DFB-Kapitänin Gwinn läuft bei Frauen-EM mit Symbol auf, das vor Jahren für eine große Debatte sorgte
Die Frauen-EM 2025 in der Schweiz steht vor der Tür. Die deutsche Kapitänin Giulia Gwinn wird dabei ein Accessoire tragen, das in Vergangenheit für Aufruhr sorgte.
Zürich - Wenn die deutsche Frauenfußball-Nationalmannschaft am Freitag, dem 04. Juli, um 21 Uhr in St. Gallen gegen Polen in die Frauen-EM 2025 startet, wird Giulia Gwinn die deutsche Mannschaft als Kapitänin auf das Feld führen. Als Kapitänsbinde am Arm wird sie dabei eine Regenbogenbinde tragen. „Für uns ist es erst mal schön, dass es möglich gemacht wurde. Es war auch gar keine Frage, die Binde zu wechseln“, freut sich die 25-Jährige vom FC Bayern München bei der DFB-Pressekonferenz in Zürich mit Blick auf die Debatten und Verbote in der Vergangenheit.
Als Erinnerung: Kurz vor der Männer-WM 2022 in Katar hatte es eine Riesendebatte um die Regenbogenbinde gegeben. Am Ende trugen Spielführer mehrerer Teams, darunter auch Nationaltorwart Manuel Neuer, nur die sogenannte „One Love“-Binde. Damals sagten Kritiker, dass der DFB und andere Verbände vor dem WM-Gastgeber Katar kuschen, weil dort Homosexualität unter Strafe stand.
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Auch bei der EM 2022 in England lief die damalige deutsche Kapitänin Alexandra Popp bereits mit der Regenbogenbinde auf. Die regenbogenfarbene Kapitänsbinde ist ein Symbol für die sogenannte LGBTQI+-Community und soll ein Zeichen gegen Diskriminierung und für Vielfalt setzen.
Die englische Abkürzung LGBTQI+ steht für Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans-Menschen, queere sowie intergeschlechtliche Menschen - und das Pluszeichen ist ein Platzhalter für weitere Identitäten und Geschlechter.
UEFA stellt bei Frauen-EM Alternative zur Verfügung
Und genau diese Werte für eine offene Gesellschaft ohne Diskriminierung wolle Gwinn mit dem Nationalteam während der Europameisterschaft leben: „Wir wollen genau diese Werte raustragen. Unsere Mannschaft steht einfach für so vieles. Und es ist natürlich schön, dass wir es auf der Bühne machen dürfen.“
Auch der DFB spielt bei der Aktion mit. Die Regenbogenbinde wurde bei der Europäischen Fußball-Union wie verlangt angemeldet. Eine Alternative wäre die gelbe und blaue Armbinde mit der Aufschrift „Respect“ gewesen, welche die UEFA zur Verfügung stellt.
Gwinn bei Frauen-EM erstmals als deutsche Kapitänin bei einem Turnier
Unabhängig von der Debatte um die Regenbogenbunde führt Gwinn das deutsche Team erstmals bei einem Turnier als Spielführerin an. „Es ist einfach eine sehr, sehr große Ehre für mich. Ich habe als kleines Mädchen angefangen, Fußball zu spielen, Fußball zu lieben. Jetzt als Kapitänin vor einem großen Turnier zu stehen als Kapitänin, das ist schwer in Worte zu fassen“, sagte sie.