Kane-Transfer als Vorbild bei Diaz-Verhandlungen des FC Bayern
VonManuel Bonke
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Philipp Kessler
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Die anvisierte Verpflichtung von Luis Diaz droht zum Kaugummi-Transfer zu werden. Die Bosse des FC Bayern fühlen sich an den Kauf von Harry Kane zurückerinnert.
München - Luis Diaz weilt mit dem FC Liverpool noch bis Samstag in Hongkong. Nach dem Testspiel gegen den AC Mailand geht es für den Tross der Reds im Rahmen der Sommervorbereitung weiter Richtung Japan. Dass Diaz seine persönliche Reiseroute noch abändert und statt nach Yokohama zur Vertragsunterzeichnung nach München fliegt, scheint aktuell eher unrealistisch. In der Chefetage an der Säbener Straße rechnet man damit, dass sich der Wechsel des 28-jährigen Kolumbianers zum FC Bayern noch etwas ziehen wird – und trotzdem bleiben die Verantwortlichen cool.
Sieben Spieler im letzten Vertragsjahr – Die Laufzeiten der Stars des FC Bayern
Spätestens seit dem Kaugummi-Transfer von Harry Kane im Sommer 2023 sind die bayerischen Entscheidungsträger auf alle Eventualitäten am Verhandlungstisch vorbereitet. Zur Erinnerung: Damals saß der englische Torjäger bereits im Privatjet Richtung München, ehe Tottenham-Boss Daniel Levy den Abflug stoppte, weil es plötzlich noch letzte Details zu klären gab.
Liverpool hat diesen Sommer rund 310 Millionen Euro ausgegeben
Das Management des FC Liverpool wird als ähnlich harter Verhandlungspartner eingeschätzt – und deshalb gibt es eine klare Arbeitsteilung im Diaz-Transfer: Sportvorstand Max Eberl hält den Kontakt zu Berater Luis Miguel Pinho und Vorstandschef Jan-Christian Dreesen lässt die Drähte in die Vorstandsetage des amtierenden englischen Meisters glühen. Was den deutschen Rekordmeister zuversichtlich stimmt: Im bisherigen Transfersommer haben die Reds bereits knapp 310 Millionen Euro ausgegeben – und müssen laut Vorgabe der US-Besitzers Fenway Sports Group entsprechende Einnahmen generieren.
Die Bayern sind sich durchaus bewusst, dass sie die hohe Ablösesumme – die Schmerzgrenze soll dem Vernehmen nach bei 75 Millionen Euro liegen – angesichts von Diaz‘ Alter nicht mehr refinanziert bekommen. Trotzdem sind die Münchner vollends vom Linksaußen überzeugt. Tenor: Wer Luis Diaz bestellt, weiß, was er bekommt. Nämlich einen gestandenen Premier-League-Spieler mit Torgefahr und Mentalität.
Bei Woltemade hat der FC Bayern die Schmerzgrenze erreicht
Anders sieht das beim zweiten vermeintlichen Wunschspieler aus: Nick Woltemade vom VfB Stuttgart. Hier gehen die bayerischen Entscheidungsträger bewusst ins Risiko. Zwar liegt eine starke Saison hinter dem Angreifer, doch nun muss er seine Leistung aus dem Vorjahr bestätigen. Nach tz-Informationen ist mit dem Bundesliga-Rekord-Angebot von 50 Millionen Euro Fix-Ablöse plus fünf Millionen Euro Sonderzahlungen die Schmerzgrenze erreicht. Recht viel mehr werden die Bayern nicht drauf packen, da der Marktwert des Spielers auf 30 Millionen Euro taxiert wird.
Die Stuttgarter werden ihre Verhandlungsposition daher noch mal gut überdenken müssen: Sollten sie Woltemade tatsächlich nicht abgeben und er spielt infolgedessen eine schwache Saison, hätte das auch nicht unerhebliche Auswirkungen auf seinen Markt- und Verkaufswert. Doch auch bei dieser Personalie wollen sich die Bayern-Bosse nicht drängen lassen. Das Transferfenster schließt erst am 1. September. Manuel Bonke, Philipp Kessler