VonAntonio José Rietherschließen
In der Frauen-Bundesliga sorgte der 1. FC Köln am Wochenende für einen Zuschauerrekord. Mit großem Abstand wurde die vorherige Bestmarke überboten.
Köln - In den vergangenen Jahren nahm der Frauenfußball in vielen Ländern Europas eine rasante Entwicklung. Nicht nur aus sportlicher Sicht, sondern auch mit Blick auf die Reichweite. Dies hatte zur Folge, dass regelmäßig neue Rekordzuschauerzahlen zustande kamen. Im internationalen Vergleich hinkte die deutsche Frauen-Bundesliga immer etwas hinterher, am vergangenen Wochenende setzte der 1. FC Köln jedoch ein echtes Ausrufezeichen und stellte einen neuen Zuschauerrekord auf.
| Frauen-Bundesliga | |
|---|---|
| Mannschaften: | 12 |
| Rekordsieger: | Bundesliga: 1. FFC Frankfurt; VfL Wolfsburg (7 Titel) Gesamt: SSG Bergisch Gladbach (9 Titel) |
| Aktueller Meister: | VfL Wolfsburg |
| Erstaustragung: | 2. September 1990 |
Frauenfußball: Rekordzuschauerzahlen in ganz Europa – Barcelona hält Weltrekord
2019 setzte Juventus Turin beim Spitzenspiel gegen die AC Florenz mit 39.000 Zuschauer:innen die Bestmarke im italienischen Frauenfußball, in der englischen Profiliga WSL liegt der Topwert eines Ligaspiels seit dem Derby zwischen Arsenal und Tottenham im vergangenen Jahr sogar bei 47.367 Fans.
Ebenfalls im vergangenen Jahr schraubte der FC Barcelona die Rekordzahl für ein Frauenfußballspiel auf satte 91.553 Zuschauer:innen hoch, so viele Fans wollten im März 2022 das Women‘s-Champions-League-Viertelfinale gegen den Erzrivalen Real Madrid sehen. Wenige Wochen später erhöhte Barça die Zahl sogar noch, als im Halbfinale gegen Wolfsburg 91.648 Zuschauer den Finaleinzug der Blaugrana-Frauen bestaunten.
Deutschland im Kommen: Immer mehr Spiele mit über 20.000 Zuschauer:innen
In dieser Saison scheint der Funke auch in Deutschland übergesprungen zu sein, denn in der Bundesliga überboten sich die Klubs mit Rekordzuschauerzahlen. Das Heimspiel des Doublesiegers VfL Wolfsburg gegen den Vizemeister FC Bayern verfolgten im Oktober beispielsweise 21.287 Fans in der Volkswagen Arena, einen Monat später sahen 20.400 Augenzeugen die Partie zwischen den Frauen von Werder Bremen und dem SC Freiburg.
Damit verpassten Wolfsburg und Werder knapp die im September gesetzte Bestmarke von 23.200 Zuschauer:innen, die beim Spiel zwischen Eintracht Frankfurt und dem FC Bayern gesetzt wurde. Bemerkenswert: vor dieser Saison lag der Rekord bei gerade einmal 12.464 Zuschauer:innen, die im Juni 2014 den Titelgewinn des VfL Wolfsburg gegen den Eintracht-Vorgängerklub 1. FFC Frankfurt feierten.
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Frauenfußball: Neuer Zuschauerrekord – Kölner Frauen spielen vor über 38.000 Fans
Nun wurde der bisherige Rekord übertrumpft – und zwar deutlich. Das Bundesliga-Spiel zwischen dem 1. FC Köln und Eintracht Frankfurt fand am vergangenen Sonntag vor 38.365 Besuchern im RheinEnergieStadion statt. Die gewaltige Kulisse brachte den abstiegsbedrohten Kölnerinnen jedoch nichts, mit 0:2 unterlagen sie den Frankfurterinnen, die den Champions-League-Qualifikationsplatz drei festigten.
Die Heimfans, die bereits elf Tage vor dem Spiel die Rekordzahl durch verkaufte Eintrittskarten übertroffen hatten, feierten ihr Team trotz der Niederlage mit Begeisterung. „Köln liebt und lebt Fußball, das hat man wieder gesehen. Ich bin einfach stolz“, sagte FC-Spielerin Ally Gudorf gegenüber MagentaSport, „auch wenn wir natürlich lieber gewonnen hätten.“
Wolfsburg-Coach feiert Rekordzahlen: „Das, was wir alle zusammen erreichen wollen“
Parallel dazu gab es auch in Wolfsburg einen vereinsinternen Rekord, denn die VfL-Frauen empfingen 22.617 Fans beim Hinspiel des Champions-League-Halbfinals gegen den FC Arsenal. Nach dem 2:2-Remis, bei dem die Niedersächsinnen mit 2:0 geführt hatten, äußerte sich Wolfsburg-Coach Tommy Stroot äußerst zufrieden. „Wir haben es geschafft, in zwei Stadien in Deutschland zusammen auf mehr als 60.000 Leute zu kommen. Das ist überragend“, stellte der 34-Jährige fest.
„Häufig gab es in Deutschland irgendwo mal ein einmaliges Highlight: mal in Frankfurt, mal hier, mal ein Champions-League-Spiel in München“, meinte Stroot. „Dass das jetzt an zwei Standorten an einem Tag stattfindet, ist nochmal ein Step, der die richtige Entwicklung ist. Dafür arbeiten wir alle. Das ist das, was wir alle zusammen erreichen wollen.“ Am kommenden Montag findet das Rückspiel in London statt, bis zu 50.000 Zuschauer:innen werden dann im Emirates Stadium erwartet. (ajr)
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