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Der Wechsel von Serhou Guirassy zum BVB steht auf der Kippe. Was bedeutet das für den VfB Stuttgart?
Stuttgart - Es ist nicht ungewöhnlich, dass bei Verhandlungen zwischen zwei Fußballklubs über einen Spieler von einem „Poker“ die Rede ist. Es wird oft spekuliert und nicht immer liegen alle Karten auf dem Tisch. Doch die Situation um den möglichen Transfer von Serhou Guirassy vom VfB Stuttgart zu Borussia Dortmund ist anders. Dank einer Ausstiegsklausel von 18 Millionen Euro musste der BVB nämlich gar nicht um finanzielle Details mit den Stuttgartern feilschen.
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Der BVB wusste nichts von der Verletzung Guirassys
Grundsätzlich nicht die schlechteste Ausgangslage für Guirassy, der somit in Sachen Gehalt vielleicht noch etwas mehr heraushandeln konnte. Am Ende soll der BVB jedenfalls einem irren Jahresgehalt von zehn Millionen Euro zugestimmt haben. Aber bleibt es dabei?
Wie berichtet, sollte der Wechsel bereits am Donnerstag (11. Juli) über die Bühne gehen, doch beim Medizincheck entdeckten die Dortmunder Ärzte eine Knieverletzung. Das Außenband ist betroffen. Die Schwere der Verletzung ist noch nicht festgestellt. Was dagegen klar ist: Der BVB war sich dessen nicht bewusst. Dortmunds Chef Aki Watzke machte dies in einem Interview mit Bild TV deutlich: „Wir waren darüber nicht in Kenntnis, dass er sich beim letzten Länderspiel offensichtlich verletzt hat. Wahrscheinlich hat er das auch selber nicht so genau registriert, was da passiert ist.“
VfB-Chefs bleiben wegen Guirassy gelassen
Während Borussia Dortmund anscheinend im Unklaren war, wussten die Stuttgarter, dass Guirassy eine Verletzung aus einem Freundschaftsspiel mit der Nationalmannschaft erlitten hatte. Nach Informationen unserer Redaktion informierte der Verband Guineas den VfB, dass Guirassys Knie angeschlagen war. Eine Untersuchung durch die Stuttgarter fand derweil nicht statt, da Guirassy zunächst für drei Wochen im Urlaub war. Die nicht unerhebliche Nachricht über die Verletzung scheint jedoch nicht beim BVB angekommen zu sein, wie zumindest Watzke behauptet. Warum die Seite Guirassys Dortmund nicht informierte, kann nur vermutet werden.
Trotz der letztlich schwierigen Situation bleiben die Stuttgarter Führungskräfte allerdings optimistisch, dass der Transfer am Mittwoch (17. Juli) abgeschlossen wird. Doch allein schon die Verzögerung des Deals könnte Probleme verursachen. Schließlich fehlt dem VfB immer noch das Geld, das sie durch den Transfer von Guirassy erhalten würden. Daher muss der VfB in dieser Hinsicht doch um Guirassy „pokern“ und ein wenig zocken. Die Verhandlungen mit dem FC Augsburg über Ermedin Demirovic sind nämlich fortgeschritten und auch der gewünschte Verbleib von Deniz Undav ist weiterhin ungewiss. Für beide Spieler muss der VfB mehr als 20 Millionen Euro Ablöse zahlen.
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