Rechtsverteidiger neuer Spielführer – Rüdiger & Havertz Stellvertreter

Bundestrainer Nagelsmann macht Bayern-Star Kimmich zum Kapitän

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Am Montag verkündete Bundestrainer Julian Nagelsmann seinen neuen DFB-Kapitän: Joshua Kimmich ist Spielführer der deutschen Nationalmannschaft.

München - Mit einer knappen Viertelstunde Verspätung betrat Julian Nagelsmann am Montag das Podium zur Pressekonferenz – das wichtigste Thema klärte er dafür gleich zu Beginn. „Josh ist auf eins, in der Vertretung Antonio Rüdiger und Kai Havertz“, sagte der Bundestrainer und bestätigte somit, was ohnehin schon länger im Raum stand, aber erst heute offiziell gemacht wurde: Joshua Kimmich folgt Ilkay Gündogan als Kapitän der deutschen Nationalmannschaft, am Samstag (20.45 Uhr) wird er die DFB-Elf gegen Ungarn zum ersten Mal als Spielführer Nummer 1 aufs Feld führen. Jonathan Tah, Pascal Groß, Niclas Füllkrug und Marc-Andre ter Stegen ergänzen den Mannschaftsrat neben Kimmich.

„Die Spieler haben die Entscheidung dankend angenommen“, führte Nagelsmann aus und berichtete, dass eben jene Ansprache ans Team – neben einer Verspätung der Bahn – der Grund für den späten Start seiner PK war. Nach tz-Informationen hat Kimmich selbst erst am Montag im Kreis der Mannschaft die Entscheidung erfahren – was das Team mit lautem Applaus quittierte.

Sein Trainer sieht ihn in der neuen Rolle als „Abgesandten der Mannschaft, der die Meinung der Mannschaft im Trainerteam platziert – und nicht meine Meinung im Team. Wir haben versucht einen Spieler zu finden, der einen guten Draht zu allen Spielern haben.“

Warum die Wahl auf Kimmich fiel, ist für Nagelsmann zudem logisch: „Er war der Nachfolgekandidat Nummer eins. In der Art und Weise, in der er seinen Job ausführt, ist er ein Vorbild. Er ist nie müde, will immer gewinnen, geht voran.“ Zudem habe er bei der EM als Rechtsverteidiger „eine Benchmark“ gesetzt: „Er wird diese Position auch weiter bekleiden.“

In der Tat ist Kimmich sowohl beim FC Bayern, als auch beim DFB für seine Leader-Qualitäten geschätzt. Innerhalb der Mannschaft ist er beliebt, geht aber auch keinem Konflikt aus dem Weg – wie zum Beispiel sein Streit mit Antonio Rüdiger bei der WM 2022 zeigte, den man in der DFB-Doku auf Amazon Prime sehen konnte. Im Anschluss rauften sich beide Spieler wieder zusammen – und bewiesen so, worauf es als Führungsspieler ankommt.

Joshua Kimmich ist neuer DFB-Kapitän.

So interpretiert Joshua Kimmich seine Führungsrolle

„In erster Linie geht es um die eigene Leistung, mit der man vorangehen muss. Nur dadurch kann man sich Respekt und Gehör verschaffen“, betonte Kimmich bereits gegenüber der tz, was einen Leader ausmacht. „Dann ist es wichtig, das große Bild im Kopf zu haben, sich Gedanken dazu zu machen, Ansprüche zu definieren, Interaktion mit Mitspielern auf und neben dem Platz, sich konkret für die Sache, für die Clubziele einzusetzen.“

Beim DFB bedeuten diese Ziele, die Nationalmannschaft erfolgreich zur WM 2026 in die USA zu führen. Kimmich weiß aber ohnehin, wie er seinen Teams als Anführer helfen will: „Neben dem Fokus auf mich versuche ich beispielsweise, im Spiel die Situationen positiv zu beeinflussen. Das kann ermunternd pushend sein, manchmal aber auch fordernd und laut.“ Vinzent Tschirpke, Philipp Kessler

Rubriklistenbild: © IMAGO/Domenic Aquilina

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