Historische Spielzeiten der Bundesliga

Ranking: Die zehn spannendsten Titelkämpfe der Bundesliga-Geschichte – 12:0 und das Schalke-Drama

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Der FC Bayern und Borussia Dortmund treiben den Bundesliga-Titelkampf bis in den 34. Spieltag. Die zehn spannendsten Saison-Finals im Ranking.

München ‒ Mit nur zwei Punkten Unterschied geht Borussia Dortmund vor dem FC Bayern München in den letzten Spieltag der Bundesliga-Saison 2022/2023. Für Fans wird es der erste spannende Titelkampf seit vielen Jahren. Das kam einst häufiger vor. Aufregende Schützenfeste, überraschende Niederlagen, liegengelassene Matchbälle und Last-Minute-Dramen. Wir werfen im Ranking einen Blick auf die zehn spannendsten Meisterschaftsentscheidungen der Bundesliga-Geschichte.

Platz 10: Saison 2018/2019 - Bayern gegen Dortmund

Schon vor wenigen Jahren lieferten sich Bayern und Dortmund ein vergleichsweise spannendes Meisterrennen. Auch 2018/2019 wurden die Rivalen am 34. Spieltag von nur zwei Punkten getrennt. Dabei hatte allerdings der FC Bayern die Pole Position inne und gewann das letzte Spiel unter Trainer Niko Kovac mit 5:1 gegen dessen Ex-Klub Eintracht Frankfurt. Damit war der Sieg des BVB bei Borussia Mönchengladbach bedeutungslos, der FCB gewann den siebten Titel in Folge. Eine Serie, die 2023 nach zehn Meisterschaften gebrochen werden könnte.

Platz 9: Saison 1970/1971 - Die erste erfolgreiche Titelverteidigung

Unter Trainer-Legende Hennes Weisweiler wurde Borussia Mönchengladbach 1970 zum ersten Mal Deutscher Meister. In den Folgejahren sollte sich eine handfeste Rivalität mit dem FC Bayern über die Vorherrschaft in der Bundesliga entwickeln. 1971 hatte die Elf vom Niederrhein die Nase vorn. Die Bayern führten vor dem letzten Spieltag mit nur einem Tor Unterschied, verloren jedoch mit 0:2 in Duisburg. Dadurch konnte Gladbach mit einem 4:1 in Frankfurt vorbeiziehen und feierte die erste Titelverteidigung der Bundesliga.

Platz 8: Saison 1985/1986 - Michael Kutzop und der Pfosten in der 89. Minute

Vor dem 34. Spieltag führte Werder Bremen die Tabelle an insgesamt 31 Spieltagen an und spielte eine entsprechend dominante Saison. Mit zwei Punkten Vorsprung ging es am vorletzten Spieltag gegen Verfolger Bayern München, die Bremer hätten sich mit einem Sieg vorzeitig zum Meister schießen können. Das Spiel ging allerdings 0:0 aus, weil Michael Kutzop in der 89. Minute einen Elfmeter an den Pfosten setzte. Am letzten Spieltag verloren die Bremer zudem mit 1:2 beim VfB Stuttgart, während die Bayern 6:0 gegen Gladbach gewannen und bei Punktgleichheit mit dem besseren Tor-Verhältnis Deutscher Meister wurden.

Tragische Helden, während Guido Buchwald 1992 feiern durfte: Michael Ballack (2000, l.) und Rudi Assauer (2001, M.).

Platz 7: Saison 2006/2007 - Junge wilde Stuttgarter ziehen an Schalke vorbei

Am 32. Spieltag stand der FC Schalke mit 65 Punkten an der Tabellenspitze. Dahinter lauerten der VfB Stuttgart (64 Punkte) und Werder Bremen (63 Punkte). Die Vorentscheidung ereignete sich am kuriosen 33. Spieltag: Bremen schenkte die Meisterschaft im Weserstadion mit einem 1:2 gegen Eintracht Frankfurt ab und Schalke verlor ausgerechnet das Revierderby beim BVB mit 0:2. Nur das jüngste Team der Bundesliga-Saison, der VfB, erledigte die Hausausgaben in Bochum und gewann mit 3:2. Am letzten Spieltag machten die Schwaben mit einem 2:1 gegen Cottbus alles klar, der Sieg der Schalker gegen Bielefeld machte keinen Unterschied mehr.

Platz 6: Saison 2001/2002 - „Vizekusen“ bricht in drei Wettbewerben ein

Vor dem 32. Spieltag stand Bayer Leverkusen mit fünf Punkten Vorsprung vor Borussia Dortmund an der Tabellenspitze. Dann gingen die Spiele gegen Bremen (1:2) und Nürnberg (0:1) verloren, während der BVB mit einem 4:3 beim HSV am vorletzten Spieltag die Führung übernahm. Beim Saisonfinale schoss Ewerthon die Schwarz-Gelben schließlich zum 2:1-Erfolg über Bremen und brachte die Schale damit ins Ruhrgebiet. „Vizekusen“ wurde Vizemeister und verlor zudem das Pokalfinale und das Champions-League-Finale.

Platz 5: Saison 1994/1995 - Dortmunds erster Meistertitel und Möllers Schwalbe

Schon in der Saison 1994/1995 erspielte sich Borussia Dortmund den Titel am letzten Spieltag. Obwohl Bremen mit einem Punkt Vorsprung ins Saisonfinale gegangen war, reichte dem BVB ein ungefährdeter 2:0-Sieg gegen den HSV, um die erste Bundesliga-Meisterschaft der Vereinsgeschichte feiern zu können. Werder verlor nämlich auswärts beim FC Bayern mit 1:3 und gab die Führung somit ab. Die legendäre Schwalbe von Andreas Möller am 26. Spieltag hatte in der Spielzeit zusätzlich für Kontroversen gesorgt. Der anschließende Elfmeter leitete einen Sieg gegen den Karlsruher SC ein, wodurch Dortmund einen Punkt im Rennen gegen Bremen gewann.

Alle Bundesliga-Torschützenkönige seit 2010

2010: Edin Džeko - 22 Tore für den VfL Wolfsburg. Der Bosnier dürfte einer der unterschätztesten Stürmer seiner Zeit sein. 2018 wurde er zum ersten Spieler, der in drei der europäischen Top-5-Ligen über 50 Treffer erzielte! Mit dem VfL Wolfsburg wurde er 2009 Deutscher Meister.
2010: Edin Džeko - 22 Tore für den VfL Wolfsburg. Der Bosnier dürfte einer der unterschätztesten Stürmer seiner Zeit sein. 2018 wurde er zum ersten Spieler, der in drei der europäischen Top-5-Ligen über 50 Treffer erzielte! Mit dem VfL Wolfsburg wurde er 2009 Deutscher Meister. © imago sportfotodienst via www.imago-images.de
2011: Mario Gómez - 28 Tore für den FC Bayern. Der gebürtige Schwabe begann seine Profikarriere 2004 beim VfB Stuttgart und beendete sie sage und schreibe 16 Jahre später ebenfalls beim VfB. Der 78-malige Nationalspieler spielte zwischenzeitlich nicht nur beim FC Bayern, mit dem er unter anderem Champions-League-Sieger wurde und die Torjägerkanone gewann, sondern unter anderem auch beim AC Florenz.
2011: Mario Gómez - 28 Tore für den FC Bayern. Der gebürtige Schwabe begann seine Profikarriere 2004 beim VfB Stuttgart und beendete sie sage und schreibe 16 Jahre später ebenfalls beim VfB. Der 78-malige Nationalspieler spielte zwischenzeitlich nicht nur beim FC Bayern, mit dem er unter anderem Champions-League-Sieger wurde und die Torjägerkanone gewann, sondern unter anderem auch beim AC Florenz. © imago sportfotodienst
2012: Klaas-Jan Huntelaar - 29 Tore für den FC Schalke 04. Huntelaar war seinerzeit ein gefürchteter Strafraumstürmer. Der „Hunter“ erreichte 2010 mit der niederländischen Nationalmannschaft das WM-Finale. Im März 2022 begann Huntelaar, zehn Monate nach seinem Rücktritt aus dem Profifußball, im Management von Ajax Amsterdam zu arbeiten.
2012: Klaas-Jan Huntelaar - 29 Tore für den FC Schalke 04. Huntelaar war seinerzeit ein gefürchteter Strafraumstürmer. Der „Hunter“ erreichte 2010 mit der niederländischen Nationalmannschaft das WM-Finale. Im März 2022 begann Huntelaar, zehn Monate nach seinem Rücktritt aus dem Profifußball, im Management von Ajax Amsterdam zu arbeiten.  © imago sportfotodienst
2013: Stefan Kießling - 25 Tore für Bayer 04 Leverkusen. Auch Stefan Kießling ist nach wie vor bei seinem Ex-Verein tätig, er arbeitet in der Verwaltung von Bayer 04 Leverkusen. Kießling spielte von 2006 bis 2018 für die Werks-Elf, mit der deutschen Nationalmannschaft wurde er Dritter bei der Weltmeisterschaft 2010. Trotz Forderungen von vielen Seiten, spielte Kießling in der Nationalmannschaft nie eine große Rolle, absolvierte lediglich sechs A-Länderspiele.
2013: Stefan Kießling - 25 Tore für Bayer 04 Leverkusen. Auch Stefan Kießling ist nach wie vor bei seinem Ex-Verein tätig, er arbeitet in der Verwaltung von Bayer 04 Leverkusen. Kießling spielte von 2006 bis 2018 für die Werks-Elf, mit der deutschen Nationalmannschaft wurde er Dritter bei der Weltmeisterschaft 2010. Trotz Forderungen von vielen Seiten, spielte Kießling in der Nationalmannschaft nie eine große Rolle, absolvierte lediglich sechs A-Länderspiele. © imago sportfotodienst
2014: Robert Lewandowski - 20 Tore für Borussia Dortmund. In seiner letzten Saison in Dortmund, bevor er ablösefrei zum FC Bayern wechselte, gewann Robert Lewandowski zum ersten Mal die Torjägerkanone. Der Pole war 2010 von Lech Posen zum BVB gekommen.
2014: Robert Lewandowski - 20 Tore für Borussia Dortmund. In seiner letzten Saison in Dortmund, bevor er ablösefrei zum FC Bayern wechselte, gewann Robert Lewandowski zum ersten Mal die Torjägerkanone. Der Pole war 2010 von Lech Posen zum BVB gekommen. © imago sportfotodienst
2015: Alexander Meier - 19 Tore für Eintracht Frankfurt. Meier war nie der dynamischste Stürmer, dennoch ist er in Frankfurt eine Ikone. Heute ist das Kopfballungeheuer Jugendtrainer und Markenbotschafter bei der Eintracht. Meier absolvierte zwischen 2004 und 2018 336 Spiele und erzielte dabei 119 Tore für die Adler.
2015: Alexander Meier - 19 Tore für Eintracht Frankfurt. Meier war nie der dynamischste Stürmer, dennoch ist er in Frankfurt eine Ikone. Heute ist das Kopfballungeheuer Jugendtrainer und Markenbotschafter bei der Eintracht. Meier absolvierte zwischen 2004 und 2018 336 Spiele und erzielte dabei 119 Tore für die Adler.  © imago sportfotodienst
2016: Robert Lewandowski - 30 Tore für den FC Bayern. In der letzten Saison von Trainer Pep Guardiola dominierte der FC Bayern die Bundesliga, gewann das DFB-Pokalfinale gegen Borussia Dortmund im Elfmeterscheißen und schied in der Champions League im Halbfinale unglücklich gegen Atletico Madrid aus.
2016: Robert Lewandowski - 30 Tore für den FC Bayern. In der letzten Saison von Trainer Pep Guardiola dominierte der FC Bayern die Bundesliga, gewann das DFB-Pokalfinale gegen Borussia Dortmund im Elfmeterscheißen und schied in der Champions League im Halbfinale unglücklich gegen Atletico Madrid aus. © imago sportfotodienst
2017: Pierre-Emerick Aubameyang - 31 Tore für Borussia Dortmund. Bestwert in der Bundesliga, außerdem erzielte Aubameyang 2017 auch das entscheidende Tor zum vierten Pokalsieg von Borussia Dortmund. Der blitzschnelle Gabuner kam von AS Saint-Etienne zur Borussia, wo er von 2013 bis 2018 sein Geld verdiente. „Auba“ erzwang in der Folge einen Wechsel zum FC Arsenal, 2022 wechselte er zum FC Barcelona.
2017: Pierre-Emerick Aubameyang - 31 Tore für Borussia Dortmund. Bestwert in der Bundesliga, außerdem erzielte Aubameyang 2017 auch das entscheidende Tor zum vierten Pokalsieg von Borussia Dortmund. Der blitzschnelle Gabuner kam von AS Saint-Etienne zur Borussia, wo er von 2013 bis 2018 sein Geld verdiente. „Auba“ erzwang in der Folge einen Wechsel zum FC Arsenal, 2022 wechselte er zum FC Barcelona. © Anke Waelischmiller/SVEN SIMON
2018: Robert Lewandowski - 29 Tore für den FC Bayern Nachdem Carlo Ancelotti entlassen wurde übernahm Jupp Heynckes noch einmal. Der FC Bayern spielte am Ende eine seiner besten Bundesliga-Saisons überhaupt. Im Pokalfinale scheiterte man an Eintracht Frankfurt, in der Königsklasse an Real Madrid.
2018: Robert Lewandowski - 29 Tore für den FC Bayern. Nachdem Carlo Ancelotti nach zehn Spielen entlassen wurde, übernahm Jupp Heynckes noch einmal. Der FC Bayern spielte am Ende trotz Trainerwechsel die viertbeste Saison seit Einführung der Drei-Punkte-Regel. Im Pokalfinale scheiterte man an Eintracht Frankfurt, in der Königsklasse an Real Madrid. © Bernd Feil/M.i.S.
2019: Robert Lewandowski - 22 Tore für den FC Bayern. Unter Niko Kovac konnte der Rekordmeister nicht ganz an die Vorsaison anknüpfen, Borussia Dortmund schrammte nur knapp an der Meisterschaft vorbei. Robert Lewandowski traf im DFB-Pokalfinale doppelt, der FC Bayern gewann den Pott durch ein 3:0 gegen RB Leipzig. In der Liga räumte er wieder einmal die Kanone ab.
2019: Robert Lewandowski - 22 Tore für den FC Bayern. Unter Niko Kovac konnte der Rekordmeister nicht ganz an die Vorsaison anknüpfen, Borussia Dortmund schrammte nur knapp an der Meisterschaft vorbei. Robert Lewandowski traf im DFB-Pokalfinale doppelt, der FC Bayern gewann den Pott durch ein 3:0 gegen RB Leipzig. In der Liga räumte er wieder einmal die Kanone ab. © via www.imago-images.de
2020: Robert Lewandowski - 34 Tore für den FC Bayern. Eine historische Saison für den FC Bayern! Die 30. deutsche Meisterschaft wurde beinahe zum Randaspekt. Nach einem halben Jahr unter Hansi Flick gewann der FC Bayern alle möglichen Titel, inklusive der Champions League. Lewandowski war einmal mehr der Erfolgsgarant.
2020: Robert Lewandowski - 34 Tore für den FC Bayern. Eine historische Saison für den FC Bayern! Die 30. deutsche Meisterschaft wurde beinahe zum Randaspekt. Nach einem halben Jahr unter Hansi Flick gewann der FC Bayern alle möglichen Titel, inklusive der Champions League. Lewandowski war einmal mehr der Erfolgsgarant. © Bernd Feil/M.i.S./Pool
2021: Robert Lewandowski - 41 Tore für den FC Bayern. In der Saison 2020/2021 macht sich Lewandowski endgültig unsterblich, indem er den Tor-Rekord von Gerd Müller knackte.
2021: Robert Lewandowski - 41 Tore für den FC Bayern. In der Saison 2020/2021 macht sich Lewandowski endgültig unsterblich, indem er den Tor-Rekord von Gerd Müller knackte. © Poolfoto / Imago
2022: Robert Lewandowski - 35 Tore für den FC Bayern. Das Verhältnis zum FC Bayern bekommt Risse, nichtsdestotrotz liefert Lewandowski. Der Pole gewinnt zum siebten Mal die Torjägerkanone der Fußball-Bundesliga!
2022: Robert Lewandowski - 35 Tore für den FC Bayern. Das Verhältnis zum FC Bayern bekommt Risse, nichtsdestotrotz liefert Lewandowski. Der Pole gewinnt zum siebten Mal die Torjägerkanone der Fußball-Bundesliga! © IMAGO/Revierfoto
2023: Christopher Nkunku/Niclas Füllkrug - jeweils 16 Tore: Die Bundesliga-Saison 2022/23 beschert einen geteilten ersten Platz. Bei RB Leipzig dreht Christopher Nkunku auf, während Niclas ‚Lücke‘ Füllkrug bei Werder Bremen der Durchbruch in der Bundesliga gelingt.
2023: Christopher Nkunku/Niclas Füllkrug - jeweils 16 Tore: Die Bundesliga-Saison 2022/23 beschert einen geteilten ersten Platz. Bei RB Leipzig dreht Christopher Nkunku auf, während Niclas ‚Lücke‘ Füllkrug bei Werder Bremen der Durchbruch in der Bundesliga gelingt. ©  IMAGO / Sportfoto Rudel; IMAGO / Nordphoto
„Der 100-Millionen-Euro-Transfer schlägt ein: In seiner Premierensaison erzielt der Engländer beeindruckende 36 Treffer und wird dabei von Ehrenpräsident Uli Hoeneß geadelt.
2024: Harry Kane - 36 Tore für den FC Bayern. Der 100-Millionen-Euro-Transfer schlägt ein: In seiner Premierensaison erzielt der Engländer beeindruckende 36 Treffer und wird dabei von Ehrenpräsident Uli Hoeneß geadelt. © IMAGO/Ulrich Wagner
Harry Kane zum Zweiten: In der Folgesaison 2024/25 schnürt Kane den Torjägerkanonen-Doppelpack.
2025: Harry Kane - 26 Tore für den FC Bayern: Harry Kane zum Zweiten: In der Folgesaison 2024/25 schnürt Kane den Torjägerkanonen-Doppelpack. © IMAGO/Pressefoto Rudel/Herbert Rudel

Platz 4: Saison 1999/2000 - Ballacks Eigentor führt zu „Vizekusen“

Die Saison 2001/2002 dürfte schmerzhaft gewesen sein, allerdings erlebte Leverkusen schon 1999/2000 ein herzzerreißendes Finale. Vor dem letzten Spieltag stand Leverkusen mit drei Punkten Vorsprung vor dem FC Bayern an der Tabellenspitze und musste nur einen Punkt in Unterhaching holen, das im grauen Mittelfeld der Liga stand. Bayers junger Star Michael Ballack schoss allerdings ein Eigentor, das Spiel ging 0:2 verloren. Weil die Bayern zeitgleich mit 3:1 gegen Bremen gewannen, zog der Rekordmeister aufgrund des besseren Tor-Verhältnisses vorbei und feierte die unverhoffte Meisterschaft mit einer Kopie der Schale. Aus Leverkusen wurde nach der dritten Vize-Meisterschaft in vier Jahren „Vizekusen“.

Platz 3: Saison 1977/1978 - Gladbachs umstrittenes 12:0 am letzten Spieltag reicht nicht

Die Meisterschaft 1978 wurde im Rheinland ausgetragen. Der 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach gingen punktgleich in den letzten Spieltag, wurden allerdings von zehn Toren zugunsten der Geißböcke getrennt. Gladbach brauchte also ein Schützenfest, um aufzuholen und wurde den Erwartungen gegen Borussia Dortmund gerecht. So gewannen die „Fohlen“ furios mit 12:0 und feierten den bis heute höchsten Sieg der Bundesliga-Geschichte.

Da Köln jedoch ebenfalls mit 5:0 gewann, wurde der FC Deutscher Meister. Den Spielern und Verantwortlichen des BVB wurde später vorgeworfen, das Spiel gegen Gladbach für Geldsummen verschoben zu haben, die Vorwürfe wurden allerdings vehement abgestritten. Trainer Rehhagel wurde entlassen und die BVB-Profis mussten jeweils 2.000 Mark Strafe an den Verein für „mangelnden Einsatz“ zahlen.

Platz 2: Saison 1991/1992 - Drei Teams zum Finale punktgleich an der Spitze

Gleich drei Teams gingen am letzten Spieltag der Saison 1991/1992 punktgleich ins Finale. Eintracht Frankfurt, Borussia Dortmund und der VfB Stuttgart. Der BVB schloss erst am 37. Spieltag mit einem 3:1 gegen Bayer Leverkusen an das Spitzenduo auf, Stuttgart leistete sich ein 1:1 gegen Wattenscheid und Eintracht Frankfurt ein 2:2 gegen Werder Bremen. Die Frankfurter, die das Tor-Verhältnis auf ihrer Seite hatten, hätten nur in Rostock gewinnen müssen, um den ersten Bundesliga-Titel der Vereinsgeschichte einzufahren.

Allerdings verlor die SGE durch einen Treffer von Stefan Böger in der 89. Minute mit 2:1 an der Ostsee. Dortmund gewann unterdessen mit 1:0 in Duisburg, durfte jedoch ebenfalls nicht feiern. Guido Buchwald war es nämlich, der den VfB trotz Unterzahl in der 86. Minute gegen Leverkusen in Führung köpfte und die Schwaben dank der besseren Tor-Differenz zum Meister machte.

Der FC Bayern feiert den goldenen Freistoß von Patrick Andersson.

Platz 1: Saison 2000/2001 - Patrik Andersson und die Vier-Minuten-Meisterschaft des FC Schalke

Zum wohl legendärsten Saisonfinale kam es in der Saison 2000/2001. Der FC Schalke und Bayern München gingen punktgleich mit 59 Punkten in den 33. Spieltag, wobei das große Drama des Saisonfinals schon in den Schlusssekunden des 33. Spieltags seinen Lauf nahm. Nahezu zeitgleich fielen entscheidende Tore: Zuerst erzielte Stuttgarts Krassimir Balakov das 1:0 in der 90. Minute gegen Schalke. Sieben Sekunden später war es Alexander Zickler, der die Bayern zum 2:1-Heimsieg gegen den 1. FC Kaiserslautern schoss.

Schalke hatte vor dem 34. Spieltag zwar das bessere Tor-Verhältnis auf seiner Seite, musste allerdings auf eine Niederlage der Bayern in Hamburg hoffen und zeitgleich das eigene Spiel gegen Unterhaching gewinnen. Zum Abschied des Parkstadions führte Haching schon nach 26 Minuten mit 2:0. Die Schalker kamen mit einem Doppelschlag in der 44. und 45. Minute zurück, gerieten in der 69. Minute aber erneut in Rückstand. Zwei Tore von Jörg Böhme in den Minuten 73 und 74 brachten die „Knappen“ wieder in Führung und Ebbe Sand sorgte in der 89. Minute für das erlösende 5:3.

Nur wenige Sekunden nach Sands Tor brach die absolute Ekstase im Parkstadion aus. Sergej Barbarez köpfte in der 90. Minute das 1:0 für den HSV, Schalke zog damit in der Tabelle am FC Bayern vorbei und feierte, ohne zu wissen, dass das Spiel in Hamburg noch nicht beendet war, die Meisterschaft. Schiedsrichter Dr. Markus Merk gab jedoch vier Minuten Nachspielzeit im Volksparkstadion und pfiff in der 94. Minute einen indirekten Freistoß für den FCB.

HSV-Keeper Matthias Schober hatte den Ball nach einem Rückpass in die Hand genommen. Patrik Andersson verwertete die Vorlage von Stefan Effenberg schließlich aus zehn Metern und schoss das 1:1 für die Bayern. Mit 63 Punkten wurde die Elf von Ottmar Hitzfeld Deutscher Meister, Schalke musste sich mit 62 Punkten geschlagen geben und die Feierlichkeiten unter einigen Tränen beenden. (ta)

Rubriklistenbild: © Imago/Plusphoto/Horstmüller/Ulmer

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