Bundestrainer bleibt unentschlossen: Giulia Gwinn neue DFB-Kapitänin?
VonNiklas Kirk
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Vor dem Debüt von Christian Wück ergibt sich die Diskussion um eine dauerhafte Kapitänin im DFB-Team. Zwischen den Pfosten ist jedoch alles klar.
München – In der kommenden Woche feiert Christian Wück sein Debüt als Bundestrainer der Frauen-Nationalmannschaft im Wembley-Stadion. Zur Neuausrichtung des Teams unter dem 51-Jährigen gehören auch die Bestimmung der Kapitänin und der Nummer Eins im Tor. Zumindest in einer Sache sorgt Wück für Klarheit.
Wer wird Kapitänin beim DFB? Christian Wück gibt sich Bedenkzeit
Bisweilen lässt Wück vor seinem ersten Einsatz als Bundestrainer offen, wer das DFB-Team langfristig als Kapitänin anführen wird. Für die Verleihung dieser wichtigen Aufgabe will er die Mannschaft zunächst besser kennenlernen. „Ich möchte mir in den vier kommenden Spielen ein Bild von der Teamstruktur machen und schauen, wie sich das Mannschaftsgefüge entwickelt“, sagte Wück.
Er betonte, dass die Bereitschaft, das Kapitänsamt zu übernehmen, auch von den Spielerinnen selbst kommen müsse. „Es gibt viele, die vielleicht gar nicht die Spielführerin sein wollen.“ Nach den Spielen gegen England und Australien werde er eine bessere Vorstellung davon haben, wer für die Rolle in Frage kommt.
Gwinn zukünftige Kapitänin? FC Bayern-Star führt die Mannschaft gegen England an
Eine potenzielle Kandidatin für die Rolle wird zugleich bei seinem Debüt einen Vertrauensvorschuss bekommen. So soll im Testspiel gegen England am 25. Oktober Giulia Gwinn – Leistungsträgerin beim FC Bayern – die Binde tragen. Dies gab Wück in einer digitalen Pressekonferenz bekannt. Beim zweiten Testspiel gegen Australien am 28. Oktober in Duisburg wird wiederum die erfahrene Alexandra Popp bei ihrem Abschiedsspiel noch einmal als Kapitänin auflaufen.
Wie Wück betont, soll spätestens zur Nations League in dieser Sache Klarheit herrschen. Im Februar werde „zusammen mit der Mannschaft“ die Kapitänin ausgewählt. In den verbleibenden Freundschaftsspielen in diesem Jahr – am 29. November in Zürich gegen die Schweiz und am 2. Dezember in Bochum gegen Italien – wird es vorerst keine feste Spielführerin geben.
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DFB-Tor: Berger bleibt Nummer Eins, Bayern Grohs im Wartestand
Anders gestaltet sich die Sache zwischen den Pfosten. Im Tor vertraut Wück zunächst weiterhin auf Ann-Katrin Berger, die mit ihrer Leistung maßgeblich zum Bronze-Erfolg der deutschen Mannschaft bei den Olympischen Spielen in Frankreich beigetragen hatte. Die 34-Jährige sei eine „sehr erfahrene Torhüterin“, wie der Neu-Coach betonte. „In Deutschland haben wir viele junge Torhüterinnen, die noch nicht über ausreichend internationale Erfahrung verfügen.“
Allerdings werde Berger nicht alle vier Testspiele bis Jahresende bestreiten, fügte Wück hinzu. Auch die beiden ebenfalls nominierten Torhüterinnen Maria Luisa Grohs (FC Bayern) und Stina Johannes (Eintracht Frankfurt) sollen in den kommenden Partien Spielpraxis sammeln und im Training von Bergers Erfahrung profitieren. Diese hatte erst vor den Olympischen Spielen die langjährige Nummer Eins Merle Frohms beerbt. (nki/dpa)