VonChristopher Michelschließen
Emre Can erlebte zu Beginn der Europameisterschaft im eigenen Land märchenhafte Tage. Der Mittelfeldspieler des DFB-Teams gibt Einblicke.
Herzogenaurach – Emre Can erlebte in den vergangenen zwei Wochen eine emotionale Achterbahnfahrt der Gefühle. Der Mittelfeldspieler war zunächst für die Europameisterschaft im eigenen Land kein Thema bei Bundestrainer Julian Nagelsmann. Anschließend verlor er das Champions-League-Finale mit Borussia Dortmund gegen Real Madrid. Doch dann kam der 12. Juni und eine nicht mehr für möglich gehaltene Wende.
Can wurde von Nagelsmann überrascht
Aleksandar Pavlović musste sich für das Turnier krank abmelden und Can wurde von Nagelsmann aus dem sprichwörtlichen Nichts aus dem Hut gezaubert: „Ich kann das gar nicht richtig beschreiben. Meine Frau und ich wollten am Mittwoch mit dem Frühstück beginnen und dann kam der Anruf von Julian.“ Nagelsmann fragte nach, ob sich der Sechser vorstellen könnte, bei der EM dabei zu sein?
Für Can war die Antwort klar: „Ich habe gesagt, dass es eine große Ehre wäre, in Deutschland bei der EM dabei zu sein – auch wenn ich zehn Tage nichts gemacht habe. Das hat mir nach der langen Saison aber gutgetan.“ Wenige Stunden später hieß sein Standort nicht mehr Dortmund, sondern Herzogenaurach. Can wurde von allen Beteiligten im Home-Ground herzlich begrüßt. Er sagte: „Am Donnerstag habe ich das erste Mal mittrainiert, nicht erwartet, dass ich eingewechselt werde.“
Can erlebt perfekten DFB-Auftakt
Doch tatsächlich war es rund 48 Stunden später tatsächlich der Fall. In der 81. Minute stand Can plötzlich an der Seitenauslinie zur Einwechslung bereit. Und in der Nachspielzeit erzielte er in seinem 44. Länderspiel gegen die bedauernswerten Schotten das 5:1. Es war die Krönung auf einen perfekten Tag. Can kann auch zwei Tage später sein Glück kaum fassen: „Das war schon eine krasse Story und dann noch in der Nachspielzeit das Tor. Unbeschreiblich.“
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