VonPatrick Mayerschließen
Julian Nagelsmann teilt nach der Niederlage der Bayern in Gladbach gegen Schiedsrichter Tobias Welz aus. Dietmar Hamann rüffelt den Münchner Trainer für dessen Wortwahl.
München - Die Worte aus den Katakomben des Borussia-Parks haben für Bayern-Trainer Julian Nagelsmann womöglich ein Nachspiel. So ermittelt der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) nach dem abfälligen Ausraster von Nagelsmann gegenüber dem Schiedsrichtergespann gegen den 35-Jährigen.
Julian Nagelsmann: Bayern-Trainer schimpft über Schiedsrichter Tobias Welz
Der Oberbayer hatte sich insbesondere über die frühe Rote Karte gegen Dayot Upamecano (8. Minute) echauffiert. Referee Tobias Welz hatte den 24-jährigen Franzosen nach dessen Zweikampf mit Alassane Pléa vom Platz gestellt.
Nach einem Laufduell hatte es kurz vor dem Tor einen leichten Kontakt gegeben, der Gladbacher Stürmer stürzte daraufhin. Welz entschied auf Notbremse, was die Bayern überhaupt nicht nachvollziehen konnten. Auf dem Feld bestürmten Joshua Kimmich und Keeper Yann Sommer den Schiedsrichter, Nagelsmanns Wut entlud sich nach dem 2:3 (1:1) der Bayern in Gladbach in der Mixed Zone des Stadions.
Julian Nagelsmann in Richtung Tobias Welz: „Will der mich verarschen?“„
„Will der mich verarschen?“, schimpfte Nagelsmann in Richtung des Schiedsrichters. Der Münchner Coach ging in die Schiri-Kabine, um mit Welz und dessen Assistenten zu sprechen.
Anschließend bezeichnete er sie als „weichgespültes Pack“. Welz schilderte am Sonntagvormittag (19. Februar) im „Doppelpass“ bei Sport1: „Wir haben auf Augenhöhe eine Diskussion geführt. Es war emotional, aber es gab keine Beleidigungen.“
FC Bayern: Didi Hamann kritisiert Julian Nagelsmann für Ausraster gegen Schiri Tobias Welz
Unter anderem Sky-Experte Dietmar „Didi“ Hamann rüffelte Nagelsmann hinterher für dessen Ausraster. „Er weiß natürlich, dass er auf dem Titelblatt landet, auch wenn er sagt, bitte nicht auf die Goldwaage legen. Er ist aber Trainer von Bayern München“, meinte der gebürtige Münchner, der für den Pay-TV-Sender die Bundesliga analysiert. „Wenn er nicht will, dass seine Worte auf die Goldwaage gelegt werden, dann muss er in dritte Liga, vierte Liga. Dort interessiert keinen, was er erzählt“, sagte Hamann weiter und erklärte: „Zukünftig muss er sich besser im Griff haben.“
Wenn er nicht will, dass seine Worte auf die Goldwaage gelegt werden, dann muss er in dritte Liga, vierte Liga.
Bei Sky hatte auch Rekordnationalspieler Lothar Matthäus Kritik geübt. „Die Wortwahl ist weit daneben. Dass er enttäuscht ist: ja! Dass er unter Druck steht: ja!“, meinte der Franke: „Aber trotzdem erwarte ich nicht nur von einem Bayern-München-Trainer, sondern generell von den Verantwortlichen, die an der Linie stehen, dass sie eine richtige Wortwahl treffen, beziehungsweise, dass sie sich unter Kontrolle haben.“ (pm)
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