Bundestrainer gerät unter Druck

Verliert Flick die Nerven? Brandrede im Mannschaftskreis enthüllt

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Vier Siege in den letzten 14 Länderspielen: Das ist für die Ansprüche der DFB-Elf viel zu wenig. Bundestrainer Hansi Flick hat den Ernst der Lage wohl jetzt erkannt.

Warschau – Wie sehr Hansi Flick wohl Robert Lewandowski vermisst? Nicht nur persönlich, sondern auch sportlich könnte beim Bundestrainer ein bisschen Wehmut aufkommen. Einen Stürmer wie der Ex-Bayern-Star mit eingebauter Torgarantie könnte Flick bestens gebrauchen – leider sucht man von der Elbe bis an die Isar aber vergebens nach ihm.

Hans-Dieter Flick
Geboren:24. Februar 1965 (Alter 58 Jahre), Heidelberg
Ehepartnerin:Silke Flick
Bundestrainer seit:2021
Größte Erfolge:Champions-League-Sieger, Deutscher Meister, DFB-Pokal-Sieger

Deutschland gegen Polen: Hansi Flick unter Druck

Am Freitag kommt es zumindest für einen Tag zum Wiedersehen der beiden auf dem Platz. Deutschland trifft in Warschau auf Polen (TV-Infos zum Spiel gibt es hier) und sucht weiterhin nach dem ersten Funken EM-Euphorie. Das 3:3 gegen die Ukraine reihte sich nahtlos ein in die Abfolge enttäuschender Länderspiele nach dem WM-Reinfall.

Die Initialzündung, irgendwann sollte sie kommen. Oder sich zumindest andeuten. Doch wer so desolat verteidigt wie die deutsche Elf, holt sich zurecht einen Rüffel vom Bundespräsidenten ab: „Ich hoffe sehr darauf, dass mehr Herz und mehr Leidenschaft in das deutsche Spiel hineinkommen“, ließ Frank-Walter Steinmeier verlauten.

Hansi Flicks Arbeit trägt momentan noch keine Früchte.

Flick-Brandrede vor DFB-Spiel gegen Polen enthüllt

Hansi Flick scheint den Ernst der Lage nun erkannt zu haben. Die Kritik der Öffentlichkeit nimmt zu, das spürt auch der Bundestrainer. Die Bild will erfahren haben, dass Flick die Zügel innerhalb des Teams deutlich angezogen hat. Im Mannschaftskreis soll er eine Brandrede gehalten haben.

Dabei habe er zwei Kernbotschaften verlauten lassen: „Das 3:3 hat sich angefühlt wie ein Freundschaftsspiel. Es gibt keine Freundschaftsspiele mehr!“ und „Es gilt das Leistungsprinzip: Wer performt, der spielt!“

Peter, Walter, Cedric: Das sind die zweiten Vornamen der DFB-Stars bei der WM 2022

Manuel Neuer, Torwart (FC Bayern München): zweiter Vorname: Peter
Manuel Neuer, Torwart (FC Bayern München): zweiter Vorname: Peter © IMAGO/ULMER/Markus Ulmer
Kevin Trapp, Torwart (Eintracht Frankfurt): zweiter Vorname: Christian
Kevin Trapp, Torwart (Eintracht Frankfurt): zweiter Vorname: Christian © IMAGO/ULMER/Markus Ulmer
Matthias Ginter, Abwehr (SC Freiburg): zweiter Vorname: Lukas
Matthias Ginter, Abwehr (SC Freiburg): zweiter Vorname: Lukas © IMAGO/ULMER/Markus Ulmer
Lukas Klostermann, Abwehr (RB Leipzig): zweiter Vorname: Manuel
Lukas Klostermann, Abwehr (RB Leipzig): zweiter Vorname: Manuel © IMAGO/ULMER/Markus Ulmer
Nico Schlotterbeck, Abwehr (Borussia Dortmund): zweiter Vorname: Cedric
Nico Schlotterbeck, Abwehr (Borussia Dortmund): zweiter Vorname: Cedric © IMAGO/ULMER/Markus Ulmer
Leon Goretzka, Mittelfeld (FC Bayern München): zweiter Vorname: Christoph
Leon Goretzka, Mittelfeld (FC Bayern München): zweiter Vorname: Christoph © IMAGO/ULMER/Markus Ulmer
Joshua Kimmich, Mittelfeld (FC Bayern München): zweiter Vorname: Walter
Joshua Kimmich, Mittelfeld (FC Bayern München): zweiter Vorname: Walter © IMAGO/ULMER/Markus Ulmer
Karim Adeyemi, Mittelfeld/Sturm (Borussia Dortmund): zweiter Vorname: David
Karim Adeyemi, Mittelfeld/Sturm (Borussia Dortmund): zweiter Vorname: David © via www.imago-images.de
Serge Gnabry, Mittelfeld/Sturm (FC Bayern München): zweiter Vorname: David
Serge Gnabry, Mittelfeld/Sturm (FC Bayern München): zweiter Vorname: David © IMAGO/ULMER/Markus Ulmer
Kai Havertz, Mittelfeld/Sturm (Chelsea FC): zweiter Vorname: Lukas
Kai Havertz, Mittelfeld/Sturm (Chelsea FC): zweiter Vorname: Lukas © IMAGO/ULMER/Markus Ulmer
Leroy Sané, Mittelfeld/Sturm (FC Bayern München): zweiter Vorname: Aziz
Leroy Sané, Mittelfeld/Sturm (FC Bayern München): zweiter Vorname: Aziz © IMAGO/ULMER/Markus Ulmer

Hansi Flick bisher glücklos als Bundestrainer

Er hat recht, wenn er die Spieler in die Pflicht nimmt, denn die stehen letztlich auf dem Platz – gleichzeitig muss er sich aber auch an die eigene Nase fassen. Flick ist wild entschlossen, die Dreierkette als neues System in der Nationalmannschaft zu etablieren. Funktioniert hat das aber weder bei der 2:3-Niederlage gegen Belgien noch beim Remis gegen die Ukraine.

Blickt man auf die Leistung der DFB-Elf, scheint Flick auch nicht auf das richtige Spielermaterial zu setzen. Eine Anpassung kündigte er vor dem Spiel gegen Polen schon an: Emre Can wird für Leon Goretzka ins Mittelfeld rücken. Weitere dürften folgen. (epp)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Franziska Gora

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