Rekordmeister will BVB-Bollwerk knacken

Bayerns Plan gegen Dortmund: 1 Kontakt, 3 Punkte

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    Vinzent Tschirpke
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Der FC Bayern fliegt bislang durch die Saison. Nach zehn Siegen in zehn Pflichtspielen soll auch Borussia Dortmund geknackt werden.

München – Zehn Spiele, zehn Siege – und dabei noch insgesamt 38 Tore erzielt. Die Bayern spielen in dieser Saison ihre Gegner regelmäßig schwindelig. Dieses Schicksal soll auch Borussia Dortmund im Bundesliga-Gipfel am Samstag (18.30 Uhr, Sky) in der Allianz Arena ereilen. Mit einem einfachen, aber effektiven Plan.

Harry Kane (re.) will auch gegen den BVB treffen.

Ein von Trainer Vincent Kompany angedachtes Mittel, um die unter Trainer Niko Kovac tiefstehenden Dortmunder zu knacken: sogenannter One-Touch-Fußball in und um den gegnerischen Sechzehner. Mit nur einer Berührung soll der BVB die Bayern-Angreifer nicht zu fassen bekommen. Eine Taktik, mit der der deutsche Rekordmeister defensiv eingestellte Teams in dieser Saison schon häufig auseinandergenommen und zu drei Punkten geführt hat.

Bayern-Torjäger Harry Kane will auch gegen den BVB treffen

Auch Superstürmer Harry Kane kommt diese von Kompany implementierte Spielweise zugute. „Eine Sache, die bei ihm besonders auffällt, ist das One-Touch-Spiel rund um den Strafraum“, verriet der Engländer nun der britischen Zeitung „Daily Mail“. „Wenn man in einer Mannschaft wie Bayern spielt, trifft man auf Teams mit Abwehrreihen, die tief verteidigen. Ich bin jemand, der gerne den Ball dreht und Vorwärtspässe spielt, aber das ist nicht immer möglich. Deshalb haben wir viel darüber gesprochen, meinen Körper zu öffnen und schnell mit One-Touch-Pässen um die Ecke zu spielen. Ich habe das Gefühl, dass ich mein Spiel verbessert habe – ich bleibe nicht mehr so oft am Ball hängen und bin fließender in meinen Aktionen geworden.“

In dieser Saison hat Kane wettbewerbsübergreifend bereits 18 Tore erzielt. Auch aus Sicht von Kovac ist der 32-Jährige der Unterschiedsspieler des FC Bayern. „Natürlich, er schießt die Tore. Er bereitet aber auch Treffer vor“, sagte der Kroate, der den Rekordmeister zwischen Juli 2018 und November 2019 gecoacht und zum Double-Sieg geführt hat.

FC Bayern gegen Borussia Dortmund: Die torreichsten Klassiker der Geschichte

bvtr Juergen KLOPP, Chef - Trainer BVB Jubel nach Sieg neben Trainer Cheftrainer Pep GUARDIOLA (FCB) FC BAYERN MUENCHEN
Der Klassiker, das Duell Borussia Dortmund gegen den FC Bayern München, hat eine lange Historie – auch wenn die große Rivalität erst in der jüngeren Fußballvergangenheit so richtig zum Aufleben kam. An Toren hat es bei diesem Aufeinandertreffen im Grunde nie gemangelt… © via www.imago-images.de
Borussia Dortmund FC Bayern München 6 3 am 9 9 67 Reinhard Stan Libuda gegen Peter Kupferschmidt
Schon beim siebten Duell zwischen dem BVB und dem FCB überhaupt schepperte es ordentlich. Mit 6:3 gingen die Dortmunder am 4. Spieltag der Saison 1967/68 – wie auch in diesem Duell zwischen Stan Libuda und Peter Kupferschmidt – als Sieger vom Platz. © imago sportfotodienst
Rekordergebnis! Bayern schlägt den BVB 11:1
Nicht nur der höchste Sieg im Klassiker, sondern auch der dritthöchste Sieg der Bundesligageschichte fand 1971 im Grünwalder Stadion statt. Mit 11:1 fertigten die Münchener die Schwarz-Gelben ab – historisch. © imago sportfotodienst, via www.imago-images.de
Gleich achtmal klingelte es 1980. Mit 5:3 gewannen die Münchener auch diese Partie. Paul Breitner sorgte gegen Eike Immel per Elfmeter für den ersten Treffer des Abends.
Gleich achtmal klingelte es 1980. Mit 5:3 gewannen die Münchener auch diese Partie. Paul Breitner sorgte gegen Eike Immel per Elfmeter für den ersten Treffer des Abends. © imago sportfotodienst
Borussia Dortmund - FC Bayern München 4:4/21.05.1983. Karl-Heinz Rummenigge (FCB) Aktion. *** Borussia Dortmund FC Bayer
Auch drei Jahre später, 1983, durften sich die Fans über acht Buden freuen. Am Ende gab es allerdings keinen Gewinner. Die Partie endete mit einem spektakulären 4:4. Das höchte Remis der Klassiker-Geschichte. Mittendrin: Der eifrige Karl-Heinz Rummenigge. © HORSTMUELLER GmbH via www.imago-images.de
Das erste Finale in der Fußballhistorie, in dem sich der FC Bayern München und Borussia Dortmund gegenüberstanden, war das Endspiel um den Supercup 1989. Im Fritz-Walter-Stadion von Kaiserslautern behielt der Klub aus dem Pott mit 4:3 die Oberhand. Andreas Möller sorgte zwei Minuten vor dem Ende für den Siegtreffer.
Das erste Finale in der Fußballhistorie, in dem sich der FC Bayern München und Borussia Dortmund gegenüberstanden, war das Endspiel um den Supercup 1989. Im Fritz-Walter-Stadion von Kaiserslautern behielt der Klub aus dem Pott mit 4:3 die Oberhand. Andreas Möller sorgte zwei Minuten vor dem Ende für den Siegtreffer. © Imago
Torwart Oliver Kahn (Bayern) jubelt mit den Fans über das 6:2 gegen den BVB
Im zweiten Duell des neuen Jahrtausends ging es heiß her. Neben neun Gelben und einer Gelb-Roten Karte gab es außerdem acht Tore. Mit 6:2 gewannen die Bayern. ©  via www.imago-images.de
Beim deutlichen 4:1 2003 im Münchener Olympiastadion durfte auch Michael Ballack als einer von vier verschiedenen Torschützen für den FCB jubeln.
Beim deutlichen 4:1 2003 im Münchener Olympiastadion durfte auch Michael Ballack als einer von vier verschiedenen Torschützen für den FCB jubeln. © Imago
Roy Makaay schiesst hier das 4-0 fuer den FC Bayern Muenchen. 19.02.2005, Olympiastadion Muenchen, Fussball Bundesliga .
Noch deutlicher wurde es am 22. Spieltag der Saison 2004/2005. Stürmer Roy Makaay schoss den BVB mit seinem Dreierpack fast im Alleingang ab. Hasan Salihamidzic und Claudio Pizarro trafen beim 5:0 ebenfalls. © Thomas Exler via www.imago-images.de
Das zweithöchste Unentschieden der beiden Topteams datiert wenige Wochen vor dem deutschen Sommermärchen im Jahr 2006. Das 3:3 sorgte für ein echtes Spektakel. Der BVB drehte ein 1:3 noch zum Remis. Dennoch war der Jubel am Ende bei den Bayern deutlich größer. Ausgerechnet vor den Augen des Rivalen bekamen die Münchener ihre verdiente Meisterschale überreicht und ließen es dann richtig krachen.
Das zweithöchste Unentschieden der beiden Topteams datiert wenige Wochen vor dem deutschen Sommermärchen im Jahr 2006. Das 3:3 sorgte für ein echtes Spektakel. Der BVB drehte ein 1:3 noch zum Remis. Dennoch war der Jubel am Ende bei den Bayern deutlich größer. Ausgerechnet vor den Augen des Rivalen bekamen die Münchener ihre verdiente Meisterschale überreicht und ließen es dann richtig krachen. © imago sportfotodienst
Das 5:0 im April 2008, bei dem der Italiener Luca Toni zweimal traf, stand ganz im Schatten des DFB-Pokalfinals. Sechs Tage später standen sich die Teams nämlich erneut gegenüber. Die Bayern gewannen auch dieses Spiel mit 2:1. Der Kantersieg zuvor interessierte danach kaum mehr.
Das 5:0 im April 2008, bei dem der Italiener Luca Toni zweimal traf, stand ganz im Schatten des DFB-Pokalfinals. Sechs Tage später standen sich die Teams nämlich erneut gegenüber. Die Bayern gewannen auch dieses Spiel mit 2:1. Der Kantersieg zuvor interessierte danach kaum mehr. © imago sportfotodienst
Gleich in seinem ersten Klassiker netzte Bayern-Legende Thomas Müller nach seiner Einwechslung gleich zweimal. In der folgenden Dekade kamen zwölf weitere Klassiker-Treffer hinzu.
Gleich in seinem ersten Klassiker netzte Bayern-Legende Thomas Müller nach seiner Einwechslung gleich zweimal. In der folgenden Dekade kamen zwölf weitere Klassiker-Treffer hinzu. © imago sportfotodienst
SUBOTIC Neven mit bei der Siegeehrung und der DFB Pokal uebergabe DFB Pokal Finale 2012 Borussia Do
Der größte und wichtigste Triumph der Dortmunder gegen die Münchener gab es im DFB-Pokalfinale 2012. Mit Jürgen Klopp auf der Trainerbank und der doppelten Meisterschaft in der Tasche kam der Mythos des Klassikers in dieser Zeit überhaupt erst auf. Dazu besiegelte der BVB mit diesem 5:2-Erfolg die längste Siegesserie gegen den Rivalen. Der Triumph im Endspiel war der fünfte Sieg in Serie gegen den damals deutlich unterlegenen Kontrahenten aus dem Süden. © imago sportfotodienst
REUS Marco Team Borussia Dortmund jubelt nach seinem Tor Fussball Liga DFL Supercup 2013 Borussia D
Einen weiteren Titel in einer Partie gegen den FC Bayern gewann der BVB 2013 im Supercup. Beim 4:2 war der junge Marco Reus zweimal zur Stelle. © imago sportfotodienst
04 10 2015 Fussball 1 Bundesliga 2015 2016 8 Spieltag FC Bayern München Borussia Dortmund in d
Mitte der 2010er arbeitete der FCB eifrig und erfolgreich daran, seine Vormachtstellung wieder zurückzuerlangen. Mit dem 5:1 gelang 2015 ein echter Coup. Neben einem weiteren Doppelpack von Thomas Müller netzte auch Robert Lewandowski zweimal gegen seinen Ex-Verein. Das waren seine Treffer drei und vier gegen den BVB. Es sollten 25 weitere Tore gegen Dortmund folgen. © imago sportfotodienst
Trainer Carlo ANCELOTTI M auf der Trainerbank blickt zu Boden Fussball DFL Supercup 2017 Borus
Die hohen Bayern-Siege häuften sich. Während es 2017 mit Carlo Ancelotti an der Seitenlinie nur 4:1 hieß,… © Elmar Kremser/SVEN SIMON
Fußball 1 Bundesliga11 Spieltag Borussia Dortmund FC Bayern München am 04 11 2017 im Signal Idun
…folgte 2018 ein historisches 6:0 mit Trainer Jupp Heynckes… © Revierfoto
Dortmund Deutschland DFL Supercup Borussia Dortmund FC Bayern München 2 0 am 03 08 2019 im Si
… sowie 2019 ein 5:0 mit Niko Kovac als Coach. Die Dominanz des FC Bayern wurde klarer als jemals zuvor. © Norbert SCHMIDT via www.imago-images.de
09.11.2019, Fussball 1. Bundesliga 2019/2020, 11.Spieltag, FC Bayern München - Borussia Dortmund, in der Allianz-Arena M
Das 4:0 im November 2019 unter Hansi Flick war daher längst der Normalzustand. Der BVB hatte den Anschluss verloren. Dieser Erfolg war der Beginn der längsten Klassiker-Siegesserie überhaupt. Es war der erste von insgesamt acht aufeinanderfolgenden Triumphen über den Rivalen. © Bernd Feil/M.i.S. via www.imago-images.de
06.03.2021, Fussball 1. Bundesliga: FC Bayern - Dortmund 06.03.2021, Fussball 1. Bundesliga 2020/2021, 24. Spieltag, FC
Beim 4:2 des FC Bayern im Coronajahr 2021 konnte der BVB zumindest dagegenhalten und ging durch einen Doppelpack von Erling Haaland sogar früh in eine komfortable Führung. Ein Hattrick von Robert Lewandowski und ein Treffer von Leon Goretzka stellten die gewohnten Kräfteverhältnisse in einer torreichen Auflage des Klassikers aber wieder her. © Bernd Feil/M.i.S./Pool
Dortmund, Deutschland, 1. Fussball Bundesliga 14.Spieltag Borussia Dortmund : FC Bayern München 2-3 04. 12. 2021 im Sign
Beim Duell Ende desselben Jahres war der BVB ganz kurz davor, die lange Siegesserie der Bayern zu durchbrechen. Zwei Tore von Robert Lewandowski brachen den BVB allerdings erneut. Der FCB gewann letztlich mit 3:2. © Norbert SCHMIDT via www.imago-images.de
01.04.23 FC Bayern München - Borussia Dortmund Deutschland, München, 01.04.2023, Fussball, Bundesliga, FC Bayern München
Am 26. Spieltag der Saison 2022/23 war hingegen ein anderer Doppelpacker für den FCB zur Stelle. Thomas Müller erzielte beim 4:2-Sieg seine letzten beiden Klassiker-Tore. © IMAGO/Pressefoto Rudel/Robin Rudel
04.11.2023, xblx, Fussball 1.Bundesliga, Borussia Dortmund - FC Bayern München emspor, v.l. Dayot Upamecano (FC Bayern M
Den höchsten Klassiker-Erfolg der letzten sechs Jahre gab es wiederum am zehnten Spieltag der Spielzeit 2023/2024. Beim 4:0 durfte sich Superstar Harry Kane gleich dreimal in die Torschützenliste eintragen und absolvierte somit ein perfektes Klassiker-Debüt. © IMAGO/Blatterspiel
12.04.2025, FC Bayern München - Dortmund
Zuletzt konnte der BVB die Klassiker wieder ausgeglichener gestalten. Das erste Aufeinandertreffen im Jahr 2025 endete mit einem flotten 2:2. © IMAGO/Bernd Feil/M.i.S.
Die Klassiker zwischen dem FC Bayern München und Borussia Dortmund scheinen eine eigebaute Torgarantie zu haben. In 137 Duellen fielen 466 Tore (FCB: 281; BVB: 185) – das sind fast 3,5 Tore pro Klassiker (Stand: Oktober 2025). Die Duelle bieten fast am laufenden Band Spektakel. Die zahlreichen Tore gehen mit einer innigen Rivalität einher, die in vielen Finalspielen und titelweisenden Partien ausgetragen werden. So hat sich der Klassiker zur heißesten Partie des deutschen Fußballs entwickelt.
Die Klassiker zwischen dem FC Bayern München und Borussia Dortmund scheinen eine eigebaute Torgarantie zu haben. In 137 Duellen fielen 466 Tore (FCB: 281; BVB: 185) – das sind fast 3,5 Tore pro Klassiker (Stand: Oktober 2025). Die Duelle bieten fast am laufenden Band Spektakel. Die zahlreichen Tore gehen mit einer innigen Rivalität einher, die in vielen Finalspielen und titelweisenden Partien ausgetragen werden. So hat sich der Klassiker zur heißesten Partie des deutschen Fußballs entwickelt. © imago sportfotodienst

Seit vergangenem Februar trainiert Kovac Dortmund. Nach einem holprigen Start mit vier Niederlagen in den ersten sechs Spielen drehte der 54-Jährige das Blatt. Er führte den Verein in die Champions League. Vor allem defensiv hat Kovac die Dortmunder wieder in die Spur geführt.

„Das ist eine Qualität, die unter Niko Kovac dazugekommen ist: Sie sind viel stabiler, auch defensiv. Dafür bekommen sie gar nicht so die Wertschätzung“, meinte Bayerns Mittelfeldchef Joshua Kimmich. „Mit Blick auf die Punkte, die sie zum Ende der vergangenen und zum Beginn dieser Saison gesammelt haben, fliegen sie ein bisschen unter dem Radar.“

In der Kovac-Tabelle liegt Dortmund knapp hinter dem FC Bayern

Seit Kovacs Amtsantritt beim BVB ergibt sich ein klares Bild: Bayern und Dortmund sind die überragenden Teams dieser Phase. Die Münchner führen in der „Kovac-Tabelle“ mit 49 Punkten aus 20 Spielen, der BVB folgt mit 42. Saisonübergreifend sind die Dortmunder seit 14 Ligapartien ungeschlagen, die Bayern haben 15 Mal hintereinander nicht mehr verloren. Vier Punkte trennen die Tabellenführer aus München aktuell vom BVB in der Bundesliga.

„Bei solchen Spielen kommt es nicht nur auf die Form an“, meinte Kompany gegenüber Sky vor dem Duell am Samstag. „Es fühlt sich wie ein Derby an. Es ist ein Klassiker. Emotionen spielen eine größere Rolle als bei anderen Spielen.“

Zumindest tabellarisch hat Kovac Dortmund wieder zum Bayern-Jäger Nummer eins gemacht. Einfangen will sich das Kompany-Team natürlich nicht lassen. Der Plan: ein Kontakt, drei Punkte. Philipp Kessler, Vinzent Tschirpke

Rubriklistenbild: © IMAGO/Bernd Feil/M.i.S.

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