WM-Quali

Bundestrainer Nagelsmann gibt Einblick in Einzelgespräche mit enttäuschenden DFB-Stars

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Nach dem Slowakei-Debakel führte Bundestrainer Julian Nagelsmann Einzelgespräche mit seinen Spielern – darüber berichtete er vor dem Nordirland-Spiel.

Köln – Julian Nagelsmann hat vor dem Duell der deutschen Nationalmannschaft gegen Nordirland offen über seine Strategie im Umgang mit zuletzt enttäuschenden DFB-Profis gesprochen – und dabei nicht nur die sportlichen Aspekte, sondern auch die psychologische Komponente in den Fokus gerückt.

Bundestrainer Julian Nagelsmann.

„Wir haben nicht viel Trainingszeit gehabt, aber viele Einzelgespräche geführt. Wir mit der Mannschaft, aber auch in der Mannschaft untereinander. Ich habe eine gute Energie gespürt. Die Startelf ist so gewählt, dass sie für die Aufgabe die richtige ist“, sagte Nagelsmann bei RTL. Der Bundestrainer setzt damit ein klares Signal: Kommunikation, Klarheit und Konsequenz sollen den Takt vorgeben, wenn es darum geht, die richtige Mischung aus Stabilität und Mut zu finden.

Nagelsmann spricht über Zeit zwischen Slowakei-Pleite und Nordirland-Spiel

Der Rückblick auf das Spiel in der Slowakei war geprägt von der Suche nach Balance zwischen Selbstkritik und Zuversicht. Nagelsmann ließ erkennen, dass er die Schwachstellen detailliert aufgearbeitet hat: die Phasen mangelnder Kompaktheit, die zu viel Raum zwischen den Linien ließen, und die Momente, in denen der letzte Pass unsauber war.

Die Pleite in der Slowakei nagt noch am Bundestrainer „Keiner verliert gerne. Ich habe schon oft gesagt, dass ich ein Schamgefühl habe, wenn wir verlieren. Ich bin jetzt nicht nachhaltig beschädigt, gewinne aber natürlich lieber als dass ich verliere.“ In dieser Mischung aus Selbstanspruch und Erdung steckt die Botschaft an Team und Öffentlichkeit: Fehler erkennen, Verantwortung übernehmen, Entwicklung erzwingen.

Nagelsmanns Vorgänger: Das sind alle deutschen Fußball-Bundestrainer

Der neue Bundestrainer Julian Nagelsmann vor einem Bundesliga-Spiel des FC Bayern
Julian Nagelsmann: Bundestrainer seit 22. September 2023; 0 Spiele © IMAGO/Revierfoto
Hansi Flick: Bundestrainer 2021 bis 2023; 25 Spiele (12 Siege, 7 Remis, 6 Niederlagen)
Hansi Flick: Bundestrainer 2021 bis 2023; 25 Spiele (12 Siege, 7 Remis, 6 Niederlagen) © IMAGO
Joachim Löw: Bundestrainer 2006 bis 2021; 198 Spiele (124 Siege, 40 Remis, 34 Niederlagen); Weltmeister-Trainer 2014
Joachim Löw: Bundestrainer 2006 bis 2021; 198 Spiele (124 Siege, 40 Remis, 34 Niederlagen); Weltmeister-Trainer 2014 © Laci Perenyi
Jürgen Klinsmann: Bundestrainer 2004 bis 2006; 34 Spiele (20 Siege, 8 Remis, 6 Niederlagen)
Jürgen Klinsmann: Bundestrainer 2004 bis 2006; 34 Spiele (20 Siege, 8 Remis, 6 Niederlagen) © imago sportfotodienst
Rudi Völler: Teamchef 2000 bis 2004; 53 Spiele (29 Siege, 11 Remis, 13 Niederlagen)
Rudi Völler: Teamchef 2000 bis 2004; 53 Spiele (29 Siege, 11 Remis, 13 Niederlagen) © Imago
Erich Ribbeck: Teamchef 1998 bis 2000; 24 Spiele (10 Siege, 6 Remis, 8 Niederlagen)
Erich Ribbeck: Teamchef 1998 bis 2000; 24 Spiele (10 Siege, 6 Remis, 8 Niederlagen) © imago sportfotodienst
Berti Vogts: Bundestrainer 1990 bis 1998; 102 Spiele (66 Siege, 24 Remis, 12 Niederlagen); Europameister-Trainer 1996
Berti Vogts: Bundestrainer 1990 bis 1998; 102 Spiele (66 Siege, 24 Remis, 12 Niederlagen); Europameister-Trainer 1996 © imago sportfotodienst via www.imago-images.de
Franz Beckenabuer: Bundestrainer 1984 bis 1990; 66 Spiele (34 Siege, 20 Remis, 12 Niederlagen); Weltmeister-Trainer 1990
Franz Beckenabuer: Bundestrainer 1984 bis 1990; 66 Spiele (34 Siege, 20 Remis, 12 Niederlagen); Weltmeister-Trainer 1990 ©  via www.imago-images.de
Jupp Derwall: Bundestrainer 1978 bis 1984; 67 Spiele (44 Siege, 12 Remis, 11 Niederlagen); Europameister-Trainer 1980
Jupp Derwall: Bundestrainer 1978 bis 1984; 67 Spiele (44 Siege, 12 Remis, 11 Niederlagen); Europameister-Trainer 1980 © Pressefoto Rudel/Herbert Rudel via www.imago-images.de
Helmut Schön: Bundestrainer 1964 bis 1978; 139 Spiele (87 Siege, 31 Remis, 21 Niederlagen); Europameister-Trainer 1972 und Weltmeister-Trainer 1974
Helmut Schön: Bundestrainer 1964 bis 1978; 139 Spiele (87 Siege, 31 Remis, 21 Niederlagen); Europameister-Trainer 1972 und Weltmeister-Trainer 1996 © imago sportfotodienst
Sepp Herberger: Bundestrainer 1936 bis 1942 und 1950 bis 1964; 162 Spiele (92 Siege, 26 Remis, 44 Niederlagen)
Sepp Herberger: Bundestrainer 1936 bis 1942 und 1950 bis 1964; 162 Spiele (92 Siege, 26 Remis, 44 Niederlagen); Weltmeister-Trainer 1954 © IMAGO/United Archives / kpa / Grimm
Otto Nerz: Bundestrainer 1926 bis 1936; 75 Spiele (44 Siege, 11 Remis, 20 Niederlagen)
Otto Nerz: Bundestrainer 1926 bis 1936; 75 Spiele (44 Siege, 11 Remis, 20 Niederlagen) © picture alliance

Auffällig ist die entschiedene Haltung im Umgang mit den Spielern, die aktuell nicht in der Startelf stehen. „Ich habe mit allen gesprochen, die nicht spielen. Habe beispielsweise Nnamdi erklärt, wieso er nicht spielt und wo er sich verbessern kann. Er hat noch Zeit sich zu entwickeln und auch einen sehr guten Trainer bei Eintracht Frankfurt.“

Mit Blick auf Nordirland setzt der Bundestrainer auf einen pragmatischeren Zugriff: weniger hektische Halbräume, mehr saubere Zonenbesetzung im letzten Drittel, Standards als Waffe und ein kontrollierteres Gegenpressing, um lange Bälle und zweite Bälle zu sichern. Gerade gegen einen Gegner, der tief verteidigt, körperlich robust agiert und auf Umschaltmomente lauert, wird es auf Tempowechsel, Passschärfe und geduldige Staffelungen ankommen. Die Auswahl der Startelf soll genau diese Anforderungen adressieren – mit Spielern, die Rhythmus vorgeben, aber auch Widerstand brechen können. (smr)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Marco Steinbrenner/DeFodi Images

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