Christoph Daum kämpft seit Monaten gegen seinen Lungenkrebs. Der ehemalige Bundesliga-Trainer hat nun offen über seine Erkrankung gesprochen.
Artikel vom 22. März 2023: Köln - Er ist ein Kult-Trainer der Bundesliga, wurde mit dem VfB Stuttgart Deutscher Meister und schrieb mit Bayer Leverkusen traurige Fußball-Geschichte. Aktuell bestreitet Christoph Daum das schwerste Spiel seines Lebens: Der 69-Jährige kämpft gegen eine Lungenkrebs-Erkrankung.
Christoph Paul Daum
Geboren: 24. Oktober 1953 (Alter: 69 Jahre), Zwickau
Stationen als Trainer (u. a.): 1. FC Köln, VfB Stuttgart, Bayer Leverkusen, Eintracht Frankfurt
Größte Erfolge: Deutscher Meister (1992), Türkischer Meister (1995, 2004, 2005), Österreichischer Meister (2003)
Christoph Daum leidet an Lungenkrebs
Der gebürtige Zwickauer sprach in einem Interview mit der Sport Bild ganz offen über die entscheidende Routineuntersuchung im vergangenen Sommer. „Dabei sind Unregelmäßigkeiten aufgetreten, in deren Folge das Lungenkarzinom entdeckt wurde. Deshalb kann ich jedem Menschen ab 50 Jahren nur raten, regelmäßig zur Vorsorge zu gehen.“
Die Behandlung laufe nach Angaben von Daum aktuell gut. Er befinde sich „derzeit in Phase zwei, der Immun-Therapie. Die soll dazu führen, dass aus dem bedrohlichen Krebs-Zustand ein chronischer wird“.
Christoph Daum war als Trainer in Köln, Stuttgart, Leverkusen und Frankfurt aktiv
Daum arbeitete zuletzt von 2016 bis 2017 als rumänischer Nationaltrainer. In Deutschland dirigierte er den VfB Stuttgart 1992 zur Meisterschaft, war zuvor beim 1. FC Köln tätig. Mit Bayer Leverkusen schrammte er 2000 haarscharf am Bundesliga-Titel vorbei, unvergessen ist die 0:2-Pleite in Unterhaching, die die Werkself zu „Vizekusen“ werden ließ.
Daum trainierte 2011 noch Eintracht Frankfurt - wichtige Stationen in seiner Karriere waren außerdem Österreich und die Türkei. In den Neunzigern und Zweitausendern heimste er mit Besiktas, Fenerbahce und Austria Wien einige Titel ein.
Das machen die DFB-Stars vom Sommermärchen 2006 heute
Christoph Daum war Raucher: „Zwischen einer halben und einer Packung am Tag“
Und jetzt also Krebs. Daum galt immer als starker Raucher. Damit war unmittelbar nach der Diagnose Schluss, wie er im Interview weiter verriet. „Ich habe zwischen einer halben und einer Packung am Tag geraucht. Das hat ganz sicher zu meiner Erkrankung beigetragen.“ Dann habe er nach 38 Jahren von einem Tag auf den anderen aufgehört. „Das ist eine reine Willenssache. So bin ich.“
Daum geht realistisch mit seiner Erkrankung um. „Es wäre Wunschdenken zu glauben, den Krebs besiegen und sagen zu können: Der ist weg.“ Bei ihm gehe es eher darum, sagen zu können: „Wir haben ihn unter Kontrolle und ich kann damit alt werden. Dafür werden noch einige Therapien nötig sein.“
Im Video: Christoph Daum machte seine Erkrankung öffentlich
Christoph Daum leidet an Krebs: „Ich habe einen ungebetenen Gast in meinem Körper“
Seine Eigenschaften als Coach und Motivator seien nun eine Hilfe, berichtete Daum. Sein ganzes Leben lang ging es darum, nach Niederlagen aufzustehen und das nächste Spiel zu gewinnen. Dieser permanente Kampf sei nun ein Vorteil für ihn.
Und weiter: „Ich habe einen ungebetenen Gast in meinem Körper, gegen den ich permanent ankämpfen muss. Dem stelle ich mich, und ich werde ihn verjagen oder zumindest so einschränken, dass wir zusammen gut leben können.“