VonDaniel Michelschließen
Joshua Kimmich gilt als unverzichtbar beim FC Bayern, doch seine Gesundheit ist gefährdet. Der Rekordmeister muss ihn künftig besser schützen.
München – Joshua Kimmich gilt als der „Dauerbrenner“ des FC Bayern München. In allen 36 Pflichtspielen der Saison stand er von Beginn an auf dem Platz. Mit über 3000 absolvierten Minuten (genau 3193) ist er der einzige Spieler der Bayern, der diese Marke geknackt hat. Die Einsätze in der deutschen Nationalmannschaft sind dabei noch nicht berücksichtigt.
Kimmich wirkt unermüdlich
Kimmich ist unermüdlich und will stets spielen. Der 30-Jährige führt die Mannschaft auf dem Spielfeld an und seit seiner Rückkehr ins zentrale Mittelfeld unter Trainer Vincent Kompany genießt er das Spiel noch mehr. Wer könnte ihn da bremsen?
Seine Laufleistung ist beeindruckend: Kimmich legt pro Spiel mindestens zwölf Kilometer zurück. In der Bundesliga hat er bereits 277 Kilometer absolviert, nur Jackson Irvine vom FC St. Pauli hat mit 282 Kilometern mehr auf dem Tacho.
Kimmich ist der „Dauerbrenner“ beim FC Bayern
Diese Ausdauer zeigt Kimmich seit mehreren Saisons. Er spielt und läuft unermüdlich und bleibt dabei nahezu verletzungsfrei. Das liegt auch an seiner Biografie und seiner professionellen Einstellung.
Ursprünglich hätte Kimmich beinahe nicht den Sprung zum Profi geschafft. Zu Beginn seiner Karriere war er häufig verletzt. Doch der Wechsel auf Leihbasis 2013 vom VfB Stuttgart zu RB Leipzig brachte den Durchbruch. Der Verein war medizinisch hervorragend aufgestellt und kümmerte sich intensiv um ihn, was seine Karriere rettete.
In dieser Zeit lernte er den ehemaligen Leistungssportler Tim Lobinger kennen, der ihn privat in Fitnessfragen coachte. Lobingers Tod im Jahr 2023 war ein schwerer Verlust für Kimmich, doch er profitierte von dessen Wissen und bewältigte die physischen Belastungen bis zum letzten Wochenende gut.
Auswechslung gegen Eintracht Frankfurt
Im Spiel gegen Eintracht Frankfurt musste Kimmich in der 43. Minute verletzt ausgewechselt werden. Die Sorge war groß, dass der 4:0-Sieg teuer erkauft wurde: Ein Muskelfaserriss im Oberschenkel stand im Raum.
Glücklicherweise stellte sich heraus, dass es sich nur um eine Sehnenreizung handelt. Allerdings kann eine gereizte Sehne manchmal länger Probleme bereiten als ein Muskelriss.
Fragen an Bayerncoach Kompany
Nun stehen Fragen an Trainer Vincent Kompany und die sportliche Leitung des FC Bayern im Raum: Warum wird Kimmich, der wohl wichtigste Feldspieler, immer eingesetzt und kaum geschont? Warum gibt es keine Rotation, um ihm Pausen zu gönnen? Sind die Ersatzspieler Leon Goretzka und Joao Palhinha nicht in der Lage, ihn zeitweise zu ersetzen?
Kimmich arbeitet zwar äußerst professionell, doch auch er ist kein Roboter. Ein 30-Jähriger, der über Jahre hinweg alle drei Tage Höchstleistungen erbringt, riskiert langfristig seine Gesundheit. Er benötigt dringend Pausen, doch sein Ehrgeiz hindert ihn daran, sich selbst zurückzunehmen.
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Wer legt Kimmich zu seinem eigenen Wohl eine Pause nahe?
Hier sind die Verantwortlichen gefragt: Trainer, Manager und möglicherweise auch der Spielerberater müssen eingreifen. Wobei Kimmich keinen Berater hat. Er will sogar Vertragsverhandlungen eigenständig führen.
Der FC Bayern muss allerdings Kimmich zu Pausen zwingen, um langfristige Verletzungen zu vermeiden. Bisher hat der Verein mit dem Feuer gespielt, in der Hoffnung, dass „Dauerbrenner“ Kimmich stets einsatzbereit ist und auf Topniveau performt.
Doch nun ist es an der Zeit, die Augen zu öffnen und zu handeln, bevor er zu einer schweren Verletzung bei Kimmich kommt. Das Spiel mit dem Feuer muss bei Kimmich ein Ende haben.
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