„Ich bin gut genug“

Mick Schumacher plant Formel-1-Rückkehr – ersetzt er Lewis Hamilton bei Mercedes?

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Mick Schumacher träumt weiterhin von einem Formel-1-Cockpit. Wie stehen seine Chancen bei Mercedes nach dem überraschenden Wechsel von Lewis Hamilton zu Ferrari?

Update vom 1. Januar, 12.05 Uhr: Der Wechsel von Mercedes-Pilot Lewis Hamilton zu Rivale Ferrari am Ende der kommenden Saison schockte am Donnerstagabend die Formel-1-Szene. Der Brite unterschreibt einen langjährigen Vertrag bei der Scuderia und wird dort Carlos Sainz ersetzen, der sein Cockpit für den Rekordweltmeister räumen muss. Damit wird im Mercedes eines der begehrtesten Fahrercockpits des gesamten Feldes frei. Wie stehen die Chancen von Mick Schumacher Hamilton zu beerben?

Der Deutsche kennt das Team in- und auswendig, ist auch in der kommenden Saison als Ersatzfahrer bei den Silberpfeilen eingeplant und konnte in der Vergangenheit schon von Hamilton und George Russell lernen. Außerdem wurde er von den Mercedes-Bossen öffentlich für seine gute Arbeit im Simulator gelobt. Seine Chancen werden von Experten aus mehreren Gründen dennoch als sehr gering eingeschätzt.

Formel-1-Hammer: Folgt Mick Schumacher bei Mercedes auf Lewis Hamilton?

Mit Hamilton verliert Mercedes nicht nur einen der besten Fahrer des Feldes, sondern auch eine Identifikationsfigur, der den Silberpfeilen als eigenständige Marke viele Sponsoren und Fans eingebracht hat. Dabei kommt der Wechsel des 39-Jährigen mitten in einer schwierigen Phase des Rennstalls. Nach vielen Jahren der Dominanz hat Mercedes seine Vormachtstellung an Red Bull verloren. Ohne Hamilton droht dieser Rückstand weiter anzuwachsen – doch eigentlich soll die Lücke zu Red Bull geschlossen werden.

Für Schumacher kommt diese Aufgabe nach dann zwei Jahren ohne Stammcockpit in der Formel 1 wohl zu früh – trotz seines großen Talents. Viel mehr wird Teamchef Toto Wolff nach einer erfahreneren Lösung suchen. Zwar laufen nach der kommenden Saison zahlreiche Fahrerverträge aus, doch die Topfahrer wie Max Verstappen, Charles Leclerc, Lando Norris und Oscar Piastri besitzen bei ihren Rennställen alle langfristige Verträge. Eine Alternative könnte Sainz sein, der den umgekehrten Weg von Ferrari zu Mercedes gehen könnte. Auch Fernando Alonso und Alexander Albon gelten als Optionen.

Auch wenn der also Schritt für Schumacher als Stammfahrer von Mercedes wohl zu früh kommt, ist die Bewegung auf dem Fahrermarkt für den Deutschen dennoch positiv. Durch die vielen auslaufenden Verträge könnte er bei einem anderen Team unterkommen. In der Zwischenzeit will er als Ersatzfahrer bei den Silberpfeilen und bei der Langstrecken-WM für Alpine überzeugen. Sollten seine Leistungen dabei durch die Decke gehen, bestehen gute Chancen auf ein Formel-1-Comeback 2025 – wenn auch höchstwahrscheinlich nicht im Mercedes.

Erstmeldung vom 31. Januar, 20.20 Uhr: München – Viele deutsche Motorsport-Fans träumen von einer Rückkehr von Mick Schumacher in die Formel 1. In der kommenden Saison muss sich der Sohn von Rennlegende Michael Schumacher aber zum zweiten Jahr in Folge als Ersatzfahrer von Mercedes und McLaren beweisen. Ein Comeback in einem Formel-1-Cockpit bleibt aber weiterhin das große Ziel. Dafür will der 24-Jährige kämpfen und setzt dabei auch auf eine Eigenschaft, die ihm sein Vater mitgegeben hat.

Mick Schumacher peilt Formel-1-Rückkehr an

 „Ich weiß, dass ich die Fähigkeiten dafür habe. Ich bin gut genug“, erklärte Schumacher im Interview mit der Sportbild selbstbewusst. „Das habe ich in der Formel 4, Formel 3 und Formel 2 gezeigt. Dass ich Rennen und Meisterschaften gewonnen habe, wird schnell vergessen. Da habe ich bewiesen, dass ich neben dem Fahren auch mit Druck umgehen kann. Und so anders ist die Formel 1 nicht“, so Schumacher weiter.

Gegenüber anderen Fahrern besitzt Schumacher laut eigener Aussage einen entscheidenden Vorteil, den er vermutlich von seinem Vater gelernt habe. „Was ich ein wenig anders mache als die meisten Piloten, ist – und das habe ich vermutlich von Papa –, dass ich ein Team in die richtige Richtung führen kann“, erklärte Schumacher. Seine Mentalität als Teamplayer hätten derweil nicht viele Fahrer in der Formel 1, deswegen ist er sich sicher: „Das wäre für viele Teamchefs ein Gewinn.“

Hofft auf eine Rückkehr in die Formel 1: Mick Schumacher.

Fahrermarkt aktiv – Schumacher: „Ich weiß, dass ich liefern muss“

Für die Saison 2025 rechnet sich Schumacher gute Chancen auf ein Cockpit aus. „Der Fahrermarkt ist bereits jetzt recht aktiv. Da wird einiges passieren. Es wird nicht nur Wechsel bei den Cockpits der Teams geben, sondern möglicherweise beenden auch ein, zwei Fahrer ihre Karriere“, so Schumacher. Seine Hoffnungen sind durchaus berechtigt, bei 14 von 20 Fahrern enden die Verträge am Ende der kommenden Saison.

Im Kampf um die dauerhafte Position als Stammfahrer bei einem der Teams sieht er sich in einer guten Position. „Aus den Nachwuchsserien drängt sich derzeit kein Talent auf“, so Schumacher, der dennoch weiß: „Ich bekomme nichts geschenkt. Ich bin derjenige, der liefern muss.“

Kann Mick Schumacher 2025 in ein Formel-1-Stammcockpit zurückkehren?

Schumacher bei Langstrecken-WM für Alpine im Einsatz

Um sein Können zu zeigen, will er in diesem Jahr auch die Chance bei der Langstrecken-WM nutzen. Bei dieser geht er für Alpine an den Start. Die Vorfreude auf die neue Herausforderung ist groß: „Endlich wieder Rad-an-Rad-Duelle mit anderen Piloten“, schwärmt Schumacher. Speziell die Teilnahme beim legendären 24-Stunden-Rennen in Le Mans im Juni sei „etwas ganz Besonderes.“

Sein „Lebenstraum“ sei jedoch immer die Formel 1 gewesen, bekräftigte der 24-Jährige. Seinen bislang letzten Auftritt in der Motorsport-Königsklasse hatte er 2022. Nach zwei Saisons beim US-Rennstall Haas verlor er schließlich sein Cockpit.

Anfang Januar sorgte Mick Schumacher bereits mit einer Gänsehaut-Botschaft zum Geburtstag seines Vaters für Aufsehen. (LuHa)

Rubriklistenbild: © Hasan Bratic/dpa

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