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Nach dem Slowakei-Debakel führte Bundestrainer Julian Nagelsmann Einzelgespräche mit seinen Spielern – darüber berichtete er vor dem Nordirland-Spiel.
Köln – Julian Nagelsmann hat vor dem Duell der deutschen Nationalmannschaft gegen Nordirland offen über seine Strategie im Umgang mit zuletzt enttäuschenden DFB-Profis gesprochen – und dabei nicht nur die sportlichen Aspekte, sondern auch die psychologische Komponente in den Fokus gerückt.
„Wir haben nicht viel Trainingszeit gehabt, aber viele Einzelgespräche geführt. Wir mit der Mannschaft, aber auch in der Mannschaft untereinander. Ich habe eine gute Energie gespürt. Die Startelf ist so gewählt, dass sie für die Aufgabe die richtige ist“, sagte Nagelsmann bei RTL. Der Bundestrainer setzt damit ein klares Signal: Kommunikation, Klarheit und Konsequenz sollen den Takt vorgeben, wenn es darum geht, die richtige Mischung aus Stabilität und Mut zu finden.
Nagelsmann spricht über Zeit zwischen Slowakei-Pleite und Nordirland-Spiel
Der Rückblick auf das Spiel in der Slowakei war geprägt von der Suche nach Balance zwischen Selbstkritik und Zuversicht. Nagelsmann ließ erkennen, dass er die Schwachstellen detailliert aufgearbeitet hat: die Phasen mangelnder Kompaktheit, die zu viel Raum zwischen den Linien ließen, und die Momente, in denen der letzte Pass unsauber war.
Die Pleite in der Slowakei nagt noch am Bundestrainer „Keiner verliert gerne. Ich habe schon oft gesagt, dass ich ein Schamgefühl habe, wenn wir verlieren. Ich bin jetzt nicht nachhaltig beschädigt, gewinne aber natürlich lieber als dass ich verliere.“ In dieser Mischung aus Selbstanspruch und Erdung steckt die Botschaft an Team und Öffentlichkeit: Fehler erkennen, Verantwortung übernehmen, Entwicklung erzwingen.
Nagelsmanns Vorgänger: Das sind alle deutschen Fußball-Bundestrainer




Auffällig ist die entschiedene Haltung im Umgang mit den Spielern, die aktuell nicht in der Startelf stehen. „Ich habe mit allen gesprochen, die nicht spielen. Habe beispielsweise Nnamdi erklärt, wieso er nicht spielt und wo er sich verbessern kann. Er hat noch Zeit sich zu entwickeln und auch einen sehr guten Trainer bei Eintracht Frankfurt.“
Mit Blick auf Nordirland setzt der Bundestrainer auf einen pragmatischeren Zugriff: weniger hektische Halbräume, mehr saubere Zonenbesetzung im letzten Drittel, Standards als Waffe und ein kontrollierteres Gegenpressing, um lange Bälle und zweite Bälle zu sichern. Gerade gegen einen Gegner, der tief verteidigt, körperlich robust agiert und auf Umschaltmomente lauert, wird es auf Tempowechsel, Passschärfe und geduldige Staffelungen ankommen. Die Auswahl der Startelf soll genau diese Anforderungen adressieren – mit Spielern, die Rhythmus vorgeben, aber auch Widerstand brechen können. (smr)
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