Sportvorstand Markus Krösche nimmt diese Entwicklung freudig zur Kenntnis. Als Collins im Sommer 2023 seine Zelte bei Borussia Dortmund abbrach, war neben den Hessen vor allem auch die AS Rom am Buhlen. Der damalige Coach José Mourinho hatte sich intensiv mit dem gebürtigen Düsseldorfer auseinandergesetzt.
Eintracht bekam Collins mehr oder weniger geschenkt
Collins verriet im exklusiven Interview mit Absolut Fussball, dem Fußball-Portal von Home of Sports, bereits im November vergangenen Jahres: „Mir war bewusst, was für ein Typ Mourinho ist und was er als Trainer alles erreicht hat. Es war das erste Mal in meiner Karriere, dass ich einem Trainer, der schon so viel erreicht hat, gegenüber gesessen habe. Das war eine große Ehre für mich.“
Final setzte sich jedoch Krösche durch. „Die Eintracht konnte mir den überzeugenderen Plan aufzeigen. Weiterhin war es mir auch sehr wichtig, in Deutschland zu bleiben und mich hier zu festigen“, erklärte Collins. Rund 24 Monate später kann der Eintracht-Sportvorstand auf einen Megacoup zurückblicken.
Wie Ex-Bundesliga-Stars die Fußballwelt aufmischen: Bellingham, Marmoush und Co.
Frankfurt hat den ehemaligen Kapitän der U19 von Borussia Dortmund nach exklusiven Informationen von Absolut Fussball, dem Fußball-Portal von Home of Sports, für den Sockelbetrag von 400.000 Euro verpflichtet. Erst durch minimale Boni ist dieser Wert auf 700.000 Euro angewachsen. Der BVB hat sich weder eine Weiterverkaufsbeteiligung noch eine Rückkaufoption gesichert.
Übrigens hat Collins den Spieler, der seinen Abgang beschleunigt hat, inzwischen überflügelt. Niklas Süle kam zwar ablösefrei vom FC Bayern München, doch das Gehalt befindet sich in anderen Dimensionen. Für Collins jedenfalls war kein Platz, der Verein konnte ihm keine Perspektive bieten. Krösche und sein Scoutingteam hatten diese Problematik genauestens im Blick.
Doch auch bei der Eintracht benötigte Collins Geduld. Zunächst platzte eine angedachte Leihe nach Österreich oder in die Niederlande. Collins sammelte Praxis in der Regionalliga bei der zweiten Mannschaft, Trainer Dino Toppmöller zog ihn im Winter 2024 hoch. Er debütierte im April gegen Werder Bremen (1:1) und war anschließend deutlich näher dran.
Im darauffolgenden Sommer musste die nächste Grundsatzentscheidung getroffen werden. Leihe nach Nürnberg oder Verbleib und eine realistische Chance? Collins blieb und startete vor allem durch sein Schlüsselspiel in der zweiten Pokalrunde gegen Borussia Mönchengladbach durch (2:1). Sein Marktwert rauschte bereits auf zehn Millionen Euro hoch.
Die Nagelsmann-Nominierung wird mit großer Sicherheit zeitnah für das nächste Upgrade sorgen. Bei der Eintracht bleibt er auch in der aktuell laufenden Saison ein wichtiger Akteur für Toppmöller. Je höher die Kette steht, desto entscheidender werden die Faktoren Geschwindigkeit und Körperlichkeit. Und für Nagelsmann?
Flexibilität als Trumpf von Eintracht-Maschine Collins
Collins zeichnet aus, dass er als Innen- und rechter Außenverteidiger agieren kann. Er ist taktisch und technisch sehr gut ausgebildet, kann in einem System mit Vierer- oder Fünferkette agieren. In der Rolle als Schienenspieler agiert er mit seiner Willensstärke, Courage und Dynamik teilweise spektakulär. Diese Flexibilität ist ein Trumpf der „kleinen Maschine“!
Er hat das Potenzial, der nächste Spieler zu werden, der in den Bereich der 50-Millionen-Euro-Marke aufsteigt. Collins muss an zwei Dingen arbeiten. Er agiert phasenweise zu schläfrig und verlässt sich zu sehr auf sein Tempo. Und dann ist da noch das Thema Konstanz. Es ist bei einem so jungen Spieler Kritik auf hohem Niveau.
Wer zu einer Weltmeisterschaft mitreisen will, der muss allerdings alle Defizite beheben. Collins zeigt die Bereitschaft, an sich zu arbeiten und die eigene Entwicklung voranzutreiben. Deshalb sticht dieser Krösche-Transfer, trotz eines Omar Marmoush, Willian Pacho oder Hugo Ekitiké, noch einmal besonders hervor.