mia, diesen fast einzigartigen Zusammenhalt, diese Identifikation mit dem Klub, gibt es nicht mehr. Das sieht man auch an der Mannschaft, wie sie spielt“, bemängelte er. (jari)