Ist die WM 2026 schon in Gefahr?

Die deutschen Stimmen zum WM-Qualifikations-Debakel in Bratislava

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Die deutsche Nationalelf hat beim 0:2 in der Slowakei einen fürchterlichen Fehlstart in der Qualifikation für die WM 2026 hingelegt. Die Stimmen zur Partie.

Bratislava – Das haben sich Bundestrainer Julian Nagelsmann und seine Mannschaft ganz anders vorgestellt: Gegen hochmotivierte Slowaken bekam die DFB-Elf beim WM-Qualifikationsstart in Bratislava von der ersten Minute an nie einen richtigen Zugriff auf das Spiel. Kein einziger Feldspieler erreichte nur ansatzweise seine Normalform. Vor allem vermisste man beim deutschen Team Einsatz und die Emotionalität, um solche Partien erfolgreich bestreiten können.

Wie begossene Pudel schlichen die deutschen Nationalspieler nach der 0:2-Blamage gegen die Slowakei vom Platz.

Zeigen sich Nagelsmanns Spieler am Sonntag gegen Nordirland in Köln nicht stark verbessert, könnte der WM-Traum bereits sehr früh in der Qualifikation scheitern. Es wäre das erste Mal in der deutschen Fußballgeschichte, dass sich eine Nationalmannschaft nicht auf sportlichem Weg für eine Weltmeisterschaft qualifizieren könnte. Das 0:2 in der Slowakei bedeutete bereits eine historische Pleite: Noch nie in der Fußball-Geschichte (seit 1934) hat eine DFB-Elf ein Auswärtsspiel in der WM-Quali verloren.

Die deutschen Stimmen nach der 0:2-Pleite

Bundestrainer Julian Nagelsmann

Nnamdi Collins war der Leidtragende einer Mannschaft, die in der ersten Halbzeit nichts gut gemacht hat. Die Momente in der roten Zone waren zu hoch. Die ersten Minuten in der zweiten Halbzeit waren etwas heller, der Rest war sehr dunkel. Wenn wir bei einfachen Dingen wie der Emotionalität anfangen, war der Gegner uns heute in allen Bereichen überlegen. Dann kommt obendrauf, dass sie fußballerisch mehr Qualität auf den Platz gebracht haben als wir. Die Historie der letzten zehn Jahre hat gezeigt, dass wir hier nicht hochnäsig antreten dürfen und denken, dass wir alles wegfegen. Das war nicht gut. Das ist wie im DFB-Pokal, wenn ein Drittligist gegen den Bundesligisten gewinnt. Da entscheidet die Emotionalität.

Hier sollte bei jedem angekommen sein, dass wir zur WM fahren wollen und eine gute Rolle spielen wollen. Heute waren wir einfach von allem meilenweit weg - von Gut und Böse. Auch böse waren wir heute nicht. Da geht es gar nicht um Qualität. Wir haben die besten Spieler Deutschlands ausgewählt, aber vielleicht müssen wir auf weniger Qualität setzen und mehr auf die, die alles reinwerfen. Das hätte heute wahrscheinlich zu einem besseren Ergebnis geführt.

Diese deutschen Nationalspieler feierten ihr Debüt unter Julian Nagelsmann

Chris Führich feierte am 14. Oktober 2023 beim 3:1-Sieg gegen die USA sein Debüt für die Nationalmannschaft. Als dynamischer Flügelspieler des VfB Stuttgart überzeugte er mit Tempo und Technik. Seitdem durfte er öfters für den DFB auflaufen und wurde für die UEFA Euro 2024 nominiert.
Chris Führich feierte am 14. Oktober 2023 beim 3:1-Sieg gegen die USA sein Debüt für die Nationalmannschaft. Als dynamischer Flügelspieler des VfB Stuttgart überzeugte er mit Tempo und Technik. Seitdem entwickelte er sich zu einem festen Bestandteil des DFB-Kaders und wurde für die UEFA Euro 2024 nominiert. © Imago
Am 18. Oktober 2023 kam Kevin Behrens beim 2:2 gegen Mexiko zu seinem ersten Länderspieleinsatz. Damals noch bei Union Berlin unter Vertrag, wechselte er Anfang 2024 zum VfL Wolfsburg. Seitdem wurde er nicht mehr nominiert.
Am 18. Oktober 2023 kam Kevin Behrens beim 2:2 gegen Mexiko zu seinem ersten Länderspieleinsatz. Damals noch bei Union Berlin unter Vertrag, wechselte er Anfang 2024 zum VfL Wolfsburg. Obwohl er bislang nicht erneut nominiert wurde, bleibt er mit seiner physischen Präsenz eine Option für die Offensive. © Imago
Marvin Ducksch debütierte am 18. November 2023 gegen die Türkei. Als torgefährlicher Angreifer von Werder Bremen wurde er in zwei Länderspielen eingesetzt. Trotz starker Leistungen im Verein blieb es bislang bei diesen Einsätzen.
Marvin Ducksch debütierte am 18. November 2023 gegen die Türkei. Als torgefährlicher Angreifer von Werder Bremen wurde er in zwei Länderspielen eingesetzt. Trotz starker Leistungen im Verein blieb es bislang bei diesen Einsätzen. © Imago
Beim 0:2 gegen Österreich am 21. November 2023 feierte Robert Andrich sein Debüt für die Nationalmannschaft. Mit konstanten Leistungen bei Bayer Leverkusen etablierte er sich schnell im DFB-Kader und wurde für die EM 2024 nominiert.
Beim 0:2 gegen Österreich am 21. November 2023 feierte Robert Andrich sein Debüt für die Nationalmannschaft. Mit konstanten Leistungen bei Bayer Leverkusen etablierte er sich schnell im DFB-Kader und wurde für die EM 2024 nominiert. © Imago
Maximilian Mittelstädt debütierte am 23. März 2024 beim 2:0-Sieg gegen Frankreich. Als linker Verteidiger des VfB Stuttgart überzeugte er mit defensiver Stabilität und Offensivdrang. Seine Leistungen führten zur Nominierung für die EM 2024.
Maximilian Mittelstädt debütierte am 23. März 2024 beim 2:0-Sieg gegen Frankreich. Als linker Verteidiger des VfB Stuttgart überzeugte er mit defensiver Stabilität und Offensivdrang. Seine Leistungen führten zur Nominierung für die EM 2024. © Imago
Im selben Spiel feierte auch VfB-Kumpel Deniz Undav sein Debüt. Auch der Stürmer fuhr mit zur Europameisterschaft 2024.
Am 23. März 2024 gab Deniz Undav beim 2:0 gegen Frankreich sein Länderspieldebüt. Als torgefährlicher Stürmer des VfB Stuttgart zeigte er seine Qualitäten und wurde für die EM 2024 berücksichtigt. © Imago
Waldemar Anton debütierte ebenfalls am 23. März 2024 gegen Frankreich. Der Innenverteidiger des VfB Stuttgart überzeugte mit Zweikampfstärke und Spielintelligenz und wurde in den EM-Kader 2024 aufgenommen.
Waldemar Anton debütierte ebenfalls am 23. März 2024 gegen Frankreich. Der Innenverteidiger des VfB Stuttgart überzeugte mit Zweikampfstärke und Spielintelligenz und wurde in den EM-Kader 2024 aufgenommen. © Imago
Kurz vor der EM 2024 debütierte Maximilian Beier für die deutsche Nationalmannschaft. Am 3. Juni im Spiel gegen die Ukraine (0:0) brachte Nagelsmann den damaligen TSG-Stürmer für 30 Minuten. Anschließend stand er auch im EM-Kader, kam aber nur zu einem Kurzeinsatz.
Kurz vor der EM 2024 debütierte Maximilian Beier für die deutsche Nationalmannschaft. Am 3. Juni im Spiel gegen die Ukraine (0:0) brachte Nagelsmann den damaligen TSG-Stürmer für 30 Minuten. Anschließend stand er auch im EM-Kader, kam aber nur zu einem Kurzeinsatz.  © IMAGO/Sebastian Räppold/Matthias Koch
Am 29. August 2024 wurde Angelo Stiller erstmals für die Nationalmannschaft nominiert. Der zentrale Mittelfeldspieler des VfB Stuttgart zeigte starke Leistungen in der Bundesliga und wurde für die Nations-League-Spiele berücksichtigt.
Am 29. August 2024 wurde Angelo Stiller erstmals für die Nationalmannschaft nominiert. Der zentrale Mittelfeldspieler des VfB Stuttgart zeigte starke Leistungen in der Bundesliga und wurde für die Nations-League-Spiele berücksichtigt. © Imago
Alexander Nübel feierte sein Debüt am 6. September 2024 im Spiel gegen Bosnien-Herzegowina. Als Torhüter des VfB Stuttgart wurde er für seine konstanten Leistungen belohnt und in den DFB-Kader berufen.
Alexander Nübel feierte sein Debüt am 6. September 2024 im Spiel gegen Bosnien-Herzegowina. Als Torhüter des VfB Stuttgart wurde er für seine konstanten Leistungen belohnt und in den DFB-Kader berufen. © Imago
Tim Kleindienst debütierte am 6. September 2024 gegen Bosnien-Herzegowina. Der Stürmer von Borussia Mönchengladbach wurde für seine Torjägerqualitäten in die Nationalmannschaft berufen.
Tim Kleindienst debütierte am 6. September 2024 gegen Bosnien-Herzegowina. Der Stürmer von Borussia Mönchengladbach wurde für seine Torjägerqualitäten in die Nationalmannschaft berufen. © Imago
Jonathan Burkardt gab sein Debüt am 6. September 2024 gegen Bosnien-Herzegowina. Der Angreifer von Mainz 05 wusste Julian Nagelsmann durch seinen Offensivdrang zu überzeugen.
Jonathan Burkardt gab sein Debüt am 6. September 2024 gegen Bosnien-Herzegowina. Der Angreifer von Mainz 05 wurde für seine Leistungen in der Bundesliga belohnt und in die Nationalmannschaft berufen. © Imago
Oliver Baumann debütierte am 10. September 2024 im Spiel gegen die Niederlande. Nach langem Warten hinter Manuel Neuer und Marc-André ter Stegen, durfte der erfahrene Keeper der TSG Hoffenheim unter Nagelsmann endlich ran.
Oliver Baumann debütierte am 10. September 2024 im Spiel gegen die Niederlande. Der erfahrene Torhüter der TSG Hoffenheim war bereits zuvor regelmäßig im DFB-Kader, kam allerdings nie zu einem Einsatz.  © Imago
Jamie Leweling feierte am 10. September 2024 gegen die Niederlande ein beeindruckendes Debüt, bei dem er das entscheidende Tor zum 1:0-Sieg erzielte. Der Offensivspieler des VfB Stuttgart verpasste weitere Einsätze verletzt.
Jamie Leweling feierte am 10. September 2024 gegen die Niederlande ein beeindruckendes Debüt, bei dem er das entscheidende Tor zum 1:0-Sieg erzielte. Der Offensivspieler des VfB Stuttgart wurde für seine Leistung gefeiert und etablierte sich im DFB-Kader. © Imago
Yann-Aurel Bisseck wurde am 20. März 2025 erstmals für die Nationalmannschaft nominiert. Der Innenverteidiger von Inter Mailand überzeugte mit starken Leistungen in der Serie A und wurde für die Nations-League-Spiele berücksichtigt.
Yann-Aurel Bisseck wurde am 20. März 2025 erstmals für die Nationalmannschaft nominiert. Der Innenverteidiger von Inter Mailand überzeugte mit starken Leistungen in der Serie A und wurde für die Nations-League-Spiele berücksichtigt. © Imago
Nadiem Amiri kehrte im März 2025 nach vier Jahren Pause in die Nationalmannschaft zurück und wurde für die Nations-League-Spiele nominiert. Der Mittelfeldspieler von Mainz 05 zeigte starke Leistungen in der Bundesliga und verdiente sich die Rückkehr ins DFB-Team.
Nadiem Amiri kehrte im März 2025 nach vier Jahren Pause in die Nationalmannschaft zurück und wurde für die Nations-League-Spiele nominiert. Der Mittelfeldspieler von Mainz 05 zeigte starke Leistungen in der Bundesliga und verdiente sich die Rückkehr ins DFB-Team. © Imago
Nach starken Leistungen für den VfB Stuttgart wurde Nick Woltemade von Julian Nagelsmann für das Final Four in der Nations League erstmals in den DFB-Kader berufen. Am 4. Juni durfte er dann direkt gegen Portugal beginnen.
Nach starken Leistungen für den VfB Stuttgart wurde Nick Woltemade von Julian Nagelsmann für das Final Four in der Nations League erstmals in den DFB-Kader berufen. Am 4. Juni durfte er dann direkt gegen Portugal beginnen.  © IMAGO
Tom Bischof feierte sein A-Länderspieldebüt am 8. Juni 2025 bei der 0:2-Niederlage im Spiel um Platz Drei in der Nations League gegen Frankreich.
Tom Bischof feierte sein A-Länderspieldebüt am 8. Juni 2025 bei der 0:2-Niederlage im Spiel um Platz Drei in der Nations League gegen Frankreich.  © IMAGO/Pressefoto Rudel/Robin Rudel
Nnamdi Collins war bislang nur für die U-Nationalmannschaften aktiv. Nun steht er gleich bei seinem Debüt für das Team von Julian Nagelsmann in der Startelf.
Nnamdi Collins gab am 4. September 2025 sein Debüt für die Nationalmannschaft. Im WM-Qualifikationsspiel gegen die Slowakei startete er von Beginn an.  © IMAGO/BEAUTIFUL SPORTS/Meusel
Für seine starken Leistungen für Eintracht Frankfurt wurde Nathaniel Brown von Julian Nagelsmann mit der DFB-Nominierung belohnt. Am 10. Oktober 2025 beim 4:0-Sieg gegen Luxemburg durfte der Linksverteidiger erstmals für die A-Nationalmannschaft auflaufen.
Für seine starken Leistungen für Eintracht Frankfurt wurde Nathaniel Brown von Julian Nagelsmann mit der DFB-Nominierung belohnt. Am 10. Oktober 2025 beim 4:0-Sieg gegen Luxemburg durfte der Linksverteidiger erstmals für die A-Nationalmannschaft auflaufen.  © IMAGO/Gladys Chai von der Laage
Assan Ouédraogo feierte sein Debüt in der deutschen A-Nationalmannschaft beim letzten WM-Qualifikationsspiel gegen die Slowakei (6:0). Bei nur 13 Minuten Einsatzzeit trug sich der RB-Star direkt in die Torschützenliste ein.
Assan Ouédraogo feierte sein Debüt in der deutschen A-Nationalmannschaft beim letzten WM-Qualifikationsspiel gegen die Slowakei (6:0). Bei nur 13 Minuten Einsatzzeit trug sich der RB-Star direkt in die Torschützenliste ein.  © IMAGO/Maximilian Koch

Wir müssen jedes Spiel angehen wie ein Champions-League-Halbfinale. Wir haben keine große Korrektur durch Spiele - wir haben fünf Spiele, die müssen wir alle gewinnen - undzwar deutlich. Sonst spielen wir im März Playoffs. Ich habe Vertrauen in die Mannschaft, das ist mein Kader. Aber es muss bei jedem ankommen, dass es mit angezogener Handbremse nicht reicht. Auf keinem Niveau!“

Kapitän Joshua Kimmich

„Wir haben in keiner Phase Mut und Leidenschaft gesehen. Wir sind schon schlecht gestartet - nach einer Minute gab es die erste Torchance. Wir haben diese Dinge vermissen lassen, da brauchen wir nicht über System und Taktik sprechen. Das ist eine Einstellungssache, das war schon zuletzt unser Problem. Wir müssen uns gegenseitig Dinge an die Hand geben, dass wir das besser auf den Platz bekommen. Wir müssen uns coachen und unterstützen. Wir müssen uns hier nicht gegenseitig zerlegen. Das war von allen heute nicht genug. In drei Tagen haben wir die Chance, es besser zu machen. Wir haben im Vorfeld viel über die WM gesprochen, aber wir müssen erstmal die Qualifikation schaffen. Wenn wir so auftreten wie heute, wird das nichts.“

FCB-Innenverteidiger Jonathan Tah

„Die Probleme gab es in allen Phasen: Mit dem Ball, im defensiven Umschalten. Insgesamt hatten wir wenig Zugriff auf das Spiel. Deshalb haben wir heute verdient verloren, das können wir nicht leugnen. Es war ein sehr schwaches Spiel von uns heute. Woran es lag, ist schwierig zu erklären. Es gibt immer Momente, wo man müde war oder nicht ins Spiel kommt, aber es hat heute an mehr gefehlt.

Dieser Artikel entstand in einer Content-Partnerschaft mit fcbayerntotal.com

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Das müssen wir aufarbeiten und da müssen wir ehrlich mit uns selbst sein. Es war für uns alle sehr überraschend, dass das Spiel so gelaufen ist. Das ist nicht unser Anspruch. Wir haben von Beginn an gesagt, dass die Slowakei der schwierigste Gegner ist, das hat uns nicht überrascht. Wir müssen uns an die eigene Nase fassen und es am Sonntag besser machen.“

Torwart Oliver Baumann

„Die Slowaken waren deutlich besser auf dem zweiten Ball. Wir haben es nicht geschafft, die Räume so eng zu kriegen, dass wir die zweiten Bälle bekommen, damit wir kompakter und sicherer stehen. Sie hatten dort mehr Emotion drin und sind so zu vielen Möglichkeiten gekommen. Wir haben Akzente gesetzt und hatten Möglichkeiten, aber es hat das Tor gefehlt, um Schwung aufzubringen. Der war zu 80 Prozent beim Gegner.

Die Emotion war ein Problem, aber wir dürfen uns nicht zerfleischen. Es muss ein Warnschuss sein, dass wir die Basics auf den Platz bringen müssen. Wenn wir das schaffen, können wir unsere fußballerischen Akzente setzen. Da müssen wir eine Schippe drauflegen.“

Rubriklistenbild: © IMAGO/Matthias Koch

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