Faustkampf von Mentalitätsmonstern? Bayern-Coach mit Vorfreude auf das BVB-Spiel
VonPeter Grad
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FCB-Coach Vincent Kompany war auf der Spieltags-PK vor dem „deutschen Klassiker“ gegen Borussia Dortmund die Vorfreude anzumerken. Eine Kampfansage nahm er sportlich an.
München – Direkt nach der Länderspielpause kommt es am Samstagabend in der Münchner Allianz Arena zu dem Duell im deutschen Profifußball, welches die Fans mit weitem Abstand am meisten elektrisiert: Der „deutsche Clásico“ zwischen dem FC Bayern und Borussia Dortmund, eine Partie, die weltweit große Aufmerksamkeit erzielt. Der Cheftrainer des deutschen Rekordmeisters, Vincent Kompany, versprühte auf der Pressekonferenz vor dem Topspiel eine riesige Vorfreude, zeigte sich kampflustig, aber auch gewohnt respektvoll vor dem Gegner.
„Wir haben die Motivation für diesen Klassiker: Erster gegen Zweiter, beide ungeschlagen! Wir freuen uns auf dieses Spiel“, so der Belgier und erklärt, warum er riesigen Respekt vor dem Gegner hat: „Dortmund hat viel Stabilität gezeigt, hat Spieler, die immer treffen können, mit Serhou Guirassy einen Spieler, der nicht viele Chancen braucht. Und Innenverteidiger mit viel Erfahrung, auch im Mittelfeld herrscht große Erfahrung. Sie haben ganz unterschiedliche Qualitäten - Dortmund ist insgesamt ein starker Gegner!“
Kompany kontert Kampfansage des BVB-Trainers
Aber dennoch geht der 39-Jährige sehr optimistisch in die Partie, denn „wir spielen zuhause in der Allianz Arena vor unseren Fans und wir haben voll, voll Bock auf dieses Spiel! Hoffentlich wird es ein gutes Spiel für die Fans - und für uns ein gutes Ergebnis!“
Im Vorfeld des Topspiels war von BVB-Coach Niko Kovač die Kampfansage gekommen: „Wir müssen eine Faust sein, denn die tut mehr weh als eine Schelle.“ Kompany ging beim Presse-Talk an der Säbener Straße auf sportliche Weise auf diese ein: „Wir sind beide ungeschlagen, also sind es zwei Fäuste gegeneinander, würde ich sagen! Mal sehen, wie das ausgeht am Ende. Dortmund kam auch von der Klub-WM und hatte genauso eine kurze Vorbereitung wie wir. Dann gibt es den Luxus nicht, eine gute Vorbereitung zu haben - dann geht es um etwas anderes: Mentalität! Das ist bei uns bislang eine große Stärke, vermutlich auch bei Dortmund. Aber ich bin ehrlich: Ich bin froh, dass die Länderspielpause vorbei ist, dass wir endlich voll angreifen können morgen!“
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Der Bayerntrainer ging damit auch auf die Diskussionen vor der Klub-WM in den USA im Sommer ein. Kritiker der Veranstaltung hatten den teilnehmenden Teams einen katastrophalen Saisonstart 2025/26 prophezeit, Rudi Völler sogar gemeint: „Mannschaften wie Bayer 04, Leipzig oder Frankfurt werden nach der Klub-WM gefühlt mit fünf Punkten Vorsprung in die nächste Bundesliga-Saison gehen, die Münchner und Dortmunder werden massive Fitness-Nachteile gegenüber der Konkurrenz haben“. Nun grüßen aber ausgerechnet jene beiden Vereine von der Bundesliga-Tabellenspitze. Kovač wie Kompany sehen darin die Bestätigung ihrer Teams als „Mentalitätsmonster“.
Kompanys Statements waren wie gewohnt geprägt von viel Respekt für den Gegner, speziell seinen Trainerkollegen, aber auch von riesigem Vertrauen in die Stärken der eigenen Mannschaft: „Der BVB hat mittlerweile Deutlichkeit in System und Profil. Wenn man während einer Saison in eine Mannschaft kommt als Trainer, hat man nie viel Zeit, das Team umzubauen. Aber jetzt steht die Dortmunder Mannschaft unter Kovač. Wenn ich aber auf uns blicke: Ich glaube, der Gegner muss da auch einiges lösen mit dem FC Bayern! Wenn wir ein Spiel beginnen, vergesse ich das auch nie: Dass auch der Gegner viel lösen muss.“
Zum verfügbaren Personal gab der Coach den anwesenden Medienvertretern folgende Information: „Alle Spieler sind gesund aus den Nationalteams zurückgekommen, Raffa (Guerreiro) hatte gegen Frankfurt einen Schlag abbekommen und trainiert heute, dann werden wir sehen, ob er dabei ist. Josip Stanišić wird noch fehlen.“ Während er in der Offensive absolut aus dem Vollen greifen kann, bleibt der Abwehrverbund nach wie vor dünn besetzt.