CL-Kader des FC Bayern ohne Lennart Karl: Was ist der Grund?
VonPeter Grad
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Die UEFA hat die Spielerliste des FC Bayern für die kommende Champions-League-Saison veröffentlicht. Der 23-köpfige Kader sorgt für Verwunderung.
München – Die UEFA schreibt auf ihrer offiziellen Homepage: „Der Zeitraum der Transferfenster der Ligen, deren Klubs an der Ligaphase der Champions League teilnehmen, variieren nach Land. Alle Vereine müssen jedoch ihre Champions-League-Kader bis Dienstag, 2. September, um 24:00 Uhr MEZ registrieren.“ Als Einschränkung ist dort auch noch zu lesen: „Jeder Klub darf während einer Saison maximal 25 Spieler auf der Liste A nominieren, mindestens zwei davon müssen Torhüter sein.“
Der FC Bayern ist dieser Pflicht selbstverständlich nachgekommen und die UEFA hat den 23-köpfigen Kader des deutschen Rekordmeisters veröffentlicht, während dies auf der vereinseigenen Homepage noch nicht stattgefunden hat. Möglicherweise führt gerade dieser Umstand derzeit zu etwas Verwunderung. Weniger, dass die Münchner das Limit von 25 Spielern nicht erreichen, wahrscheinlich als einziger aller 36 CL-Teilnehmer, als vielmehr, dass es bei der Nominierung auffällige Abweichungen zum offiziellen Profikader des FC Bayern gibt.
Der Kader des FC Bayern für die CL-Ligaphase 2025/26
Wenn man davon absieht, dass die UEFA den derzeit verletzten FCB-Stamm-Linksverteidiger Davies im Mittelfeld ansiedelt, fällt beim CL-Kader sofort der Name Cassiano Kiala in der Verteidigung auf, der im offiziellen Bundesliga-Kader des Vereins nicht aufgeführt wird. Während der 16-jährige überraschend im Aufgebot steht, fehlt hingegen das viel diskutierte 17-jährige Eigengewächs Lennart Karl.
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Dabei hat Kiala die Nominierung durchaus verdient. Der Defensiv-Allrounder gilt als eines der größten Talente auf dem FCB-Campus und wurde in den vergangenen Monaten bereits an die Profis von Vincent Kompany herangeführt. Seine Nominierung unterstreicht, dass der Chefcoach des Rekordmeisters ihm zutraut, im Notfall auch auf internationaler Bühne eingesetzt zu werden. Überraschend ist hingegen (nur) auf den ersten Blick das Fehlen des 17-jährigen Supertalents Lennart Karl, der in der Saisonvorbereitung extrem auf sich aufmerksam gemacht hat und beim 6:0 gegen RB Leipzig am ersten Spieltag bereits Bundesligaluft geschnuppert hat.
Der FC Bayern wird Lennart Karl auf die Liste B setzen
Denn wenn es bei der UEFA schon eine sogenannte A-Liste für die Kader-Nominierung gibt, muss es natürlich auch eine B-Liste geben: „Ein Spieler kann auf Liste B eingetragen werden, wenn er am oder nach dem 1. Januar 2004 geboren wurde und seit seinem 15. Geburtstag während zwei aufeinander folgenden Jahren ununterbrochen bzw. während insgesamt drei aufeinander folgenden Jahren mit einer Unterbrechung von maximal einem Jahr für eine Ausleihe an einen Verein desselben Verbands für den betreffenden Verein spielberechtigt war. 16-jährige Spieler können auf Liste B eingetragen werden, wenn sie in den beiden vorangegangenen Jahren ununterbrochen für den betreffenden Verein spielberechtigt waren.“
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Der 2008 geborene Karl, der 2022 in die Nachwuchsabteilung des FC Bayern gekommen war, erfüllt natürlich all diese Kriterien und wird über diese Liste selbstverständlich gemeldet werden und für die Ligaphase der Königsklasse spielberechtigt sein. Kiala, der erst 2024 von der Berliner Hertha nach München gewechselt war, würde diese Kriterien dagegen nicht erfüllen und kann ausschließlich über die Liste A gemeldet werden. Weniger beachtet: Gleiches wie für Karl gilt übrigens auch für den vierten FCB-Keeper Leon Klanac. Der 18-Jährige kam 2021 vom FC Augsburg und kann somit ebenfalls auf die Liste B gesetzt werden.
Ein klein wenig verwunderlich ist es dennoch, dass Karl und Klanac nicht den erlaubten 25-Mann-Kader komplettieren. Denn selbst wenn der FCB seinen Minikader noch mit aktuell vereinslosen Spielern auffüllen würde, wären diese in der CL-Ligaphase (Meldeschluss 2. September 2025, 24:00) nicht mehr spielberechtigt.