Der FC Bayern schlägt Hertha BSC mit 2:0. Trainer Thomas Tuchel war im Anschluss relativ zufrieden, Matthijs de Ligt freute sich über den Dreier.
München – Der FC Bayern nutzte seine große Chance am Sonntagnachmittag. Durch den 2:0-Sieg gegen Hertha BSC zogen die Münchner wieder an Borussia Dortmund, die nach dem 1:1 gegen Bochum vor allem mit der Leistung des Schiedsrichters haderten, vorbei und übernahmen die Tabellenführung in der Bundesliga. Der Gegner aus der Hauptstadt hängt hingegen weiterhin auf Platz 18 fest.
Wie die Protagonisten die Partie am DAZN-Mikrofon einschätzten, lesen Sie nachfolgend. Zudem fassen wir auch die Aussagen aus der Mixed Zone und der Pressekonferenz für Sie zusammen.
Thomas Tuchel (Trainer vom FC Bayern München) nach dem Spiel über...
... die geforderte Reaktion: „Ja, schon. Es ging jetzt erstmal darum, durchgehend konzentriert zu spielen. Hertha hat diszipliniert verteidigt, in der ersten Halbzeit gab es knifflige Kontersituationen. Unser Selbstvertrauen war nicht das Größte. Aber dann haben wir die Tore gemacht, das tut uns gut.“
... die Halbzeitansprache: „Ruhig bleiben, wir wollten auf beiden Seiten eine Breite haben. Wir mussten geduldig bleiben und durften nicht die Ordnung verlieren. Durchatmen, durchatmen und weitermachen.“
... seine Situation als Krisen-Manager: „Wenn du als neuer Trainer im April reinkommst, dann läuft nicht alles rund, sonst gäbe es die Stelle gar nicht. Krisen-Manager weiß ich nicht. Natürlich versucht man ganz schnell einen Draht zur Mannschaft zu kriegen und eine Idee zu entwickeln wie man helfen kann. Im Moment haben wir das Gefühl, dass jeder will. Wir müssen in der Energie nochmal zulegen. Ich freue mich, wie wir heute gejubelt hatten, das Lachen von Kingsley im Gesicht. Wir brauchen alles, manchmal brauchen sie ein bisschen Feuer, das haben wir diese Woche auch schon gehabt. Heute war Ruhe angesagt, weil ich das Gefühl hatte, alle sind bereit.“
... die Leistung der Offensive: „Serge hat getroffen, normalerweise hätte Sadio den Kopfball reinmachen können. Die Jungs brauchen das. King hat immer wieder angeschoben.“
.. eine zusätzliche motivierende Ansage und wann es diese gab: „Sag ich nicht, aber es war nicht im Training, da war alles gut. Aber es gab mal eine emotionale Extra-Ansprache. Ich habe jetzt schon bereut, dass ich darüber gesprochen habe.”
Thomas Tuchel (Trainer beim FC Bayern München) auf der Pressekonferenz über...
... das Spiel: „Es war lange Zeit schwer. Gegen acht, neun extrem disziplinierte Spieler in und um die Box – das ist auch absolut legitim, so zu spielen - ist es natürlich sehr schwer. Wir strotzen bei der Ausgangssituation gerade nicht vor Leichtigkeit und Selbstvertrauen, das war klar, auch nach dem letzten Ergebnis. Dafür haben wir es gut gemacht. Wir hatten zwar zwei, drei hochkarätige Torchancen, die normalerweise reichen müssen, um in Führung zu gehen, um mehr Vertrauen zu bekommen, mehr Qualität reinzukriegen und natürlich macht das auch was mit dem Gegner. Haben wir nicht geschafft, deshalb war es wichtig, dass wir ruhig geblieben sind, dass wir diszipliniert geblieben sind.“
den Erfolg: „Wir hatten in der ersten Halbzeit schon zwei, drei knifflige Aktionen im Konter zu verteidigen. Das haben wir sehr laufintensiv und sehr fleißig wegverteidigt. Mit fortlaufender Spielzeit war ich sehr froh, dass es keine Kontermöglichkeiten mehr gab, dass wir nichts mehr zugelassen haben im Umschalten. Dann haben wir uns irgendwann belohnt und mit dem zweiten Tor hat man dann auch gemerkt, dass Rhythmus zurückkam, dass Leichtigkeit und Selbstvertrauen zurückkommen. Insgesamt war es ein verdienter Sieg. Kein spektakulärer Sieg, aber ein verdienter Sieg. Das muss es in 34 Spieltagen auch einfach mal geben und das war einer davon.“
... Schlüssel zum Sieg: „Heute war es aus meiner Sicht sehr wichtig, dass wir ruhig und diszipliniert bleiben und dass wir in der zweiten Halbzeit ein bisschen breiter spielen.“
... den Bankplatz von Thomas Müller: „Thomas ist am Ende super wichtig, aber er hat ein bisschen Rückenprobleme, geht jetzt morgen wahrscheinlich aus dem Training raus. Er braucht zwei Tage Pflege, schleppt gerade die ganze Zeit so ein bisschen Rückenprobleme mit. Ich konnte mir schon vorstellen, dass Pal diesen Ansatz wählt. Klar, die haben ja auch unsere Ergebnisse gekannt und ich wollte mir die Möglichkeit offen halten, die letzten 30 Minuten mit Thomas zu Ende zu spielen. Falls wir jemanden brauchen, der die Erfahrung hat, der den Riecher hat und das Selbstvertrauen nicht verliert, weil es jetzt gerade noch 0:0 steht. Das war die Kombination. Thomas ist überhaupt kein Problem zu handeln, er ist top-professionell, super emotional. Er hat 90 Minuten darauf gebrannt, heute da reinzukommen.“
... die Leistung von Ryan Gravenberch: „Ryan hat heute ein sehr gutes Spiel gemacht und wir haben da Luft nach oben. Eigentlich muss es fünf, sechs, sieben ganz harte Entscheidungen geben, die es verdienen zu spielen und die wir dann brauchen, um unsere Spiele zu Ende zu bringen und unseren Spielen einen Impuls zu geben. Das hatten wir heute und Thomas war da ein Teil davon.“
... den Gesundheitszustand von Choupo-Moting: „Choupo ist noch nicht im Training und da kann ich gar keine Prognose abgeben. Das Knie reagiert immer wieder ein bisschen, er ist nicht komplett schmerzfrei. Wir wollen in keine On-off-Situation reinlaufen, wo er dann reinkommt und wieder raus geht, was grundsätzlich schmerzlich ist. Wir wollen Konkurrenzkampf, heute war ein Platz frei auf der Bank. Konkurrenzkampf ist in der entscheidenden Saisonphase elementar.“
... die Leistung von Sadio Mane: „Sadio hat als linker Stürmer begonnen, eigentlich wie ich finde seine beste Position, weil er die auch in Liverpool bekleidet hat in einer halblinken Position. Das Spiel war sehr rechtslastig heute, weil die Verbindung zwischen ‚Nouss‘ (Mazraoui, Anm. d. Red.) und ‚King‘ (Coman, Anm. d. Red.) und Serge besser war als auf der linken Seite. Da war Joao zu isoliert am linken Flügel, da haben wir zu weit innen gespielt und die linke Seite so vernachlässigt. Deshalb hat da Verbindung gefehlt. Die Situation mit dem Kopfball ist normal eine klassische Sadio-Mané-Situation, hat ein sehr gutes Kopfballspiel. Normalerweise heute ein klares Tor. Ist im Moment so, hilft nichts, müssen wir dranbleiben. Er muss den Kopf oben halten und sich das verdienen. Der Junge hat getroffen ohne Ende in der schwierigsten Liga der Welt. Deshalb gibt er mir trotzdem Gefühl, dass das jederzeit platzen kann.“
Rudy, Contento, Bender-Zwillinge, Großkreutz: Ex-Profis im Amateurfußball
Herbert Hainer (Präsident vom FC Bayern München) in der Mixed Zone über...
... das Hertha-Spiel: „Heute war für uns der “Tag der Arbeit” schon mal einen Tag vorgezogen. Es war ein schweres Spiel, man hat die Verunsicherung in der Mannschaft gesehen. Am Ende des Tages haben wir verdient gewonnen und sind jetzt Tabellenführer. Wir haben es selber in der Hand, das ist das Beste, was man sich wünschen kann und sich nicht auf andere verlassen muss. Mich freut es für Serge, dass er ein Tor gemacht hat. King hat sehr, sehr gut gespielt, hat es immer wieder versucht und am Ende des Tages auch das 2:0 und den Sieg gemacht.“
... das Bayern-Motto für die nächsten vier Spieltage: „Viermal gewinnen, dann sind wir deutscher Meister.“
... das BVB-Spiel: „Ich habe ähnlich mitgezittert wie heute, muss ich sagen. Dortmund hat uns ein Geschenk gemacht, das wir heute nutzen mussten. Das Beste ist für uns, dass wir es in der eigenen Hand haben und uns nicht auf andere verlassen müssen. Unsere ganze Konzentration auch in der Führung gilt der elften Deutschen Meisterschaft.“
... das Geschenk von Dortmund oder den Schiedsrichtern: „Dortmund hatte 90 Minuten die Chance gehabt, die Tore zu machen und es ist 1:1 ausgegangen.“
... das möglicherweise bereits feststehende Aus von Oliver Kahn: „Ich habe gerade schon gesagt, wir konzentrieren uns jetzt alle aufs Sportliche, weil das ist das Wichtigste. Ansonsten analysieren und debattieren wir natürlich über die Gesamtlage und besprechen das in aller Ruhe, intern und auch sehr umsichtig, wie man es vom FC Bayern gewohnt ist.“
... keine personellen Entscheidungen für nächste Saison: „Wir kümmern uns nur um den Sport und dass wir die elfte Deutsche Meisterschaft gewinnen.“
... die Aufsichtsratssitzung am 22. Mai zwischen dem 33. und 34. Spieltag: „Die Termine für die Aufsichtsratssitzung legen wir immer ein Jahr im Voraus fest. Es war in den letzten 20 Jahren immer so, dass sie an einem Montag vor dem letzten Spieltag stattfindet, weil dann alles in Urlaub geht. Diesmal wird es sicher noch spannend, aber vielleicht haben wir bis dahin ja die Deutsche Meisterschaft schon entschieden.“
... den Unmut der Dortmunder: „Auch wir haben schon Entscheidungen gegen uns bekommen, die wir zumindest infrage gestellt haben. Das ist immer eine Sache der Perspektive, am Ende des Tages gleicht sich alles aus.“
... das Spiel: „Die Mannschaft ist natürlich in einem gewissen Maße verunsichert, aufgrund der letzten Ergebnisse, das ist ja auch verständlich. Sie haben aber den Willen gezeit, nicht nachgelassen und permanent nach vorne gespielt und am Ende mit den zwei Toren belohnt worden. Ich hoffe, der Sieg gibt uns jetzt Sicherheit.“
... Tuchel, der die Unsicherheit nicht von der Mannschaft nehmen konnte: „Es hängt immer an den Resultaten, das hat man in der Vorrunde gesehen. Wenn wir gewonnen haben, das gibt Selbstbewusstsein und ein breites Kreuz. Wenn man nicht gewinnt, dann ist es genau das Gegenteil. Wir kommen nur über den Kampf da raus. Wenn wir die Spiele gewinnen, gibt es das nötige Selbstvertrauen.“
Oliver Kahn (Vorstandsvorsitzender beim FC Bayern München) in der Mixed Zone über...
... das Spiel: „Man hat der Mannschaft angemerkt, was auf dem Spiel steht. Es ist alles enorm eng, aber in so einer Phase geht es nicht darum, den Schönheitspreis zu gewinnen, sondern zu gewinnen und die Tabellenführung zu übernehmen. Das war das Ziel und das haben wir geschafft.“
... sein Seelenleben und die möglicherweise schwersten Tage beim FC Bayern: „Wie kommen Sie darauf? Ich habe schon so einige Erfahrungen mit dem FC Bayern, auch als Spieler. Ein sehr weiser Trainer hat mal gesagt: ‘Wer beim FC Bayern einen Vertrag unterschreibt, der muss wissen, was er getan hat’. Und genauso ist das. Mein Fokus gilt im Moment nicht irgendwelchen Diskussionen, sondern nur der Deutschen Meisterschaft. Darum geht es. Es ist super eng, nur darauf lege ich meinen Fokus.“
... die Diskussionen um seinen Posten: „Hier wird immer sehr viel gesprochen und diskutiert, das ist für mich nichts Außergewöhnliches. Für mich steht dieser eine Titel im Vordergrund. Es ist auch keineswegs irgendein Trostpreis, was ich da schon irgendwo gehört habe, sondern das ist die deutsche Fußball-Meisterschaft. Man hat heute gesehen, als die Jungs zu den Fans gegangen sind, was das ihnen bedeutet, auch diese Deutsche Meisterschaft zu gewinnen. Natürlich bin ich nicht naiv und weiß, wo die Ansprüche sind, was Titel anbelangt. Trotzdem ist das eine ganz spezielle Situation, super spannend in der Bundesliga. Ich habe gesagt, es bleibt super eng, vielleicht bis zur letzten Minute der Saison.“
... die Möglichkeit, kommende Saison noch Vorstandsvorsitzender beim FC Bayern zu sein: „Ja, selbstverständlich, bin ich noch hier. Sie spielen sicher darauf an, ja, wir haben eine Aufsichtsratssitzung wie immer turnusgemäß Ende Mai, wo wir zusammenkommen werden und natürlich werden wir da sehr, sehr kritisch zusammen auch miteinander umgehen. Wir werden sehr analytisch sein und uns sehr viele Fragen stellen. Es ist ja jetzt nicht so, dass wir alles gut finden, was in den letzten Monaten passiert ist. Da gibt es sicherlich Gesprächsbedarf, Reflexion, wo müssen wir uns verbessern. Das ist jetzt alles Zukunftsmusik, jetzt geht es Schritt für Schritt. Wir haben wieder ein sehr schweres Spiel und die Dortmunder haben ein Heimspiel. Es ist meine große Verantwortung als Vorstandsvorsitzender des FC Bayern München jetzt meinen Fokus hundertprozentig auf das Sportliche zu legen.“
Hasan Salihamidzic (Sportvorstand beim FC Bayern München) in der Mixed Zone über...
... das Spiel: „Hertha ist im Abstiegskampf, sie sind tief gestanden. Es war kein einfaches Spiel, sie haben mit zehn Mann gut verteidigt. Wir haben geduldig gespielt, natürlich nicht attraktiv für uns alle, aber wir haben nichts zugelassen und hinten heraus dann zwei Tore gemacht. Ich bin natürlich froh und glücklich, jetzt geht es weiter.“
... den ersten Tabellenplatz: „Erst einmal sind wir froh, dass wir den zurückerobert haben. Jetzt wollen wir weiterhin konzentriert arbeiten und weiter die Spiele gewinnen.“
... das Geschenk von Dortmund: „Es ist doch klar, dass wir heute alles daran gesetzt haben, zu hause vor eigenem Publikum gewinnen zu können. Es war kein einfaches Spiel, weil es für die Hertha ums Überleben geht und natürlich geben die auch Gas und versuchen, kompakt zu stehen, mit Mann und Maus zu verteidigen. Und dann ist das auf den 500 Quadratmetern natürlich schwierig durchzukommen. Die Jungs haben das aber sehr gut gemacht.“
... die Offensive: „Das war natürlich schwierig, weil der Gegner so tief stand. Klar, haben wir uns in den letzten Wochen nicht in diesen Rhythmus reingespielt. Jetzt wollen wir das Stück für Stück machen, auch im Training natürlich konzentriert, hart arbeiten, aber auch mit Spaß. Wir wollen wieder eine kleine Serie starten, wenn das möglich ist.“
... das BVB-Spiel: „Das ist jetzt nicht mein Bier, wir haben genug mit unserer Mannschaft zu tun. Wir konzentrieren uns auf uns, alles andere lassen wir an uns vorbei.“
... den Bankplatz von Thomas Müller: „Trainer-Entscheidung.“
... die Kritik von Leon Goretzka, Spieler würden medial kaputt gemacht werden: „Ich muss ganz ehrlich gestehen, ich lese nicht viel. Ich beantworte eure Fragen gerne immer wieder. Ich glaube, wir sind alle gut beraten, nicht zu viel zu reden, weil wir uns auch nicht mit Ruhm bekleckert haben, was das betrifft. Ich kann mir vorstellen, dass viel Kritik auf uns alle einprallt. Ich weiß jetzt nicht, auf welchen Artikel er sich beruft. Wir sind aber alle gut beraten, selbstkritisch zu sein, Kritik anzunehmen. Ich glaube aber vor allem an unsere Spieler, sie haben unsere volle Unterstützung. Wir stellen uns immer noch vor die Mannschaft. Ich habe Vertrauen in Leon, in alle anderen. Deswegen ist es wichtig, dass wir zusammenstehen, gut arbeiten, miteinander harmonieren, wissen, was unser Plan ist. Jeder muss damit umgehen können in diesem Verein, wo wir nicht unsere Saisonziele erreicht haben. Wir wollen einfach die nächsten Spiele gewinnen, gute Leistungen bringen und auf dem Platz zeigen, wie gut wir sind.“
... die Aufsichtsratssitzung: „Ich kann mit der Situation ganz gut umgehen, ich versuche immer meinen Job zu tun, ich habe das in der Vergangenheit auch getan. Ich treffe immer die Entscheidungen, die zum Wohle des FC Bayern sind. Ich versuche für diesen Verein da zu sein, jede Minute für jeden Spieler oder Mitarbeiter, deswegen kann ich damit gut umgehen. Ich würde gerne Meister werden und unsere Jungs auf dem Balkon sehen und dafür werde ich alles tun. Alles andere kann ich nicht beeinflussen.“
... Transferplanungen mit Tuchel: „Wir werden Gespräche führen, aber wir sind jetzt voll und ganz konzentriert auf den Meisterkampf.“
Leon Goretzka (Mittelfeldspieler vom FC Bayern München) in der Mixed Zone über...
... seine Leistung: „Er hat gesagt, es sei ein taktischer Wechsel, weil er auf der linken Acht Leroy (Sané, Anm. d. Red.) haben wollte, um Läufe in die Tiefe zu machen. Ich war eigentlich zufrieden mit meiner Leistung. Es ist natürlich extrem ärgerlich, dass ich die Gelbe Karte bekommen habe, für mich war das nicht mal ein Foul. Ich habe mich extrem darüber geärgert, weil es auch meine Fünfte war und ich noch ohne die Fünfte durch die Saison kommen wollte.“
... die Verunsicherung: „Spüren tut man die nicht, aber ich denke fast, dass man die von außen besser sieht, als dass man die selber spürt, weil wir natürlich schon Selbstvertrauen haben und uns in paar Sachen sicher sind. Irgendwann verkrampft man ein bisschen und versucht es zu erzwingen. Gegen so eine tief stehende Mannschaft ist es nicht einfach Tore zu schießen, aber wir haben es geschafft.“
... das Lösen der Blockade: „Durch Siege, ganz einfach. Das war heute ganz, ganz wichtig, dass wir das Spiel gewonnen haben, Tore gemacht haben. Dass Serge ein Tor gemacht hat, tut ihm mit Sicherheit extrem gut. Dann wird man sich von Sieg zu Sieg wieder mehr Sicherheit holen, denke ich.“
... die fehlende Konstanz: „Hundertprozentiges Vertrauen. Es sind vier Spiele, die müssen wir alle gewinnen. Jetzt haben wir den ersten Schritt von fünf gemacht.“
... Unruhe außerhalb des Platzes: „Von der Aufsichtsratssitzung wusste ich persönlich jetzt nichts, aber insgesamt ist natürlich extrem viel Lärm im Verein. Spieler werden komplett kaputt gemacht, medial. Helfen tut es mit Sicherheit nicht. Dafür sind wir aber alle lange genug dabei, um zu wissen, dass das dazu gehört, von daher haben wir unsere Aufgaben und Antworten auf dem Platz zu geben.“
... fehlende Leistungen einiger Spieler: „Ja, das stimmt. Der ein oder andere hat in den letzten Wochen mehr abbekommen. Die Antworten geben wir auf dem Platz, anders bringt es sowieso nichts, das haben wir mittlerweile alle gelernt. Wir müssen einfach zusehen, dass wir unsere Leistung auf den Platz bringen.“
Kingsley Coman (Stürmer vom FC Bayern München) nach dem Spiel über...
... die Leistung des Teams: „Es war nicht einfach, wir haben in der ersten Halbzeit leider kein Tor gemacht. Wir haben dann zwei super Tore geschossen und sind wieder Erster. Das ist gut für uns.“
... die erste Hälfte: „Wir sind gut vorne drauf, wir haben Chancen erarbeitet, aber machen kein Tor. Wir können in der ersten Halbzeit schon ein, zwei Tore machen.“
... sein Tor: „Ich weiß, dass Josh diese Qualität hat. Der Ball kommt perfekt. Ich hatte ein bisschen Glück.“
Mathijs de Ligt (Innenverteidiger vom FC Bayern München) nach dem Spiel über...
... die drei Punkte: „Wir sind sehr froh, es war ein schwieriges Spiel für uns. Wenn Dortmund zwei Punkte verliert, dann will man mit viel Feuer und Leidenschaft ins Spiel gehen. Mit dem Druck ist es aber nicht einfach. Das Spiel war nicht top, aber wir haben gewonnen.“
... die Emotionalität: „Natürlich kann das besser sein. Wir hatten die letzten vier Spiele nicht gewonnen, heute haben wir es wieder geschafft. Das Wichtigste sind die drei Punkte heute.“
... über interne Kommunikation: „Die drei Tage waren sehr wichtig für uns. Nach dem Spiel gegen Mainz wareen wir emotional und mental müde. Ich habe mit der Mannschaft und dem Trainer gesprochen. Wir müssen zusammen die Meisterschaft gewinnen, das war heute der erste Schritt.“
... Stabilität: „Das müssen wir schauen. Das Wichtigste ist, dass wir stabil sind und als Mannschaft alles zusammen machen, eine gute Atmosphäre schaffen. Wir müssen jetzt alles raushauen.“
Die Rekord-Torjäger des FC Bayern München: Kane in kürzester Zeit in der Spitzengruppe
Pal Dardai (Trainer von Hertha BSC) nach dem Spiel über...
... die Leistung und den Matchplan: „Der Plan war, 60 oder 70 Minuten zu verteidigen. Dann wechseln wir schnelle Spieler ein und vielleicht holen wir mit einem Lucky Punch ein 1:0, 1:1 und gehen mit einem Punkt nach Hause. Die Mannschaft hat gekämpft. Nächste Woche trainieren wir Offensive und gegen Stuttgart geht’s dann los.“
... die Worte zur Mannschaft nach dem Spiel: „Ich habe gesagt: ‚Jungs, ich habe heute eine Mannschaft gesehen, dafür gebe ich Lob. Letzte Woche haben wir Defensive trainiert, nächste Woche werden wir offensiv trainieren. Dann schmeißen wir alles raus gegen Stuttgart.“
Thomas Tuchel (Trainer vom FC Bayern München) vor dem Spiel über...
... den eigenen Anspruch: „Wir haben viele Dinge besser zu machen. Wie wir angreifen, wie wir verteidigen. Aber auch die Mentalität, gegen Widerstände anzugehen. Wir haben die Steilvorlage bekommen und die Sache in der eigenen Hand. Wir müssen eine Reaktion zeigen und das Konzentrations- und Energielevel hochhalten über 90 Minuten. Anders geht es nicht.“
... die freien Tage Anfang der Woche und was er gemacht habe: „Gar nicht viel. Ich war an der Säbener Straße, Zeit mit Kindern verbracht. Es war nicht der Moment, um in den Kurzurlaub zu fahren.“
... die Erwartung an sein Team: „Wir haben so viel geredet und analysiert. Wir müssen uns zeigen und Entscheidungen treffen. Wenn wir es nicht schaffen, haben wir es nicht verdient. Wir müssen das ausstrahlen, als Mannschaft und jeder einzelne. Wir haben Luft nach oben und jeder hat vielleicht seine Gründe, warum es schwierig ist. Wir sind im Endspurt, es gibt keine Ausreden mehr.“
... die vergangenen Tage: „Wir hatten eine lange Trainingswoche, das war ungewohnt. Wir hatten viel Zeit miteinander. Ich bin immer davon überzeugt, dass sich im Fußball alles auf dem Platz regeln lässt. Wir haben auf Kleinigkeiten geachtet und die Mannschaft ermutigt, positiv zu bleiben. Wir brauchen die richtige Herangehensweise und die richtige Mentalität. Wir brauchen auch die nötige Lockerheit. Ich habe nicht das Gefühl, dass Druck weiterhilft.“
... über den heutigen Gegner und die eigene Startelf: „Wir wissen eigentlich gar nicht, was Hertha macht. Ich habe keine Ahnung, ob sie mit Fünferkette oder 4-4-2 spielen. Wir sind komplett bei uns geblieben und haben uns für die Kombination entschieden, die frisch war. Es war eine harte Entscheidung mit Thomas und Leroy. Sadio hat ein gutes Match gemacht und getroffen. Jamal ist ein ähnlicher Spielertyp wie Thomas. King war die Woche in absoluter Topform.“
Hasan Salihamidzic (Sportvorstand beim FC Bayern) vor dem Spiel über:
... Hoeneß‘ Auftritt unter der Woche: „Uli ist oft an der Säbener Straße. Er wollte dem Trainer ‚Hallo‘ sagen. Ich denke, da wird zu viel reininterpretiert. Er will immer das Beste für den Klub.“
... über Kritik: „Wir reflektieren immer, machen uns Gedanken über unsere Arbeit. Wir schauen jeden Tag, was wir besser machen können. Wir nehmen Kritik an, wenn sie angebracht ist – so wie jetzt, wenn die Ergebnisse ausbleiben. Aber wir haben auch einen kühlen Kopf, um Entscheidungen zu treffen.“
... über die Krise: „Wir sind natürlich selbstkritisch. Es ist selbstverständlich meine Verantwortung, unsere Verantwortung. Wir wollen zeigen, dass wir Meister werden können. Wir verantworten das. Ich bin immer noch der Meinung, dass wir einen Top-Kader haben. Wir haben 72 Tore in der Hinrunde geschossen. Natürlich hat die WM eine Rolle gespielt, wir sind nicht in Form gekommen. Wir gehen mit der der Kritik so um und natürlich werden wir schauen, was wir besser machen können. Das werden wir auch. Aber jetzt konzentrieren wir uns erstmal auf den Rest der Meisterschaft.“
... über die Enttäuschungen der vergangenen Monate: „Mit dem Viertelfinal-Aus in der Champions League waren wir natürlich nicht zufrieden. Die Erwartungen waren hoch. Wir sind im Viertelfinale nicht weitergekommen. Jetzt müssen wir versuchen, das zu schaffen, was zu schaffen ist.“
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Benjamin Weber (Sportdirektor von Hertha BSC) vor dem Spiel über …
... die Situation: „Wir müssen auf uns schauen, auch wenn es eine Plattitüde ist. Wir haben noch 5 Spiele, in denen wir die Punkte holen müssen. Wir müssen weniger Fehler machen und sind natürlich trotzdem heiß auf das Spiel.“
... die Zukunftsplanung: „Es ist unsere Aufgabe und Verantwortung. Du planst in der Regel für die erste und zweite Liga, also sowohl für den Erstliga- als auch für den Zweitliga-Fall. Es ist noch alles möglich, aber wir müssen realistisch sein. Die kleine Chance – auch wenn sie sehr klein ist – wollen wir ergreifen.“
... die Sunjic-Suspendierung: „Es geht um Respekt, es geht um Disziplin. Das ist, was wir jetzt brauchen. Wir müssen dran glauben, aber brauchen auch Disziplin, um diese Chance dann zu ergreifen.“
Pal Dardai (Trainer von Hertha BSC) vor dem Spiel über...
... seine ersten beiden Engagements als Retter von Hertha BSC und Gemeinsamkeiten zur derzeitigen Lage: „Jede Situation ist anders, jede hat Schwierigkeiten und Vorteile. Im ersten Fall hatten wir Teamgeist, aber nicht so eine hohe Qualität – und haben es geschafft. Im zweiten Fall hatten wir eine hohe Qualität, aber keinen Teamgeist. Jetzt muss ich auch versuchen, Teamgeist zu schaffen. Wir brauchen eine Arbeitsatmosphäre. Es gab diese Woche viele Dinge, die mich begeistert haben.“
... das Spiel gegen Bremen: „Es waren 70.000 im Stadion und wir waren nach dem 1:0 und 2:0 verunsichert. Wir haben diese Woche an mentaler Stärke gearbeitet und wie wir Dinge umsetzen müssen. Ich bin gespannt, wie wir das heute umsetzen.“
... das Spiel gegen den FCB: „Die Anfangsphase ist immer wichtig, es wird nicht einfach. Wir wollen mit dem Ball besser umgehen als letztes Mal. Es ist die gleiche Situation wie vor dem Bremen-Spiel. Ich habe immer gesagt, dass wir neun Punkte zusammenkratzen können. Ob das reicht, werden wir sehen. Wir dürfen nach diesem Spiel die Köpfe nicht hängen lassen – egal was passiert.“ (masc)