So liefen die Verhandlungen

BVB-Abgang? Napoli-Boss enthüllt überraschendes Adeyemi-Geheimnis

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Wie nahe war Karim Adeyemi im Winter wirklich an einem Wechsel vom BVB nach Neapel? Sportdirektor Giovanni Manna macht spannende Aussagen.

Dortmund/Neapel – Einer der spektakulärsten Transfers der abgelaufenen Winter-Transferperiode spielte sich zwischen der SSC Neapel und Paris Saint-Germain ab: Der italienische Tabellenführer verkaufte Khvicha Kvaratskhelia für kolportierte 70 Millionen Euro an sein Pendant aus Frankreich. Nach einem Ersatz für ‚Kvaradona‘ hat sich der Klub lange vergeblich bemüht.

Erst zur Transfer-Deadline am Montag verpflichtete Napoli mit Noah Okafor von der AC Mailand einen neuen Offensivspieler geholt. Dessen Wechsel zu RB Leipzig war zuvor offenbar am Medizincheck gescheitert. Dieser Darstellung widersprach Sportdirektor Giovanni Manna von der SSC Neapel allerdings am Mittwoch in einer Pressekonferenz. Dabei ließ er auch mit Aussagen zu Karim Adeyemi von Borussia Dortmund aufhorchen.

SSC Napoli war sehr an Karim Adeyemi interessiert

Das Interesse der Süditaliener am Dortmunder Außenspieler hielt sich zuletzt wochenlang in den Schlagzeilen. Berechtigterweise, wie Manna nun durchklingen ließ. „Bei Adeyemi hatten wir einen Vertragsentwurf mit Dortmund. Wir waren dort, ich habe mit dem Spieler gesprochen“, bestätigte der Sportdirektor. Adeyemi sei jedoch nicht komplett überzeugt gewesen.

„Wir wollten dann nicht weiter insistieren. Alle Spieler, die gekommen sind, seit ich hier bin, wollten unbedingt nach Napoli kommen. Wenn ich einen Spieler überzeugen muss, zu uns kommen, obwohl wir in einer sehr guten Tabellenposition und mit einem der besten Trainer der Welt dastehen, dann kommt er eben nicht. Dann muss ich sagen, du bist kein Spieler für uns“, erklärte Manna bestimmt.

Besonders spannend war dabei ein anderer Satz des Managers: „Ich habe gelesen, dass sich Adeyemi bereits mit anderen Klubs einig ist, das freut mich für sie“.

Dortmund-Star Karim Adeyemi hätte im Winter nach Neapel wechseln können.

Das sagte BVB-Direktor Kehl zu Adeyemi

Manna führte nicht weiter aus, worauf er sich bezog. Verlässliche Medienberichte über eine Einigung von Adeyemi mit anderen Klubs für den Sommer zirkulieren derzeit nicht. Gerüchte bringen den WM-Teilnehmer von 2022 nicht zum ersten Mal mit Juventus in Verbindung, zudem fällt immer wieder der Name FC Chelsea. Sie sind aber eben nur das: Gerüchte.

„Wir haben mit Karim einen Spieler, der unter anderem gerade heiß gehandelt wurde im italienischen Markt und nicht nur dort, da standen große Transfersummen im Raum“, ließ sich Sebastian Kehl beim BVB am Dienstag nicht in die Karten schauen. Dass sich Manna und sein Amtskollege Kehl in Sachen Adeyemi einig gewesen seien, hatte der BVB-Boss Ende Januar noch entschieden von sich gewiesen.

„Das ist absolut falsch. Diese Gerüchte führen dazu, dass ich mehr Telefonate am Tag führen muss, weil mir neue Spieler angeboten werden. Ich kann das überhaupt nicht bestätigen. Wir planen in der aktuellen Situation so weiter“, sagte Kehl am Rande des Bundesliga-Spiels gegen Werder Bremen (2:2).

BVB-Interimscoach Tullberg verpasste Adeyemi die ‚Höchststrafe‘

Übereinstimmenden Medienberichten zufolge bot Napoli für Adeyemi ein Paket im Gesamtwert von über 50 Millionen Euro Ablöse. Angesichts der schwankenden Leistungen des gebürtigen Münchners, bei dem immer wieder auch die Einstellungsfrage gestellt wird, wäre es für Dortmund schwer gewesen, dazu ‚Nein‘ zu sagen.

Erst am Wochenende wurde Adeyemi beim 1. FC Heidenheim zur 2. Halbzeit ein- und kurz vor Schluss wieder ausgewechselt. Interimscoach Mike Tullberg erklärte die sprichwörtliche ‚Höchststrafe‘ für den flinken Angreifer mehr oder minder deutlich mit dessen lustlosen Auftritt, der alle sportlichen Vorurteile gegen Adeyemi bestätigte.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Bahho Kara

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