Sieg gegen Heidenheim

Eintracht Frankfurt: Bei Knauff purzeln die Felsbrocken

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Hoch hinaus - zu hoch: Jessic Ngankam verballert einen Elfer.
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  • Ingo Durstewitz
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Und Jessic Ngankam kann mit seinem Körper glänzen. Das FR-Klassenbuch zum Eintracht-Heimsieg gegen Heidenheim.

Sonderlob

Ansgar Knauff: Kam nach 65 Minuten für den verletzten Marmoush ins Spiel und war sofort drin in jenem. Erst legte er trickreich mit der Hacke ab, kurz drauf versenkte er den Ball zum 2:0. Wirkte anschließend einige Zentimeter größer bei all der Last, die ihm von den Schultern fiel.

Nacho: Der 19-Jährige durfte wie Knauff in der Endphase mitmischen und setzte seinen stämmigen Körper mehrfach geschickt ein. Er war es auch, der den Ball vorm 2:0 klug durchließ. Ziemlich abgebrüht.

Tadellos

Hugo Larsson: Erfrischend, dieser 19-Jährige. Wie er spielte, abgeklärt, mutig, fast fehlerfrei. Auch wie er sich freute über sein strammen Schuss zum 1:0, über sein erstes Bundesligator, spitzbübisch, einfach ehrlich. Ist ein guter Junge mit viel Entwicklungspotenzial und bereits jetzt, in sehr jungen Jahren, ein Mann mit gewinnbringender Qualität.

Aurelio Buta: So schlecht die Partie in Griechenland für ihn endete, mit einem sinnfreien Foul vorm 1:2 nämlich, so ordentlich begann er diesmal. Schlug sofort eine ordentliche Flanke. Das gab ihm Auftrieb, Sicherheit. Deutlich offensiver aufgeboten als Flügelpendant Max, was er nutzte - unter anderem zu einem wohl temperierten Steilpass vorm Elfmeter. Legte auch das 2:0 vor. Zweifelsohne eines seiner besten Spiele im Eintracht-Trikot.

Kevin Trapp: Griff nach 62 Minuten bei einem Fernschuss das erste Mal richtig ein, vorher nicht gefordert - außer bei der Platzwahl vielleicht. Nach 74 Minuten zur Stelle, als Beck frei vor ihm auftauchte. Parierte er stark.

Gut dabei

Willian Pacho: Gewohnt souverän. Haut den Ball weg, wenn es sein muss. Und in anderen Momenten, wenn genug Zeit ist, löst er die Situationen spielerisch.

Omar Marmoush: Diesmal als hängende Spitze aufgeboten, half ihm, half der ganzen Mannschaft. Sehr gierig auf die zweiten Bälle, ergatterte einige davon. Nutzte die Räume zwischen Heidenheims Abwehr und Mittelfeld geschickt. Holte den Elfer raus, den Ngankam ins Fangnetz drosch. Erstaunlich, dass er nicht als Strafstoßschütze eingeteilt war. Musste nach 65 Minuten raus, es zwickte im Oberschenkel, ärgerlich. Immerhin: Ist ja Bundesligapause.

Ganz okay

Robin Koch: Deckte Beck vor dessen Großchance nicht eng genug (74.), war auch im Aufbauspiel nicht immer fehlerfrei, ließ sich davon aber nicht aus der Ruhe bringen. Zog ansonsten voll durch, dirigierte die Nebenleute.

Tuta: Anfangs mit einem überflüssigen Foul, danach grundsolide. Im Spielaufbau zwar längst nicht so präzise wie die Abwehrkollegen Koch und Pacho, doch im Zweikampf stets zur Stelle.

So lala

Fares Chaibi: Erstaunlich oft im Laufduell, also steil geschickt von den Kameraden, dabei ist er doch wahrlich keine Rakete. Nur ab und an mit klugen Einfällen, die von zu langen Phasen des Abtauchens eingerahmt wurden. Vergab aus guter Schussposition (76.).

Philipp Max: Vor einigen Wochen noch abgestraft für schwache Leistungen mit der europäischen Nichtnominierung, auch in der Liga nicht berücksichtigt und nun in der Startelf. Geht schnell bei der Eintracht in diesen Tagen. Nutzte seine Chance nur bedingt, spielte verhalten, blieb fast nur hinten. Immerhin: Ließ wenig zu über seine Seite, auch wichtig.

Jessic Ngankam: Agierte unglücklich, war nicht oft am Ball, konnte sich kaum durchsetzen. Seine Abschlüsse aus dem Spiel heraus gerieten zu harmlos, den Elfer ballerte er (wie viele vorher ahnten) drüber. Und doch hatte es etwas Gutes, dass er spielte: Kickt körperlicher als Marmoush ganz vorne drin und schafft damit Räume für nachrückende Mitspieler.

Ellyes Skhiri: Machte - wie immer - viele Meter. Gewann auch zwei, drei wichtige Zweikämpfe. Und doch: Man darf mehr erwarten von ihm, fußballerisch durchwachsen. Könnte außerdem aus elf, zwölf Metern den Ball freistehend im Tor versenken. Ließ die Großchance zum 2:0 liegen (70.).

Schwächelnd

Kein Eintrag

Zu spät gekommen

N. Nkounkou , H. Smolcic , M. Hasebe . dani/dur

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