VonAdrian Kühnelschließen
Joshua Kimmich lässt eine Vertragsverlängerung beim FC Bayern offen – das auch aufgrund einer brisanten Vorgeschichte. Bleibt er dennoch?
München – Noch ist unklar, mit welchem Trikot Joshua Kimmich in der kommenden Saison auf dem Rasen stehen wird. Der aktuelle Vertrag des Mittelfeldspielers läuft beim FC Bayern Ende Juni dieses Jahres aus, eine Einigung zwischen den Parteien über eine Fortsetzung der Zusammenarbeit gibt es bislang nicht.
Kimmich: Wahrscheinlichkeit des Verbleibs „deutlich größer als im Sommer“
„Die Wahrscheinlichkeit, dass ich bleibe, ist deutlich größer als im (vergangenen; Anm. d. Red.) Sommer. Weil ich sehe, wie wir Fußball spielen. Das hat auch sehr viel mit dem Trainer zu tun“, sagte Kimmich nach dem 1:0-Sieg gegen Borussia Mönchengladbach am Samstag gegenüber dem TV-Sender Sky.
Die Vorgeschichte ist nämlich brisant: Es ist noch nicht lange her, da stand Kimmich bereits vor dem Abgang aus München. Im letzten Sommer wurde er als potenzieller Verkaufskandidat beim FC Bayern gehandelt. Paris Saint-Germain fragte an, das bestätigte Sportvorstand Max Eberl öffentlich.
Der FC Bayern war wohl bereit, Kimmich zu verkaufen
Zuvor hatte Kimmich beim Rekordmeister unter dem damaligen Trainer Thomas Tuchel als Rechtsverteidiger spielen müssen, darüber hinaus verpflichtete Eberl im vergangenen Sommer mit João Palhinha, der für kolportierte 50 Millionen Euro vom FC Fulham kam, Konkurrenz fürs Mittelfeld.
Kimmich blieb trotzdem, obwohl, so schreibt die Süddeutsche Zeitung nun, der FC Bayern einem Verkauf „nicht abgeneigt“ gewesen sei. Eine mögliche Vertragsverlängerung soll damals noch damit einhergegangen sein, dass Kimmich künftig auf Gehalt verzichtet. „Da ging es nicht um fünf, sondern eher um 25 Prozent“, die Kimmich weniger verdienen sollte, so die Süddeutsche Zeitung.
Nun will der FC Bayern Kimmich halten
Inzwischen ist der Stand ein anderer. Kimmich ist Leistungsträger unter Tuchels Nachfolger Vincent Kompany, spielt auf seiner Lieblingsposition im Mittelfeld und soll den FC Bayern nach Wunsch der Verantwortlichen auch in den kommenden Jahren prägen. Dass der DFB-Kapitän in München Abstriche bei seinem momentanen Jahresgehalt von kolportierten 20 Millionen Euro inklusive Boni machen muss, gilt mittlerweile als unwahrscheinlich. Doch was sich letzten Sommer abspielte, wird er noch nicht vergessen haben und wohl in seine Zukunftsentscheidung einbeziehen.
Offen bleibt damit, ob Kimmich beim FC Bayern weitermachen will. „Es ist natürlich ein sehr entscheidender Moment in meiner Karriere. Wir alle und ich selbst kennen gute Gründe, um zu verlängern. Trotzdem ist es jetzt so, dass ich abwägen muss, wo ich in den nächsten drei, vier Jahren sportlich maximalen Erfolg haben kann“, so der 29-Jährige.
Was macht Kimmich?
Auch die möglichen Vertragsverlängerungen von Jamal Musiala und Alphonso Davies beeinflussen Kimmichs Entscheidung. Kimmich: „Definitiv ist es für uns ein Faktor, wie die Mannschaft in den nächsten Jahren aussieht. Da spielt es eine Rolle, was der eine oder andere macht.“ Wann mit einer Entscheidung zu rechnen ist?
„Für mich ist es natürlich schon so, dass ich dem Verein gegenüber eine Verantwortung spüre. Ich bin nicht der Spieler, der das bis zum Ende herauszögert. Ich möchte nicht bis Ende Mai warten“, so Kimmich.
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