VonPatrick Mayerschließen
Beim FC Bayern München herrscht nach dem nächsten Rückschlag gegen Borussia Dortmund Ratlosigkeit. Offenbar auch bei Instagram – bis auf Thomas Müller.
München – Und schon wieder herrscht beim FC Bayern Unzufriedenheit und Unruhe. Nach dem 0:2 (0:1) der Münchner gegen Borussia Dortmund wird das Saison-Fazit immer nüchterner. Die Pleite gegen den BVB war schon die fünfte Saisonniederlage in der Bundesliga – nach 27 Spieltagen.
Nach Niederlage gegen Dortmund: Thomas Müller postet Instagram-Story
Ein weiteres Mal schrillen, bildlich gesprochen, an der Säbener Straße und in der Allianz Arena die Alarmglocken. Einer, der sich immer hinstellt, wenn es mal nicht läuft, tat das auch diesmal wieder: Thomas Müller, oberbayerische Identifikationsfigur, in Weilheim geboren, in Otterfing wohnend, und schon seit Juli 2000 im Verein spielend. Also seit fast 24 (!) Jahren.
Bis Samstagmitternacht (30. März) war Müller der einzige Bayern-Spieler, der sich nach der neuerlichen Enttäuschung bei Instagram an die Fans wandte. Das hatte sich am Sonntagabend, Stand 18.30 Uhr, noch nicht geändert. Zuerst postete er ein Foto von Mannschaftskollege Leon Goretzka samt dem Ergebnis (0:2) daneben. Dann teilte er ein Motiv von sich zum Bundesliga-Klassiker und schrieb auf Englisch dazu: „That was not enough.“ Zu Deutsch: „Das war nicht genug.“
Thomas Müller vom FC Bayern: Deutliche Kritik an den Münchner Kollegen
Schon unmittelbar nach der Partie gegen die Westfalen wurde der 34-jährige Angreifer in Richtung seiner Kollegen deutlich. „Die Enttäuschung über unsere eigene Leistung ist schon groß. Die Länderspielpause hat uns scheinbar nicht gutgetan, mit der Bei-Note, dass man mitkriegt, dass Leverkusen wieder den Last-Minute-Treffer macht. Man denkt, endlich lassen sie mal was liegen. Das war ein kleiner Dämpfer“, meinte Bayern-Identifikationsfigur Müller bei Sky. Währenddessen traten Spieler, die richtig schwach waren, namentlich zum Beispiel Alphonso Davies oder Leroy Sané, nicht vor die TV-Kamera.
Müller meinte in dem Interview am Spielfeldrand weiter: „Dortmund hat ordentlich gespielt, aber auch nicht die Sterne vom Himmel, gewinnt aber verdient. Das ist enttäuschend. Das war nicht das, was wir uns vor der Länderspielpause aufgebaut haben.“
Das frage ich mich auch: Wie wir so eine Einstellung an den Tag legen können? Das ist unerklärlich und frustrierend. Man hatte das Gefühl, es geht um nichts, es ist ein Freundschaftsspiel.
Manuel Neuer: Bayern-Torwart gewinnt am Tegernsee etwas Abstand
Auch Joshua Kimmich stellte sich und kritisierte die Einstellung der Bayern deutlich. „Das ist die entscheidende Frage. Das frage ich mich auch: Wie wir so eine Einstellung an den Tag legen können? Das ist unerklärlich und frustrierend. Man hatte das Gefühl, es geht um nichts, es ist ein Freundschaftsspiel. Das darf uns in einem Heimspiel und gegen Dortmund niemals passieren“, sagte der 29-jährige Schwabe: „Die Leverkusen-Ergebnisse dürfen uns gar nicht interessieren. Wir müssen unsere eigenen Hausaufgaben machen.“ Die zwei freien Tage solle nun „jeder auch wirklich nutzen, um sich selbst zu hinterfragen“, erklärte Kimmich.
Übrigens: Einer meldete sich am Sonntagnachmittag, um kurz vor 16 Uhr, dann doch noch bei Instagram: Manuel Neuer. Der 38-jährige Weltmeister postete Fotos vom Spazierengehen mit seinem Nachwuchs in der malerischen Landschaft des Tegernseer Tals, wo der Torhüter in der gleichnamigen Kleinstadt 50 Kilometer südlich von München im bayerischen Mangfallgebirge lebt. Der Nationalspieler, der gegen den BVB aufgrund eines leichten Muskelfaserrisses in den linken Adduktoren fehlte, wählte einen idyllischen Oster-Spaziergang, um von den vielen fußballerischen Enttäuschungen in dieser Bayern-Saison etwas Abstand zu gewinnen. (pm)
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