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Das unrühmliche WM-Aus hat zur Trennung zwischen dem DFB und Oliver Bierhoff geführt. Die Nachfolge soll gleich auf mehrere Schultern verteilt werden.
Frankfurt/München - Oliver Bierhoff (54) wollte den Krisengipfel nicht abwarten. Präsident Bernd Neuendorf (61) und sein Vize Hans-Joachim Watzke (61) hatten dem DFB-Direktor bereits im Vorfeld der eingeforderten Analyse am Mittwoch signalisiert, dass sein Aufgabengebiet künftig nur noch die Akademie und nicht mehr die A-Nationalmannschaft umfassen werde. Für den langjährigen Manager kam diese Entmachtung nicht in Frage, weshalb er die Initiative ergriff. Am Montagabend um 22.20 Uhr verschickte der DFB eine Pressemitteilung mit folgender Überschrift: „Oliver Bierhoff löst Vertrag mit dem DFB auf“.
Bierhoff verlässt DFB-Team - Gerüchte um Flick, Tuchel und das Amt des Bundestrainers
Nach 18 Jahren gehen Bierhoff und der Deutsche Fußball-Bund nun getrennte Wege – und es stellen sich zwei entscheidende Fragen: Wer wird sein Nachfolger? Und: Macht Hansi Flick (57) trotzdem als Bundestrainer weiter? Konkrete Antworten gibt es darauf noch nicht, Tendenzen hingegen sehr wohl. Keine zwölf Stunden nach der Bekanntgabe der Vertragsauflösung des Direktors a. D. veröffentlichte der DFB eine weitere Meldung, in der sich Flick zum Abgang Bierhoffs äußerte. Sie liest sich zwischen den Zeilen wie die nächste Abschiedserklärung.
„Unsere Zusammenarbeit war immer von Loyalität, Teamgeist, Vertrauen und Zuverlässigkeit geprägt. Zusammenhalt war die DNA unseres Teams“, lässt sich der Bundestrainer zitieren und gibt mit seiner Wortwahl Interpretationsspielraum: Hat er diese Werte bei der Verbandsspitze um Neuendorf und Watzke vermisst? Es wäre nicht das erste Mal in seiner Vita, dass Flick wegen Unstimmigkeiten mit seinen Vorgesetzten trotzig einen Arbeitsvertrag vorzeitig auflöst. Zumal die Arbeit des Bundestrainers in der DFB-Führungsetage durchaus kritisch beäugt wird und mit Thomas Tuchel (47) ein absoluter Fachmann sofort verfügbar wäre.
DFB-Team: Nachfolge von Bierhoff soll auf mehrere Schultern verteilt werden
Aufhorchen lässt diese Formulierung Flicks: Die Europameisterschaft 2024 im eigenen Land bezeichnete der Fußballlehrer in besagter Mitteilung als „gemeinsames Ziel“ und auch im Hinblick auf dieses Großereignis falle ihm und seinem Trainerteam „momentan die Vorstellung schwer, wie die durch Olivers Ausscheiden entstehende Lücke fachlich und menschlich geschlossen werden kann“. Neuendorf und Watzke möchten noch vor Weihnachten eine neue sportliche Führung präsentieren.
Nach tz-Informationen soll der Aufgabenbereich von Bierhoff künftig auf mehrere Schultern verteilt werden. So könnte es einen Sportdirektor geben, der sich lediglich auf die A-Nationalmannschaft konzentriert, und einen Nachwuchsleiter, der federführend für die Akademie zuständig ist. Zwei Namen, die in diesem Zusammenhang diskutiert werden: Thomas Hitzlsperger (40) und Per Mertesacker (38). Hitzlsperger kennt den Verband, ist aktuell DFB-Botschafter für Vielfalt. Darüber hinaus war er beim VfB Stuttgart zwischen 2018 und 2022 als Nachwuchschef, Sportvorstand und Vorstandsvorsitzender tätig.
DFB: Nationalmannschaft künftig mit Sammer und Mertesacker? „Das ist mein Leben!“
Ein echter Coup wäre es, wenn Watzke & Co. Per Mertesacker von einem Engagement überzeugen könnten. Beim FC Arsenal leitet er seit 2018 die Nachwuchsabteilung, hat diese wieder zu Erfolgen geführt und Talente wie Bukayo Saka (21) zu Nationalspielern geformt. Er gilt als integer und kompetent. Derzeit sammelt er als TV-Experte Sympathiepunkte und könnte neben seiner Nachwuchs-Expertise dabei helfen, die Außendarstellung zu verbessern.
Angesichts dieser Konstellation könnte sich auch Matthias Sammer (55) eine Funktion als eine Art „Supervisor“ vorstellen, ins klassische Tagesgeschäft möchte er jedoch eher nicht zurückkehren. „Helfen für den Fußball, für die Sache: Das ist mein Leben! Aber gewisse Positionen brauche ich nicht mehr“, sagte er jüngst bei Magenta TV. Hitzlsperger, der in der ARD zu seiner Person am Dienstag „gar nichts“ sagen wollte, warb dennoch für den einstigen Sportvorstand des FC Bayern: „Er ist die beste Besetzung. Es würde sich lohnen, um ihn zu kämpfen.“ Das tun Watzke & Co. auch – und Sammer überlegt auch. Dennoch schwer vorstellbar, dass er sich noch einmal in die erste Reihe stellen will.
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