Samstag gegen Stuttgart

BVB-Debüt von Niko Kovač: Führt seine ‚harte Hand‘ zum Erfolg?

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Niko Kovač feiert gegen den VfB Stuttgart sein Debüt als Trainer von Borussia Dortmund. Das Team soll sich auf die einfachen Dinge konzentrieren.

Dortmund – Das Debüt von Niko Kovač als Trainer von Borussia Dortmund gegen den VfB Stuttgart am Samstag ist von großer Bedeutung für den weiteren Verlauf der Saison. Die Stuttgarter sind direkte Konkurrenten des BVB im Kampf um die Champions-League-Plätze. Kovač soll den positiven Trend fortsetzen, den Interimscoach Mike Tullberg eingeleitet hat.

Tullberg konnte aus den Partien gegen Werder Bremen (2:2 trotz langer Unterzahl) und den 1. FC Heidenheim (2:1) vier Punkte mitnehmen und zudem in der Champions League gegen Schachtar Donezk (3:1) gewinnen. Ein leichter Aufwärtstrend ist somit erkennbar.

Obwohl der dänische U19-Trainer und der neue Chefcoach Kovač an deutlich unterschiedlichen Punkten ihrer Karriere stehen, verbindet sie ein gemeinsames Schlagwort: Der Fußball ihrer Teams soll von Intensität geprägt sein. Aggressiv soll es gegen den Ball zugehen, mit dem Spielgerät soll es zielgerichtet nach vorne gehen. So lassen sich die Grundideen beider Trainer auf einen vereinfachten Nenner bringen.

Kovač betonte vor BVB-Debüt: „Wir haben versucht, es relativ einfach zu halten.“

Die Spieler von Borussia Dortmund sollen sich in diesen Tagen weiter auf die Grundlagen konzentrieren, nachdem der im Januar beurlaubte Trainer Nuri Şahin einen höheren fußballerischen Anspruch verfolgte, der seine Profis jedoch offenbar überforderte und verunsicherte. Şahin erkannte das Problem selbst früh, konnte es aber nicht lösen.

Kovač möchte den Spielern durch einfache Anweisungen helfen, ein stabiles Leistungsfundament zu schaffen. „Es bringt nichts, dass man die Mannschaft überlädt. Sie hat Qualität. Wir haben an einigen Dingen gearbeitet, die haben wir angesprochen. Wir müssen zusehen, dass wir eine Balance finden, dass wir es schaffen, eine gute Restverteidigung zu halten“, erklärte er.

Niko Kovač bestreitet gegen den VfB Stuttgart sein Trainerdebüt bei Borussia Dortmund.

Kovač setzt auf die vorhandene Qualität im BVB-Kader

Kovač will mit seinem Trainerteam, bestehend aus Bruder Robert, der selbst Profi beim BVB war, und dem gebürtigen Gelsenkirchener Filip Tapalović, jedem Spieler eine „Guideline“ bieten, „damit er weiß, was in gewissen Situationen erforderlich ist“. Dieses metaphorische BVB-Handbuch wird in den kommenden Wochen und Monaten weiterentwickelt.

Aktuell gilt: „Keep it simple. Wenn man es einfach hält – die Jungs haben Titel geholt, Nationalmannschaft gespielt, da muss man den Spielern das Vertrauen geben, dass sie gewisse Sachen selbständig regeln können“, so Kovač. Bei der Umsetzung sollen die Führungsspieler im Team helfen, denen Experten zuletzt vielfach die entsprechenden Qualitäten abgesprochen haben.

Kovač sieht kein Führungsproblem in der BVB-Mannschaft

„Wenn Sie sich die Namen anschauen, das Alter der Spieler anschauen, dann behaupte ich, dass wir genügend Spieler haben, die die Verantwortung tragen und auch tragen müssen“, sagte Kovač, der Emre Can schon im Rahmen seiner Vorstellung als Kapitän bestätigt hatte. „Es geht darum, dass jeder Einzelne seinen Beitrag leistet, dass der BVB auf dem Platz und außerhalb Führung hat. Jede Mannschaft braucht drei bis fünf Spieler, die es für den Trainer in der Kabine und auf dem Platz übernehmen.“

Die Trennung von Şahin nahm den Spielern auch in dieser Hinsicht jegliche Ausreden, in den Spielen unter Interimscoach Tullberg war bereits mehr Engagement zu sehen. „Es steht und fällt mit den Charakteren, aber auch mit Vertrauen. Wenn die Spieler Vertrauen spüren, wenn die Ergebnisse das Vertrauen widerspiegeln, geht das schnell wieder in die richtige Richtung“, äußerte sich Kovač zuversichtlich.

Kovač wurde für seine Teamführung beim FC Bayern und VfL Wolfsburg teils scharf kritisiert, doch im BVB-Umfeld wird seine etwas härtere Hand als notwendig erachtet. Ab Samstag muss der 53-Jährige zeigen, dass er die Erwartungen erfüllen kann.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Malte Ossowski/SVEN SIMON

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