Die deutschen Gruppengegner für die WM 2026 wurden gezogen. In diesen möglichen Szenarien könnte sich die DFB-Elf im Sommer wiederfinden.
Deutschland trifft bei der Weltmeisterschaft 2026 in der Gruppenphase auf Curaçao, die Elfenbeinküste und Ecuador. Doch was passiert, wenn die Mannschaft von Bundestrainer Julian Nagelsmann endlich wieder eine überzeugende Vorrunde spielt? Ein realistischer Blick auf die möglichen Wege durch das K.O.-System des Spielplans der WM 2026.
Es ist viel Spekulation, aber der Weg für die DFB-Truppe ins Finale der WM 2026 in den USA, Kanada und Mexiko lässt sich schon jetzt, zumindest ungefähr, bestimmen. Als Voraussetzung für die möglichen, hier aufgeführten deutschen Gegner gilt: Die Teams gewinnen alle ihre Spiele, bis sie auf Deutschland treffen. Für die deutsche Mannschaft gibt es drei Szenarien:
Szenario 1: Deutschland wird Gruppensieger bei der WM 2026
Was sich die Nation schon jetzt ausrechnet: Setzt sich Deutschland in Gruppe E durch, beginnt der K.O.-Weg in Boston. Dort würde im neuen „Round of 32“-Format (Sechzehntelfinale) garantiert ein Gruppendritter warten – und zwar aus einer der Gruppen A, B, C, D oder F. Da in jeder dieser Gruppen vier Teams spielen, ergeben sich vor den noch ausstehenden Interkontinental-Playoffs theoretisch über 30 mögliche Gegner.
Klar ist: Auch diese Aufgabe sollte machbar sein, sofern alle Top-Nationen ihre Gruppen dominieren. Sollte die DFB-Elf gewinnen, würde die Reise weiter nach Philadelphia führen. Dort träfe Deutschland auf den Sieger aus Gruppe I. Passend zum US-Unabhängigkeitstag, könnte es dort am 4. Juli zu einem echten Klassiker kommen: Deutschland gegen Frankreich. Voraussetzung: Auch „Les Bleus“ setzen sich in ihrer Gruppe I durch.
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Nach einem möglichen Sieg gegen die Franzosen würde Deutschland erneut nach Boston zurückkehren. Der wahrscheinlichste Gegner im Viertelfinale wären dann die niederländischen Nachbarn. Vorausgesetzt, beide Teams kommen ohne Ausrutscher bis dorthin durch. Das Viertelfinalspiel findet am 9. Juli statt.
In der nächsten Runde könnte es dann zur großen Revanche kommen. Nach aktuellem Turnierbaum warten dort die Schwergewichte aus Gruppe J oder K. Der wahrscheinlichste Name, der hier fällt, ist Spanien. Ein Halbfinale zwischen Deutschland und „La Roja“ würde im Stadion in Dallas ausgetragen. Gelingt der Einzug ins Finale, führt der letzte Schritt nach New York, wo das Endspiel des Turniers, am 19. Juli steigt.
Die WM-Gruppen im Überblick
Gruppe A: Mexiko, Südafrika, Südkorea, Sieger Europa-Playoff D (Dänemark/Tschechien/Irland/Nordmazedonien)
Gruppe B: Kanada, Europa-Playoff A (Italien/Wales/Bosnien&Herzegowina/Nordirland), Katar, Schweiz
Gruppe C: Brasilien, Marokko, Haiti, Schottland
Gruppe D: USA, Paraguay, Australien, Sieger Europa-Playoff C (Türkei/Slowakei/Kosovo/Rumänien)
Gruppe E: Deutschland, Curacao, Elfenbeinküste, Ecuador
Gruppe F: Niederlande, Japan, Sieger Europa-Playoff B (Ukraine/Polen/Albanien/Schweden), Tunesien
Gruppe G: Belgien, Ägypten, Iran, Neuseeland
Gruppe H: Spanien, Kap Verde, Saudi Arabien, Uruguay
Gruppe J: Argentinien, Algerien, Österreich, Jordanien
Gruppe K: Portugal, Sieger FIFA-Playoff 1 (Neukaledonien, Jamaika, DR Kongo), Usbekistan, Kolumbien
Gruppe L: England, Kroatien, Ghana, Panama
Szenario 2: Deutschland wird Gruppenzweiter bei WM 2026
Sollte das DFB-Team in Gruppe E nur auf Rang zwei landen, ändert sich der komplette Weg. Dann findet das Sechzehntelfinale (Round of 32) in Dallas statt – und der Gegner wäre direkt ein Topteam: der Zweite aus Gruppe I. Bisher stehen nur drei Nationen in dieser Gruppe fest: Frankreich, Norwegen und Senegal – hinzukommt der Sieger des Playoff-Turniers (Irak, Bolivien oder Suriname).
Übersteht Deutschland diese brisante Auftakthürde, wartet in New York (5.07.) ein Achtelfinale, das es ebenfalls in sich hätte: Brasilien wäre hier der wahrscheinlichste Gegner. Ein mögliches Viertelfinale brächte dann ein Klassiker-Duell mit England in Miami (11.07.), gefolgt von einem Halbfinale gegen Argentinien in Atlanta (15.07.). Ein Weg voller Schwergewichte, den es zu umgehen gilt.
Szenario 3: Deutschland wird Gruppendritter bei WM 2026
Auch ein dritter Platz in der Vorrunde 2026 wäre keine Katastrophe. In der Neuauflage der Fußball-Weltmeisterschaft, bei der diesmal 48, statt wie bisher 32 Nationen teilnehmen, kommen erstmals acht der zwölf Gruppendritten weiter. Also deutlich bessere Chancen als im Katar-Format von 2022. Ein klarer Sieg im Auftaktspiel gegen Curaçao könnte deshalb bereits entscheidend sein, um genügend Punkte und eine gute Tordifferenz zu sammeln.
Dieses Szenario ist jedoch nur schwer durchzuspielen, da es in diesem Fall davon abhängt, aus welchen anderen Gruppen die jeweils Dritten weiterkommen. Man kann darüber nur spekulieren. In jedem Fall sollte das nicht der Anspruch von Julian Nagelsmann und der DFB-Auswahl sein. Eine erwartet schwere Gruppe hat Deutschland definitiv nicht bekommen. (lf)