Kantersieg gegen Schottland

DFB-Traumstart und „Tartan-Army“: EM-Stimmung kommt nach Deutschland

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Deutschland hat einen Auftakt nach Maß erlebt - sportlich und atmosphärisch. Dafür verantwortlich waren das Ergebnis - und die Fans aus Schottland.

München – Es dauerte bis tief in die Nacht, bis ein ereignisreicher Tag in München zu Ende ging. Deutschland hatte das Auftaktspiel zur Europameisterschaft gegen Schottland eindrucksvoll mit 5:1 gewonnen und der offiziell gekürte „Man of the Match“ Jamal Musiala gab noch eine rund fünf-minütige Pressekonferenz. Die Laune? Sie war bei allen Beteiligten, die mit der DFB-Elf mitfieberten, groß. Wer bislang nicht in EM-Laune war, der wurde spätestens am Freitagabend endgültig gepackt.

Deutschland überzeugte sportlich

Die von Bundestrainer Julian Nagelsmann hervorragend auf dieses Auftaktspiel vorbereitete Mannschaft spielte wie entfesselt auf. Florian Wirtz, Musiala, Kai Havertz, Niclas Füllkrug und Emre Can ließen dem Gegner nicht den Hauch einer Chance. Die Schotten erzielten ihren einzigen Treffer ohne eigenen Torschuss, die Stirn von Antonio Rüdiger half mit. Das alles änderte nichts an der frühzeitig eingesetzten Partystimmung im weiten Rund.

Hier feiern schottische und deutsche Fans gemeinsam.

„Oh, wie ist das schön! So was hat man lange nicht geseh‘n“, sangen die deutschen Anhänger bereits nach 20 Minuten. Sie stimmten den Gassenhauer häufiger an. Zum Höhepunkt kam es nach Abpfiff, als das deutsche Nationalteam bei der Ehrenrunde von einem laut angestimmten „völlig losgelöst von der Erde“ begleitet wurde. Erstmals übertönten die Fans die zumeist viel zu laut eingespielte Musik, „Major Tom“ hat an einem, aus deutscher Sicht, rundum gelungenen Tag die letzten Fesseln gelöst.

Schottland bringt EM-Atmosphäre nach Deutschland

Es war aber nicht nur das nackte Ergebnis, das in Erinnerung bleiben wird. Die „Tartan Army“, die wegen der von vielen Anhängern getragenen Kilts mit Tartanmuster so genannt wird, hat einen ganz großen Teil dazu beigetragen, dass der EM-Lustpegel in ungeahnte Höhen stieg. Rund um den Marienplatz im Herzen von München feierten die zu tausenden erschienen Schotten feuchtfröhlich gemeinsam mit den deutschen Anhängern.

Bei Kaiserwetter und Temperaturen rund um die 20-Grad-Marke sorgten die Fangruppen für tolle Bilder. Bei Dudelsack-Tönen tanzten Schotten und Deutschen gemeinsam auf offener Straße, es floss Bier in rauen Mengen, die Gespräche waren von großer Vorfreude und allerbester Laune geprägt. Gewaltexzesse oder Streit? Davon war in der Metropole nichts zu sehen. Polizeibeamte vor Ort bestätigten auf Nachfrage, dass es komplett friedlich auf dem frühzeitig abgesperrten Marienplatz blieb.

Erst Emre Can ließ den Schottland-Block verstummen

„No Scotland - no Party“ – der schottische Anhang hat seinen Worten Taten folgen lassen. Und selbst, als ihr hoffnungslos unterlegenes Team zwischenzeitlich mit 0:4 zurücklag, stimmten sie lautstark ihre Hymne an. Erst Emre Can ließ den prallgefüllten Gästeblock mit Treffer Nummer fünf endgültig verstummen. Journalisten, die regelmäßig beim FC Bayern München dabei sind, sprachen anschließend von „der besten Atmosphäre“ in der Arena seit Jahren. Deutschland gegen Schottland – es war somit der von allen erhoffte Auftakt nach Maß.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Noah Wedel

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