Frühe Führung und wilde Schlussphase – Stuttgart schlägt Bielefeld und ist DFB-Pokalsieger
VonNiklas Kirk
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In einer über große Strecken einseitigen Partie schlägt der VfB Stuttgart Arminia Bielefeld und ist DFB-Pokalsieger. Der Ticker zum Nachlesen.
Arminia Bielefeld gegen VfB Stuttgart 2:4 (0:3)
Der Final-Ticker zum Nachlesen
Berlin – Im DFB-Pokal-Finale an diesem Samstag (24. Mai, TV-Infos hier) hat der VfB Stuttgart die Chance, seinen ersten Titel seit der Meisterschaft 2007 zu gewinnen – Arminia Bielefeld könnte hingegen erstmals überhaupt einen Titel holen. Während der DSC diesem historischen Moment mit Gelassenheit begegnen will, hoffen sie beim VfB auf die Rückkehr eines Leistungsträgers, um den Traum von Europa zu retten.
Bielefeld setzt auf Spaß und Lockerheit - DSC-Coach Kniat: „Sind als ganze Stadt hergekommen“
Mitch Kniat hat Arminia Bielefeld nicht nur mit seiner Fachkompetenz, sondern auch mit Lockerheit und Humor zum Erfolg geführt. Neben den furiosen Pokalauftritten sicherten sich die Ostwestfalen nämlich vor wenigen Wochen die Drittligameisterschaft und damit die Rückkehr in die 2. Bundesliga.
Vor dem nun wohl größten Spiel der Vereinsgeschichte betont Kniat, dass ein lockerer Umgang ganz selbstverständlich zu seinem Führungsstil gehört. „Und eine gewisse Lockerheit“, betont er, soll auch im DFB-Pokalfinale gegen den VfB Stuttgart nicht verloren gehen: „Da müssen wir erst recht mit Spaß an die Sache herangehen, um auf dem Platz nicht nur zu staunen.“ Doch bei aller Euphorie muss er auch schwierige Entscheidungen treffen: Einige werden gar nicht oder erst spät zum Einsatz kommen. „Ich muss es den Spielern erklären“, sagt Kniat, der aber sicher ist, dass Arminias größte Stärke wieder greift: der Zusammenhalt.
Auch personell hat er die Qual der Wahl: Der komplette Kader ist fit, inklusive der zuletzt angeschlagenen Joel Grodowski und Noah Sarenren Bazee. Kniat sieht darin einen Vorteil – gerade durch frische Kräfte von der Bank. Und so reist Arminia nicht nur als Team, sondern als geschlossene Einheit nach Berlin – mit dem Ziel, Geschichte zu schreiben. „Wir sind als Team, als Mannschaft, als ganze Stadt hierhergekommen – als Arminia.“
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Stuttgart bangt um Stiller - Hoeneß vor dem Endspiel vorsichtig optimistisch
Beim VfB Stuttgart stellte sich beim Blick auf das Personal natürlich die eine große Frage. Ob DFB-Star Angelo Stiller jedoch im Pokalfinale auflaufen kann, konnte Sebastian Hoeneß bisher nicht beantworten. „Das werden wir morgen final besprechen“, so der Trainer nach dem Abschlusstraining im Berliner Olympiastadion. Hoeneß zeigte sich jedoch vorsichtig optimistisch: „Bisher sind alle Dinge so gelaufen, wie wir uns das vorgestellt haben.“
Klar ist: Auch ohne Stiller geht der VfB als klarer Favorit ins Endspiel gegen die Ostwestfalen. Die Schwaben müssen dieser Rolle gerecht werden – und das weiß auch Hoeneß. „Bielefeld kann mit Fug und Recht von einer sensationellen Saison sprechen. Sie waren in der Lage, große Teams aus der Bundesliga zu schlagen.“
Sollte Stiller ausfallen, müssen im breit aufgestellten VfB-Kader andere Akteure den Weg zum Ziel ebnen. Einer von ihnen könnte Deniz Undav sein. Nach starkem Saisonstart und EM-Nominierung geriet der 28-Jährige jedoch ins Straucheln: Formschwäche, Verletzungen und schließlich der Verlust seines Stammplatzes machten ihm zu schaffen. Trotzdem blieb er kämpferisch und knüpfte zum Saisonende allmählich an seine alte Form an.
Auch Trainer Sebastian Hoeneß hielt stets an Undavs Potenzial fest: „Ich bin davon überzeugt, dass er für Momente sorgen kann. Dieses Gen, diese Gefahr, das ist von der einen Sekunde auf die andere wieder da.“ (nki)