VonIngo Durstewitzschließen
Eintracht Frankfurts Euro-Held von 2022 will künftig in Brasilien Tore schießen - genauso wie Lucas Alario.
Eigentlich wollen sie ihn nicht abgeben, aber vielleicht werden sie dazu gezwungen sein, so genau weiß man es nicht in diesen nicht nur für Werder Bremen unruhigen Tagen. Fakt ist: Der Fußball-Bundesligist von der Weser muss sich mit einem möglichen Abgang von Angreifer Rafael Borré beschäftigen, ob er es will oder nicht. Der kolumbianische Nationalspieler ist zurzeit von Eintracht Frankfurt an die Hanseaten ausgeliehen, will aber jetzt lieber in Südamerika Dienst am Ball tun. „Es ist so, dass eine Situation eintreten kann, wenn es für die Frankfurter lukrativ wird, wenn es für uns lukrativ wird, dass wir darüber nachdenken müssen“, sagte Werders Fußballchef Clemens Fritz am Dienstag. „An diesem Punkt sind wir aber noch nicht.“ An diesen Punkt kann Werder Bremen aber noch kommen. Recht schnell sogar.
Denn die Berater des Angreifers machen hinter den Kulissen mächtig Druck, haben bereits eine Einigung mit dem brasilianischen Klub International Porto Alegre erzielt, wohin der Mittelstürmer gerne wechseln würde. Der Tabellenneunte der Serie A ist bereit, 5,5 Millionen Euro Ablöse für Borré zu bezahlen. Geld, das der Eintracht als Arbeitgeber zustehen würde. Der Spieler ist noch bis 2025 bei den Hessen unter Vertrag, die Eintracht würde den Spieler sofort ganz abgeben, obwohl er einer der Euro-Helden von Sevilla ist. Doch das ist Geschichte. Mit Inter sind die Frankfurter längst klar.
Der Haken an der Geschichte: Natürlich will der SV Werder ebenfalls partizipieren, das ist sein gutes Recht. Borré hat im letzten Sommer ein auf ein Jahr ausgelegtes Arbeitspapier unterschrieben. Sollte die Leihe abgebrochen werden, müsste Werder entschädigt werden – und sich Ersatz für den Spieler holen, der die Erwartungen nach anfänglichen Problemen weitestgehend erfüllen konnte, vier Tore stehen in seiner Bilanz.
Davon kann Lucas Alario nur träumen, der Argentinier schaffte es nicht einmal in den Kader der Eintracht. Doch auch er soll – unabhängig vom Borré-Deal – zu Inter Porto Alegre wechseln. Die Eintracht wäre gottfroh, den Großverdiener von der Payroll streichen zu können. Der 31-Jährige gilt als riesiges Missverständnis. Wird das in Frankfurt so unglückliche Sturm-Duo der erste Angriff von Inter in Brasilien?
Werder Bremen sucht schon nach Alternativen. „Es wäre fahrlässig, wenn wir diese Position nicht im Blick hätten“, sagte Fritz. Daher sei man „mit einem Auge auf dem Stürmer-Markt dabei“.
Zumal die Berater Borrés durchaus gewieft sind. In den Arbeitsvertrag in Frankfurt ließen sie allerlei Klauseln und Boni einarbeiten, die sich für die Agentur und den Spieler auszahlen sollten. Auch die Antrittsgage bei der Eintracht hatte es 2021 in sich. Der Kolumbianer kam zwar ablösefrei, kassierte aber eine Einmalzahlung von mehr als drei Millionen Euro. mit dpa
