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DFB-Team gegen Ungarn: Vorsicht vor dem zweiten Gruppenspiel

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Trotz der Gala gegen Schottland bleibt das DFB-Team wachsam. Das zweite Gruppenspiel hat in der Vergangenheit oft für einen Realitätscheck gesorgt.

Herzogenaurach – Trotz des beeindruckenden 5:1-Sieges des DFB-Teams gegen Schottland besteht Einigkeit unter allen Beteiligten, dass dieser Gegner keine wirkliche Herausforderung darstellte. Der rote Karton gegen Ryan Porteous und der daraus resultierende Elfmeter, den Kai Havertz zum 3:0-Halbzeitstand verwandelte, machte das Spiel endgültig zum Muster ohne ganz großen Wert.

Unmittelbar nach dem Spiel dämpfte Bundestrainer Julian Nagelsmann die Begeisterung etwas und wies auf das bevorstehende Spiel gegen Ungarn hin, einen „unangenehmen“ und schwer vorhersehbaren Gegner. Eine kurze Rückschau auf die jüngste Turniergeschichte sollte ausreichen, um das DFB-Team auf der Hut zu halten. Das zweite Gruppenspiel hat in der Vergangenheit nämlich oft genug für kleinere und größere Dämpfer gesorgt.

Seit 2006 insgesamt mehr Remis und Niederlagen als Siege am 2. Spieltag

Seit der WM 2006 gab es bei Weltmeisterschaften und Europameisterschaften in neun Spielen am zweiten Gruppenspieltag zwei Niederlagen und drei Unentschieden. Somit konnte Deutschland die Mehrheit der zweiten Gruppenspiele zuletzt nicht gewinnen.

Bei der WM 2022 half ein Unentschieden gegen Spanien dem DFB-Team nicht entscheidend weiter.

Die Niederlagen kennen allerdings nur Thomas Müller und Manuel Neuer aus dem aktiven DFB-Team aus eigener Erfahrung, da sie bei der EM 2008 gegen Kroatien und bei der WM 2010 gegen Serbien stattfanden. In diesen Spielen kam einiges zusammen: 2008 erhielt Bastian Schweinsteiger in der Nachspielzeit wegen unsportlichen Verhaltens Rot, zwei Jahre später wurde Miroslav Klose mit Gelb-Rot vom Platz gestellt und scheiterte Lukas Podolski vom Elfmeterpunkt.

2022 rettete Niclas Füllkrug einen Punkt, der letztlich wertlos war

Unentschieden gab es 2014 gegen Ghana, 2016 gegen Polen und 2022 gegen Spanien. Das 1:1 gegen die Spanier bei der WM in Katar dürfte vielen Spielern noch im Gedächtnis sein. Niclas Füllkrug rettete als Joker einen Punkt, nachdem Deutschland trotz einer offensiv starken Leistung zuvor keine Belohnung geschafft hatte. Am Ende reichte es bekanntlich nicht für das Achtelfinale.

Aber auch Erfolge am zweiten Gruppenspieltag sind nicht automatisch ein gutes Vorzeichen, wie die WM 2018 in Russland zeigt. Damals erzielte Toni Kroos nach einer Freistoßkombination mit Marco Reus gegen Schweden einen gefeierten Siegtreffer, der jedoch den einzigen Höhepunkt des Turniers für Deutschland darstellte. Im Gegenzug müssen Punktverluste kein Beinbruch sein, wie das 2:2 gegen Ghana bei der WM in Brasilien zeigt.

Interessanterweise wurde auch in Spiel gegen Schweden 2018 mit Jérôme Boateng ein DFB-Star vom Platz gestellt. Daher sollte Bundestrainer Nagelsmann vielleicht nicht nur vor Ungarn und dem zweiten Spieltag warnen, sondern auch vor allzu freizügig verteilten Karten der Schiedsrichter.

Rubriklistenbild: © IMAGO/David Klein

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