VonStefan Schmidschließen
Schocknachricht vor dem Bundesliga-Topspiel. Der IS sendet eine Terrordrohung gegen die Besucher in der Allianz Arena. Die Polizei nimmt Stellung.
Update vom 30. März, 16.50 Uhr: Das Bundesinnenministerium hat nach eigenen Angaben keine konkreten Hinweise auf eine Bedrohungslage beim Bundesliga-Topspiel an diesem Samstag zwischen dem FC Bayern München und Borussia Dortmund. „Der in Rede stehende Sachverhalt ist den Sicherheitsbehörden des Bundes bekannt. Konkrete Hinweise auf eine Gefahrenlage liegen uns momentan nicht vor“, sagte ein Ministeriumssprecher der Deutschen Presse-Agentur. Bund und Länder stünden in engem und stetigen Austausch und ergriffen die erforderlichen Maßnahmen, fügte er hinzu.
Zur allgemeinen Gefährdungslage durch den islamistischen Terrorismus habe sich Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) in den vergangenen Tagen umfassend geäußert. „Der aktuelle Hinweis reiht sich in ihre Einschätzung der Lage ein. Sie ist weiterhin gültig.“
Hintergrund ist ein Foto mit dem Stadion und Zuschauern davor als möglichem Ziel, das am Freitagabend auf der Plattform X gepostet wurde. Der oder die Urheber sollen der Terrororganisation Islamischer Staat nahestehen. Das Foto wurde nach Angaben der Münchner Polizei intensiv bewertet. Landeskriminalamt und Polizei seien zur klaren Aussage gekommen, dass es keine konkreten Gefährdungserkenntnisse gebe, sagte ein Sprecher. Das Spiel in der Allianz Arena finde planmäßig statt, man erhöhe aber die Präsenz an Einsatzkräften.
Die Terrororganisation Islamischer Staat hatte vor kurzem den Anschlag auf eine Konzerthalle bei Moskau für sich reklamiert. Bei der Tat waren mindestens 144 Menschen ums Leben gekommen. Faeser hatte der „Süddeutschen Zeitung“ mit Blick auf Deutschland gesagt: „Die Gefahr durch islamistischen Terrorismus bleibt akut.“
Terrordrohung vor Bayern-Spiel: IS nimmt Fans vor Allianz Arena ins Visier – Polizei sieht keine Gefahr
Erstmeldung vom 30. März: München – In Frankreich wurde in den letzten Tagen bereits die höchste Terrorwarnstufe ausgerufen. Gut möglich, dass Deutschland nun bald nachziehen wird. Der Islamische Staat postete in der Nacht vor dem Spiel des FC Bayern gegen Borussia Dortmund Bilder, welche die Fans in der Allianz Arena ins Fadenkreuz nimmt. Sicherheitskräfte vor Ort reagierten bereits.
IS droht Fußballfans vor Spiel des FC Bayern gegen Borussia Dortmund
Das Topspiel der Bundesliga steht an, und eigentlich sollte sich alles um die Tabellensituation, die Spieler oder um die Aufstellung drehen. Doch die öffentliche Terrordrohung durch den IS rückt alles andere nun in den Hintergrund. Sarh al-Khilafah, ein IS-Sender, veröffentlichte bearbeitete Bilder, welche Zuschauer vor der Allianz Arena im Fadenkreuz zeigen.
Oben links ist auf einem Ausschnitt ein bearbeiteter Spielstand zu sehen: „Kufar +500“ (dt.: Ungläubige) gegen „Islamic State“. Eine offensichtliche Drohung, Menschen, die die Allianz Arena besuchen wollen, zu töten. Auch eine Zeitangabe, wann der Anschlag verübt werden soll, ist enthalten. Die Uhr zeigt die Spielzeit 89:09 an.
Polizei sieht keine akute Gefährdungslage und erhöht Einsatzkräfte
Wohl schon kurz nach der Veröffentlichung der Fotos erfuhr die Polizei von der Bedrohungslage. Die Polizei München veröffentlichte auf X ein Statement, dass der Sachverhalt bekannt sei und „durch uns und das LKA Bayern intensiv geprüft“ werde. „Nach jetzigem Stand“ lägen jedoch keine „konkreten Gefährdungserkenntnisse vor“.
Als erste Reaktion auf die Bilder erhöhte die Polizei jedoch bereits das Aufgebot beim Spiel zwischen den beiden Topklubs. Während sonst nur etwa 300 bis 500 Polizisten im Einsatz gewesen wären, erhalten diese nun Verstärkung. Über die genaue Anzahl der jetzt eingesetzten Kräfte liegen noch keine Erkenntnisse vor.
Der Sachverhalt ist uns bekannt und wird durch uns und @LKA_Bayern intensiv geprüft. Nach jetzigem Stand liegen uns keine konkreten Gefährdungserkenntnisse vor. Wir werden das Spiel mit einem erhöhten Personalansatz betreuen.
— Polizei München (@PolizeiMuenchen) March 30, 2024
Eine offizielle Stellungnahme der Vereine blieb bislang aus. Allerdings teilte der FC Bayern t-online mit, dass man im stetigen Austausch mit der Polizei stehen würde. (sch)
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