VonMarius Eppschließen
Borussia Dortmund verliert das Champions-League-Viertelfinale gegen Atletico Madrid, wahrt jedoch die Halbfinal-Chance. Die Stimmen zum Spiel.
Madrid – In der ersten Hälfte war eine böse Klatsche für Borussia Dortmund nicht weit. Gegen ein dominantes Atletico-Team fand die Terzic-Elf lange Zeit kein Mittel. In der zweiten Halbzeit wurde der BVB besser und lässt seine Fans durch den Anschlusstreffer von Sebastien Haller auf eine Wende im Signal Iduna Park hoffen.
BVB-Sportdirektor Sebastian Kehl ermahnte seine Spieler vor der Partie, sich die enorme Bedeutung des Spiels für den Klub in Erinnerung zu rufen. Nach dem Spiel fand Kapitän Emre Can deutliche Worte für den verschlafenen Beginn – Trainer Edin Terzic äußerte sich zum Zoff zwischen Kehl und Diego Simeone.
Wir haben die Stimmen von DAZN zum Viertelfinal-Hinspiel der Champions League zusammengefasst.
Edin Terzic (Trainer BVB) nach dem Spiel über ...
… das Positive aus dem Spiel: „Erstmal, dass es weiterhin offen bleibt. Wir haben es uns natürlich ganz anders vorgestellt, ins Spiel zu kommen. Die ersten 30 Minuten waren einfach nicht gut genug und wenn du so viele Fehler machst auf diesem Niveau, dann ist es meistens sofort schon vorbei. Aber wir haben uns dann zurückgekämpft ins Spiel. Ich glaube, man hat deutlich gesehen, wozu wir in der Lage sind. Jetzt geht es darum, dass wir das Positive aus der zweiten Halbzeit mitnehmen. Wir freuen uns auf das Spiel nächste Woche Dienstag.“
… einen Erklärungsansatz für die ersten 30 Minuten: „Vielleicht ist es auch die Aufregung, die Nervosität vor so einem großen Spiel. Wir haben explizit darauf hingewiesen, was hier los sein wird und worauf sie ihr Spiel ausgelegt haben. Wir haben ihnen einfach viel zu viele Fehler gegeben, mit dem ersten Ballverlust und das nutzen sie dann eiskalt aus. Wir haben auch sehr viele Jungs dabei, die zum ersten Mal dort stehen und das ist uns bewusst. Aber viel wichtiger ist die Reaktion, die wir gezeigt haben. Ich glaube, wir hätten es auch verdient noch den Ausgleich zu erzielen und das war am Ende sehr, sehr wild. Aber ich finde, dass wir in vielen Bereichen sehr gut waren in der zweiten Halbzeit.“
… seine Halbzeitansprache und die Umstellungen: „Dass wir jetzt erst mal nicht über taktische Dinge reden, wenn wir so ängstlich sind am Ball, wenn wir uns nicht zeigen wollen, wenn wir nicht mutig ins eins gegen eins gehen und wenn wir das abstellen, dann können wir über Taktik reden. Dann ging es einfach darum, dass wir ein bisschen was umgestellt haben im Spielaufbau. Das hat sich gut angefühlt und gut funktioniert.“
… den Streit von Sebastian Kehl mit Diego Simeone: „Ich habe es nicht mitbekommen, aber das gehört halt auch dazu. Das weiß man, dass es hier nicht nur Spieler auf dem Platz braucht, sondern auch alle Jungs auf der Bank, alle Trainer. Dass es dann in der Coachingzone auch mal heiß hergehen kann hier, ist jetzt nichts Neues.“
Emre Can (BVB) nach dem Spiel über ...
... die Niederlage: „Wir müssen damit leben. Es ist noch alles offen. Es ist nicht einfach, hier Fußball zu spielen. Sie verteidigen sehr, sehr gut. Sie haben uns aufgefressen in den Zweikämpfen. Das Tor war sehr wichtig für uns. Wenn du 2:0 hinten liegst, kannst du auch untergehen. Aber wir haben Moral bewiesen und in der zweiten Halbzeit ein gutes Spiel gemacht.“
... die vielen individuellen Fehler: „Viele Spieler spielen das erste Mal im Viertelfinale der Champions League. Es ist menschlich, dass wir ein bisschen nervös waren. In der zweiten Halbzeit haben wir uns nichts mehr gefallen lassen. Wenn wir so spielen, wie in der zweiten Hälfte, kann das, was sehr, sehr Gutes werden.“
... die Chancen auf den Halbfinal-Einzug: „Sie stehen nicht so schlecht. Wir müssen das Spiel gewinnen. Wir glauben an uns, ich glaube schon, dass wir es schaffen können.“
Sebastian Kehl (Sportdirektor BVB) vor dem Spiel über ...
... die Partie: „Es ist ein super wichtiges Spiel. Wir sind schon sehr weit gekommen. Die Champions League ist eine große Bühne für Borussia Dortmund, das wissen die Spieler auch.“
... die Bedeutung eines Weiterkommens: „Die Kaderplanung läuft parallel. Ein Weiterkommen kann sportlich und finanziell sehr attraktiv sein.“
Edin Terzic (BVB-Trainer) vor dem Spiel über ...
... die Zielsetzung vor dem CL-Viertelfinale: „Das reicht uns nicht. Wir sind froh, dass wir hier sind, wir haben uns das erarbeitet. Jetzt wollen wir zwei richtig gute Spiele abliefern. Wir sind richtig gut drauf. Wir haben uns gut vorbereitet. Jetzt geht es für uns darum, uns zu zeigen. Wir wollen uns mit den besten Mannschaften in Europa messen. Hier wartet ein echtes Highlight auf uns.“
... die Aufstellung und den Bankplatz von Julian Brandt: „Wir haben uns für Felix Nmecha entschieden. Er bringt die physische Komponente einfach mit. Er hat ein richtig gutes Spiel gegen Newcastle gezeigt. Ein Jule Brandt kann aber auch wichtig werden, wenn sich das Spiel öffnet.“
... Atletico-Coach Diego Simeone: „Ich glaube, ich kenne ihn besser als er mich.“ (lacht)
(epp)
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