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Korbinian Kothnyschließen
Der FC Bayern erlebt ein Debakel bei Eintracht Frankfurt. Bei der ersten Bundesligapleite der Saison kommen die Münchener so richtig unter die Räder. Die tz-Noten.
München – Was war das für ein Spiel …
Der FC Bayern muss bei Eintracht Frankfurt seine erste Niederlage in dieser Bundesliga-Saison hinnehmen. Und was für eine! Mit 1:5 geht die Mannschaft von Thomas Tuchel am Main baden …
Gerade die bayerische Defensive erwischte beim Wiedersehen mit SGE-Trainer Dino Toppmöller einen rabenschwarzen Tag. Omar Marmoush, Junior Dina Ebimbe und Hugo Larsson brachten die Gastgeber bereits nach 36 Minuten mit 3:0 in Führung. Joshua Kimmichs Anschlusstreffer kurz vor der Halbzeit erwies sich spätestens nach dem Patzer von Dayot Upamecano kurz nach der Pause und dem folgenden 4:1 nur als Strohfeuer. Die tz-Noten der Bayern-Stars:
Manuel Neuer
Lief in knallpink auf, immer wieder ein Hingucker. Auf den Bildern des Abends aber sieht man Neuer hinter sich greifen. Beim ersten Gegentreffer war er machtlos – beim zweiten eher nicht. Der dritte, der vierte und der fünfte waren von ihm nicht zu verhindern. Tropfnass stand Neuer da – und mächtig sauer. Note: 5
Noussair Mazraoui
Wurde gleich zu Beginn rüde abgeräumt – dann nahm das Unheil seinen Lauf. Als der Ball zum ersten Mal im Netz zappelte (12.), trug er die größte Mitschuld. Als der Marokkaner eine Flanke von rechts klären wollte, schob er den Ball unglücklich vor die Füße von Chaibi. Der erste Ball knallte an die Unterkante der Latte, dann aber zu Marmoush, der eiskalt einnetzte. Auch bei den übrigen Gegentreffern zu weit weg oder zu langsam. Note: 6
Dayot Upamecano
Trat immer wieder in Erscheinung, aber nicht positiv. Die Abwehr wackelte – und Upamecano war mittendrin. Beim ersten Gegentor viel zu weit weg, beim zweiten ausgetanzt, beim dritten stolperte er rum, das vierte ging nach einem leichtfertigen Ballverlust gleich ganz auf seine Kappe. Ein Tag zum Vergessen. Note: 6
Minjae Kim
Startete auch im Winterschlaf in die Partie. Während beim ersten Gegentor die gesamte Abwehr schlief – also auch er –, holte er sich auch noch die erste Gelbe Karte der Partie ab, weil er gegen Ansgar Knauff zu spät kam. Schlimmer wurde es nur noch, als sich Kim vor dem Frankfurter 2:0 von Marmoush abkochen ließ. Stark Gelb-Rot gefährdet war der Südkoreaner gehemmt und schwamm wie seine Nebenmänner enorm. Note: 6
Alphonso Davies
Leistete sich nach 40 Sekunden den ersten Ballverlust, war in der ersten Halbzeit ein echter Unsicherheitsfaktor. Diverse Flanken kamen über seine Seite, so auch vor dem 1:0. Vor dem zweiten Treffer ließ er sich austanzen. Note: 6
Joshua Kimmich
War bemüht, wirkte aber genauso überrascht von Eintrachts Offensiv-Power wie der Rest der Defensiv-Reihe. Lief viel hinterher, fand wenig Lösungen dazu kam der fatale Fehlpass vor dem 0:3. Immerhin sehenswert: der Anschlusstreffer vor der Pause. Die Wucht hinter dem Schuss zeigte, wie es in Kimmich aussehen musste. Ganz schwacher Auftritt. Note: 5
Leon Goretzka
Spielte mit deutlich dezenterem Verband als noch vor zwei Wochen, kam aber nicht ins Spiel. Wusste sich immer wieder nur mit kleinen Fouls zu helfen, ließ Marmoush beim ersten Gegentreffer ziemlich alleine stehen. Leitete dann immerhin den ersten gefährlichen Bayern-Angriff aus dem Spiel ein, indem er Kane bediente. Hätte der Stürmer nur getroffen… denn danach begann die Schmach. Note: 5
Kingsley Coman
Gab den ersten Münchner Schuss ab (19.) – und erntete ein „Sch… FC Bayern“ von den Fans. Als es noch um den Ausgleich zum 1:1 ging, kam vom Franzosen viel Initiative, aber kein Ertrag. Später suchte er vermehrt das Zusammenspiel mit Harry Kane, ein Erfolgserlebnis aber blieb aus. Note: 5
Leroy Sané
Über die linke Seite ging lange wenig bis gar nichts. Als Sané dann mal rechts auftauchte, spielte er immerhin jenen Pass, den Kimmich für den Schuss zum Anschlusstreffer nutzte. Viel mehr kam nicht. Note: 5
Eric Maxim Choupo-Moting
Wurde von Trainer Thomas Tuchel vor Anpfiff in den höchsten Tonen gelobt – weil er den Vorzug vor Thomas Müller bekommen hatte. 45 Minuten sah man so gut wie nichts, danach hatte der Kameruner zumindest einige Aktionen. Eine hätte zum 3:2 führen können, die nächste zum 4:2 – im Netz aber landete der Ball nicht. Note: 5
Harry Kane
Erntete das erste richtige Pfeifkonzert der Eintracht-Fans, als er einen verlorenen Ball wieder zurückgewann – und zwar am eigenen Strafraum. Vergab die beste Chance zum Ausgleich: Als es über Coman und Goretzka endlich mal schnell ging, schloss er aus 13 Metern ab. Normalerweise macht der 30-Jährige den. Aber was war an diesem Regen-Nachmittag von Frankfurt schon normal? Note: 5
Konrad Laimer (ab 46.)
Ersetzte den glücklosen Mazraoui, hatte aber nicht mehr Glück. Vor dem 5:1 hob er hauchdünn das Abseits auf. Alles, was danach kam, war für die Katz. Note: 5
Raphaël Guerreiro (ab 46.)
Sollte mehr Sicherheit bringen, wurde aber gleich mal stehengelassen. Seine Bemühungen nach vorne verpufften. Note: 5
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