Nach Rückschlag gegen Bremen

Bayern-Boss erhöht Druck auf Tuchel und wirft FCB-Stars fehlende Einstellung vor

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Nach der Niederlage gegen Werder Bremen kritisiert Vorstandschef Jan-Christian Dreesen ungewöhnlich deutlich Trainer und Mannschaft des FC Bayern München.

München – Die letzte Bundesliga-Niederlage des FC Bayern in der heimischen Allianz Arena liegt schon länger zurück. Am 20. Mai 2023 setzte es in Fröttmaning ein 1:3 (1:0) gegen RB Leipzig, was die Münchner beinahe die Meisterschaft gekostet hätte.

FC Bayern: Boss Dreesen nimmt Trainer Tuchel und die Spieler in die Pflicht

Nach dem 0:1 (0:0) gegen Werder Bremen an diesem Sonntag (21. Januar) haben die Bayern (41 Punkte) vorerst sieben Zähler Rückstand auf Tabellenführer Bayer Leverkusen (48 Punkte). Die „Schale“ ist also auch in dieser Saison in Gefahr. Nach der unerwarteten Pleite gegen die Norddeutschen, die vor dem Spiel noch auf Platz 14 standen, kritisierte Vorstandschef Jan-Christian Dreesen Trainer und Spieler des deutschen Rekordmeisters ungewohnt deutlich.

„Wir haben die ersten 70 Minuten einfach langweiligen Fußball gespielt“, meinte Dreesen in der Mixed Zone des Stadions: „An der Qualität der Mannschaft kann es nicht liegen. Zumal erst dann nicht, wenn wir vom Champions-League-Finale träumen und sprechen. Insofern wechselt sich da die Einstellung wie das Wetter. Aber an der Qualität der Mannschaft liegt es sicher nicht. Du musst halt arbeiten und beißen und dich anstrengen. Und dann musst du dich neu aufrappeln. Und darauf kommt es jetzt an.“

Trainer des FC Bayern: Thomas Tuchel.

Es gehe jetzt darum, „zu schauen, was haben wir heute nicht gut gemacht. Da gäbe es eine Menge Gesprächspotenzial“, sagte der 56-jährige CEO weiter: „Dann sehen wir zu, dass wir nächste Woche das Nachholspiel gegen Union Berlin gewinnen.“ Die Partie gegen den Hauptstadtklub ist für diesen Mittwochabend (20.30 Uhr, hier im Live-Ticker) angesetzt. Dann wird sich zeigen, inwiefern die Bayern den Rückstand auf die „Werkself“ verkürzen können.

FC Bayern: CEO Dreesen wird nach Bremen-Niederlage deutlich

Insgesamt habe Bremen „verdient gewonnen und wir haben ein schlechtes Spiel gemacht“, referierte der Vorstandsvorsitzende der Profi-Gesellschaft. Joshua Kimmich, Leroy Sané, Harry Kane - selbst Leistungsträger blieben gegen die Hanseaten teils weit hinter ihren Möglichkeiten zurück, weswegen Thomas Müller die gesamte Bayern-Mannschaft für eine „träge“ Leistung rüffelte.

An der Qualität der Mannschaft kann es nicht liegen. Zumal erst dann nicht, wenn wir vom Champions-League-Finale träumen und sprechen.

Jan-Christian Dreesen, Vorstandsboss des FC Bayern

Mit Blick auf das Meisterduell meinte indes Dreesen: „Wir haben es nicht mehr in der eigenen Hand. Auf der anderen Seite ist die Saison noch lang. Wie immer in solch einer Saison gibt es Aufs und Abs. Leverkusen wird sicher noch das eine oder andere Spiel haben, mit einer Schwäche, die sie zeigen. Die letzten beiden Spiele von Leverkusen waren ja auch nicht so souverän, wie es vorher der Fall war. Von daher ist noch nichts verloren.“

Druck in München: FC Bayern verliert erstmals seit 2008 gegen Werder Bremen

Werder hatte zum ersten Mal seit September 2008 gegen die Bayern gewonnen. „Die Performance von Bremen bei uns war in den letzten Jahren überschaubar. Wir haben sie stark gemacht. Bremen hat gespürt, dass hier heute was geht gegen uns. Wir haben nicht die Einstellung gezeigt, die man zeigen muss. Egal, gegen welchen Gegner“, sagte Dreesen in der Mixed Zone: „Das haben sie gespürt und einfach besser gespielt. Und wir haben nicht die Reaktion gebracht, uns dagegen zu wehren.“ (pm)

Rubriklistenbild: © IMAGO / Sven Simon

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