Klassiker am 1. April

BVB spuckt vor Bayern-Kracher große Töne: Hat man da nicht das Wichtigste vergessen?

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Der FC Bayern München empfängt Borussia Dortmund am 1. April zum großen Bundesliga-Showdown. Nico Schlotterbeck gibt sich optimistisch.

München - Das Spiel der Spiele hat den Namen endlich wieder verdient! Wenn Borussia Dortmund am 1. April in der Allianz Arena beim FC Bayern München vorstellig wird, bringt der Klassiker nach vielen Jahren auch wieder einmal so etwas wie Spannung mit sich. Der BVB steht zum 26. Spieltag der Bundesliga einen Zähler vor dem Rekordmeister an der Tabellenspitze.

FC Bayern München - Borussia Dortmund
Samstag, 1. April, 18.30 Uhr
Allianz Arena
Bundesliga, 26. Spieltag

Nico Schlotterbeck vor dem Klassiker: „Können in München gewinnen“

Das Aufeinandertreffen läutet den Saisonendspurt ein. Es wird für beide Klubs ein heißer Frühling. Während die Bayern aktuell noch auf allen drei Hochzeiten tanzen, konzentriert man sich in Dortmund auf Bundesliga und DFB-Pokal. Möglicherweise ein Vorteil? Der BVB hatte die Schale seit 2012 nicht mehr in der Hand, die Sehnsucht ist groß, selten waren die Vorzeichen so gut – findet auch Nico Schlotterbeck.

Der Nationalspieler sagte der Sport Bild während der aktuellen Länderspielpause: „Wir haben in diesem Jahr mehr Punkte geholt als sie und sind in der Liga noch ungeschlagen – das sind zwei sehr gute Voraussetzungen. Wenn jeder seine Top-Leistung abruft, können wir in München gewinnen.“

BVB-Star Nico Schlotterbeck (l.) gibt sich vor dem Gastspiel beim FC Bayern München selbstbewusst. Thomas Müller (r.) dürfte genau wissen, wer die jüngsten acht Vergleiche in der Allianz Arena gewonnen hat.

Dortmunder spucken vor Bayern-Kracher große Töne: Hat der BVB da nicht das Wichtigste vergessen?

Schlotterbeck lässt also Fakten aus der Gegenwart sprechen. Die Fakten aus der Vergangenheit, die man beim BVB gekonnt vergisst: In München wurde es für Schwarz-Gelb sehr oft sehr schmerzhaft. Genauer gesagt: Die Bayern haben mit den Dortmundern regelmäßig den Boden der Allianz Arena gewischt.

Jüngstes Beispiel: Das 3:1 am 23. April 2022 - danach stand Bayern als Meister fest. Mehr Demütigung brachten da nur Ergebnisse wie die 4:0-, 5:0- oder 6:0-Siege in den Jahren 2018 und 2019.

Dortmund hat die letzten acht Gastspiele beim FC Bayern zum Teil krachend verloren

Wann hat Dortmund zuletzt ein Bundesliga-Spiel beim FC Bayern nicht verloren? Fast neun Jahre muss man zurückblättern, um einen 3:0-Erfolg am 12. April 2014 zu entdecken. Der FCB stand schon damals schon seit drei Wochen als Meister fest. Seit diesem Sieg hat Dortmund acht Spiele beim Rekordmeister zum Teil krachend verloren. Klappt es jetzt ausgerechnet im neunten Anlauf?

Dafür spricht auf jeden Fall die aktuelle BVB-Form. Dagegen die Historie - und der Umstand, dass die Bayern einfach zur Stelle sind, wenn es wichtig wird. So gesehen in der Champions League gegen Paris.

Choupo-Moting, Calhanoglu, Boateng: Diese Spieler haben sich gegen den DFB entschieden

LUSAIL CITY, QATAR - DECEMBER 02: Eric Maxim Choupo-Moting of Cameroon during the FIFA World Cup, WM, Weltmeisterschaft,
Eric Maxim Choupo-Moting (geboren: 23. März 1989 in Hamburg): Die Karriere des Angreifers nahm erst spät Fahrt auf. In Kameruns Nationalmannschaft stürmt der Profi aber bereits seit 2010. © Frej/imago
Hakan Calhanoglu of Turkey during the UEFA Nations League League C Group 1 match between Turkey and Lithuania at Gursel
Hakan Calhanoglu (geboren: 8. Februar in Mannheim): Der begnadete Techniker hätte sich wohl auch beim DFB durchsetzen können, spielte aber bereits in den U-Nationalmannschaften für die Türkei. Mittlerweile ist er sogar Kapitän der Mannschaft. © Seskimphoto/imago
Stephan Schröck (geboren: 21. August 1987 in Schweinfurt): Schon in der Junioren-Nationalmannschaft wechselte der frühere Fürther zum Verband der Philippinen. Seit 2019 ist er sogar Kapitän und spielt mittlerweile auch in der philippinischen Liga Fußball.
Stephan Schröck (geboren: 21. August 1987 in Schweinfurt): Schon in der Junioren-Nationalmannschaft wechselte der frühere Fürther zum Verband der Philippinen. Seit 2019 ist er sogar Kapitän und spielt mittlerweile auch in der philippinischen Liga Fußball. © Bopp/imago
Sebastian Boenisch: Als Linksverteidiger sah Sebastian Boenisch wohl kein Vorbeikommen am damaligen Kapitän Philipp Lahm. 2010 ging es für den langjährigen Schalker dann zum polnischen Verband, für den er 14 Partien absolvierte.
Sebastian Boenisch (geboren: 1. Februar 1987 in Gliwice, Polen): Als Linksverteidiger sah Sebastian Boenisch wohl kein Vorbeikommen am damaligen Kapitän Philipp Lahm. 2010 ging es für den langjährigen Schalker dann zum polnischen Verband, für den er 14 Partien absolvierte. © panoramic/imago
November 15 2018 Leipzig Germany Timo Werner L of Germany and Konstantin Rausch of Russia vi
Konstantin Rausch (geboren: 15. März 1990 in Kozhevnikovo, ehemalige UdSSR): Trotz über 50 Partien in den deutschen U-Nationalmannschaften reichte es für Konstantin Rausch nie für einen Einsatz in der A-Mannschaft. 2017 ging es dann zum russischen Verband. © Kireev/imago
QAT: England - Senegal. FIFA World Cup, WM, Weltmeisterschaft, Fussball Qatar 2022. Round of 16 Ismail Jakobs of Senegal
Ismail Jakobs (geboren: 17. August 1999 in Köln): Durch seinen Wechsel im September zum senegalesischen Fußballverband, nahm der Linksverteidiger relativ kurzfristig sogar an der WM 2022 in Katar teil. Bei der Endrunde lief er in allen vier WM-Spielen Senegals auf. © Blanco/imago
Fußball-Weltmeisterschaft 2022 Qualifikation (UEFA) Athen, Olympiastadion Spyros Louis, 08.09.2021 Gruppe B Griechenland
Odysseas Vlachodimos (geboren: 26. April 1994 in Stuttgart): Als Träger der Fritz-Walter-Medaille, die er 2011 als U17-Keeper erhielt, galt Vlachodimos als kommende deutsche Torwart-Hoffnung. Da allerdings Manuel Neuer auf unbestimmte Zeit in jedem Fall vor ihm stand, wechselte der Stuttgarter zu Griechenland. © Dimopoulos/imago
Willi Orban (Ungarn) gegen Thomas Müller (Deutschland) - Nations League Gruppe C Deutschland vs. Ungarn in der Red Bull
Willi Orbán (geboren: 3. November 1992 in Kaiserslautern): Zweimal lief Orbán für die deutsche U21 auf. Dann spielte er für Ungarn weiter. Dort gehört der erfahrene Bundesliga-Spieler zum Stammpersonal in der Abwehr. © Schroedter/imago
September 8 2015 United States midfielder Jermaine Jones 13 escapes from Brazil forward Roberto
Jermaine Jones (geboren: 3. November 1981 in Frankfurt): Obwohl der gebürtige Frankfurter drei Länderspiele für Deutschland absolvierte, wechselte der Mittelfeldspieler auf den letzten Drücker zum Verband der USA, für die er 69-mal im Einsatz war. © icon/imago
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Kevin-Prince Boateng (geboren: 6. März 1987 in Berlin): Der Wandervogel wechselte nicht nur seine Vereine regelmäßig, sondern wechelte 2010 zum Fußballverband von Ghana. Zuvor durchlief Boateng alle DFB-U-Mannschaften seit der U15. © xinhua/imago
Sead Kolasinac (geboren: 20. Juni 1993 in Karlsruhe): Der ehemalige Schalker, absolvierte 14 Einsätze in den U-Nationalmannschaften des DFB. Seit 2013 läuft er für Bosnien-Herzegowina auf.
Sead Kolasinac (geboren: 20. Juni 1993 in Karlsruhe): Der ehemalige Schalker, absolvierte 14 Einsätze in den U-Nationalmannschaften des DFB. Seit 2013 läuft er für Bosnien-Herzegowina auf.  © Oliver Weiken / picture allience
Joel Matip (geboren: 8. August 1991 in Bochum): Im März 2010 gab der Innenverteidiger sein Debüt für Kameruns A-Nationalmannschaft und erteilte dem DFB somit eine Absage.
Joel Matip (geboren: 8. August 1991 in Bochum): Im März 2010 gab der Innenverteidiger sein Debut für Kameruns A-Nationalmannschaft und erteilte dem DFB somit eine Absage. © Chai v.d. Laage/ Imago
Martin Harnik (geboren: 10. Juni 1987 in Hamburg): Durchlief trotz doppelter Staatsangehörigkeit bereits die U-Nationalmannschaften der Alpenrepublik, um danach 68 Länderspiele für Österreich zu absolvieren.
Martin Harnik (geboren: 10. Juni 1987 in Hamburg): Durchlief trotz doppelter Staatsangehörigkeit bereits die U-Nationalmannschaften der Alpenrepublik, um danach 68 Länderspiele für Österreich zu absolvieren.  © Christian Bruna / picture alliance
Nuri Sahin (geboren: 5. September 1988 in Lüdenscheid): Lief bereits für die U-Nationalmannschaften der Türkei auf. Einst stellte er in der Frage klar: „Meine deutsche Seite decke ich bei Borussia Dortmund ab, meine türkische bei der Nationalmannschaft.“
Nuri Sahin (geboren: 5. September 1988 in Lüdenscheid): Lief bereits für die U-Nationalmannschaften der Türkei auf. Einst stellte er in der Sache klar: „Meine deutsche Seite decke ich bei Borussia Dortmund ab, meine türkische bei der Nationalmannschaft.“ © Marius Becker / picture alliance
Yunus Malli (geboren: 24. Februar 1992 in Kassel): Wurde mit der deutschen U17-Nationalmannschaft Europameister. Im Oktober 2015 entschied er jedoch künftig für die türkische Auswahl zu spielen.
Yunus Malli (geboren: 24. Februar 1992 in Kassel): Wurde mit der deutschen U17-Nationalmannschaft Europameister. Im Oktober 2015 entschied jedoch künftig für die türkische Auswahl zu spielen.  © Mikhail Tereshchenko / Imago
Vincenzo Grifo (geboren: 7. April 1993 in Pforzheim): Hatte seit jeher den Traum für die Squadra Azzurra aufzulaufen. „Mein Herz schlägt zu 100 Prozent für Italien“, verkündete er einst.
Vincenzo Grifo (geboren: 7. April 1993 in Pforzheim): Hatte seit jeher den Traum für die Squadra Azzurra aufzulaufen. „Mein Herz schlägt zu 100 Prozent für Italien“, verkündete er einst. © Fabio Ferrari / picture alliance
Ermedin Demirovic (geboren: 25. März 1998 in Hamburg): Trotz zweier Staatsbürgerschaften stets für Bosnien-Herzegowina im Einsatz. Im März 2021 debütierte er für die A-Nationalmannschaft.
Ermedin Demirovic (geboren: 25. März 1998 in Hamburg): Trotz zweier Staatsbürgerschaften stets für Bosnien-Herzegowina im Einsatz. Im März 2021 debütierte er für die A-Nationalmannschaft.  © Armin Durgut/ Imago
Hamit Altintop (geboren: 8. Dezember 1982 in Gelsenkirchen): Zeigte gar Unverständnis für Mesut Özil, der sich für den DFB entschied. Eine andere Entscheidung als für die Türkei zu spielen habe für ihn nie im Raum gestanden.
Hamit Altintop (geboren: 8. Dezember 1982 in Gelsenkirchen): Zeigte gar Unverständnis für Mesut Özil, der sich für den DFB entschied. Eine andere Entscheidung als für die Türkei zu spielen habe für ihn nie im Raum gestanden.  © Hannibal Hanschke / picture alliance

„Bayern durch den Verlust der Tabellenführung gereizt“: Schlotterbeck und der BVB sind gewarnt

Laut Schlotterbeck wisse der BVB vor dem Duell aber natürlich, „dass die Bayern durch den Verlust der Tabellenführung gereizt sein werden“. Die Mannschaft von Trainer Edin Terzic hatte durch einen fulminanten 6:1-Sieg gegen den 1. FC Köln die Tabellenführung am Samstagabend übernommen (53 Punkte), die Bayern konnten sie tags darauf nicht zurückerobern, als sie mit 1:2 in Leverkusen unterlagen. Nun trennt die beiden Kontrahenten ein Zähler.

Mit einem Erfolg in München wäre die Dortmunder Chance auf die erste Meisterschaft seit 2012 so groß wie lange nicht. „Wir haben ja nie gesagt, dass wir den Titel nicht haben wollen. Für diese Chance gebe ich jeden Tag alles“, sagte Schlotterbeck: „Wir müssen weiterhin jede Woche die Mentalität, den Willen und Kampfgeist zeigen, der uns in diesem Jahr auszeichnet.“ Dann könnte auch der München-Fluch gebrochen werden.

Möglicherweise spielen den Dortmundern am 1. April dann auch die bayerischen Verletzungssorgen in die Karten. Nun hat schon der zweite Nationalspieler die Länderspielreise absagen müssen. (akl)

Rubriklistenbild: © Uwe Kraft / MIS / Imago

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