Nichts bleibt, wie es war: So funktioniert die neue Champions League
VonJoshua Eibl
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Mehr Mannschaften, mehr Partien, mehr Geld. Die Champions League in ihrer bisherigen Form wird nach dieser Saison Geschichte sein. Ein Überblick über das neue Format.
München – In der aktuellen Saison zeigt sich die Champions League noch in ihrer vertrauten Struktur: 32 Teams in acht Gruppen ringen um den Einzug in die nächste Runde. Ab dem Achtelfinale geht es in den K.o.-Spielen um alles. Die Mannschaften, die den dritten Platz in ihren Gruppen belegen, setzen ihren Weg in der Europa League fort. Doch ab der Saison 2024/25 wird sich das bekannte und geliebte Format für Fußballfans grundlegend verändern, sogar Spiele am Donnerstag sind dann möglich.
Champions League wird auf 36 Teams erweitert
Die anstehenden Veränderungen sind bedeutend. Ab der nächsten Saison werden die Champions-League-Teilnehmer in einer einzigen Gruppe zusammengefasst und das Teilnehmerfeld von 32 auf 36 Teams erweitert. Ein zusätzlicher Platz wird an den Drittplatzierten der laut UEFA-Koeffizient fünftbesten Liga Europas vergeben, derzeit wäre das die französische Ligue 1. Darüber hinaus qualifiziert sich ein weiterer Meister einer kleineren Liga direkt für die Königsklasse. Dadurch werden mindestens 15 der 36 Teilnehmer amtierende Meister sein.
Die zwei Verbände, deren Klubs in der vorherigen Saison im Europapokal am erfolgreichsten waren, erhalten ebenfalls einen weiteren Startplatz. Aktuell wären das die Premier League und La Liga, die dann mit fünf Teams in der Champions League vertreten wären.
Eine große Gruppe soll für mehr Spannung in der Champions League sorgen
Die traditionelle Gruppenphase der Champions League wird abgelöst. Ab der Saison 2024/25 sind alle 36 Teams Teil einer gemeinsamen Liga. Jedes Team spielt gegen acht verschiedene Gegner, wobei jedes Team vier Heim- und vier Auswärtsspiele bestreitet. Bisher trat jedes Team sechsmal in der Gruppenphase an und traf dabei auf drei Teams. Die UEFA erhofft sich durch diese Änderung mehr Spannung bereits in der Gruppenphase. Eine weitere Neuerung ist, dass die Spieltage bis in den Januar hineinreichen werden. Die Partien finden weiterhin dienstags und mittwochs um 18.45 Uhr und 21 Uhr statt. Am letzten Spieltag der Liga werden alle Spiele parallel ausgetragen. Durch das neue System erstreckt sich die Gruppenphase über zehn Wochen. Auch Champions-League-Spiele am Donnerstag sind dann möglich.
Die Gegner werden durch eine Auslosung ermittelt, bei der die 36 Klubs in vier gleich große Töpfe aufgeteilt werden. Der erste Topf besteht aus dem Titelverteidiger und den Meistern der acht besten Ligen, während die Töpfe zwei bis vier in absteigender Reihenfolge nach der UEFA-Koeffizientenliste besetzt werden. Spiele gegen Teams aus demselben Verband sind jedoch weiterhin nicht erlaubt.
Top-Teams werden sich nicht mehr direkt für das Achtelfinale der Champions-League qualifizieren
Die acht besten Teams qualifizieren sich direkt für das Achtelfinale. Die Teams auf den Plätzen neun bis 24 treten in den K.o.-Runden-Playoffs um die verbleibenden acht Plätze an. Alle anderen Teams scheiden aus.
Für die gesamte K.o.-Runde gibt es bereits im Vorfeld einen festen Turnierbaum. Im Achtelfinale spielen die acht direkt qualifizierten Teams, zunächst auswärts, gegen die Gewinner der K.o.-Runden-Playoffs. Jeder der drei Europapokal-Wettbewerbe erhält ab der nächsten Saison eine exklusive Woche. Heißt: Während der Europa League werden die anderen beiden Ligen in dieser Woche keine Spiele austragen. Dadurch soll jedem Wettbewerb mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden.
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Die Änderungen der Champions League in der Übersicht:
36 statt 32 Mannschaften
Eine Liga statt acht Gruppen
Acht verschiedene Gegner ohne Hin- und Rückspiel
Keine Möglichkeit mehr, in die Europa League abzusteigen
K.o.-Runden-Playoffs vor dem Achtelfinale
Fester Turnierbaum nach der Liga-Phase
Eine exklusive CL-Woche inklusive Partien am Donnerstag
Die Zuschauer müssen sich auf einige Änderungen einstellen. Statt der bisherigen 125 Spiele wird es ab der nächsten Saison insgesamt 189 Champions-League-Spiele geben. UEFA-Präsident Aleksander Čeferin erhofft sich dadurch, „die Attraktivität und Popularität unserer Wettbewerbe steigern zu können“. (je)